Neue Pfarrerin für Ulsenheim und Weigenheim setzt auf zwei Tugenden | FLZ.de

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Veröffentlicht am 15.02.2026 12:00

Neue Pfarrerin für Ulsenheim und Weigenheim setzt auf zwei Tugenden

Im Weigenheimer Pfarrhaus ist wieder Leben: Pfarrerin Elfriede Bezold-Löhr möchte dabei helfen, dass die sechs Gemeinden, die sie betreut, zusammenwachsen. (Foto: Ulli Ganter)
Im Weigenheimer Pfarrhaus ist wieder Leben: Pfarrerin Elfriede Bezold-Löhr möchte dabei helfen, dass die sechs Gemeinden, die sie betreut, zusammenwachsen. (Foto: Ulli Ganter)
Im Weigenheimer Pfarrhaus ist wieder Leben: Pfarrerin Elfriede Bezold-Löhr möchte dabei helfen, dass die sechs Gemeinden, die sie betreut, zusammenwachsen. (Foto: Ulli Ganter)

Im Weigenheimer Pfarrhaus neben der Kirche wohnt wieder eine Pfarrerin. Elfriede Bezold-Löhr hat zwei frühere Pfarrstellen inne – die in Ulsenheim (die außerdem Herbolzheim und Uttenhofen betreut) und die in Weigenheim, die auch für Reusch und Geckenheim zuständig ist. Der Einführungsgottesdienst ist am 1. März um 14 Uhr in Ulsenheim.

Dass Bezold-Löhr nach Weigenheim kommt, erstaunt zunächst, wenn man ihren Lebenslauf sieht, doch es ist alles andere als ein Zufall. Zuletzt arbeitete die 59-Jährige im Haus Eckstein in Nürnberg in der Kircheneintrittsstelle – eine bayerische Besonderheit, um die andere Landeskirchen die hiesige evangelische Kirche beneideten, wie Bezold-Löhr erzählt. Etwa 80 bis 120 Eintritte in die Kirche verzeichnete die Stelle pro Jahr. Bezold-Löhr setzte sich nicht nur intensiv damit auseinander, warum man in die Kirche eintreten sollte, sondern auch mit Gründen für den Kirchenaustritt und mit der Bindung der Mitglieder.

Rückkehr an die Basis

Ende 2024 wurde die Stelle in Nürnberg geschlossen, Bezold zog mit in die „Wirkstatt evangelisch” in der Sperberstraße um. Sie arbeitete weiterhin konzeptionell. Doch ihr fehlten die Kircheneintrittsgespräche, die zuvor zu ihrem Aufgabenkreis gezählt hatten. So überlegte sie, noch einmal an die Basis zurückzukehren.

19 Jahre lang war sie schon Pfarrerin auf dem Land, in Sommersdorf in der Gemeinde Burgoberbach (Landkreis Ansbach). „Als Pfarrerin ist man ja Nomadin”, sagte die sportlich wirkende Frau, die außerdem schon in Haßfurt und München beschäftigt war. Jetzt wollte sie in eine Gegend, in der sie sich auch vorstellen kann, alt zu werden. Sie erinnerte sich an den Gollachgau, denn schon in ihrem Praktikumsjahr, das es seinerzeit für Theologiestudierende noch gab, war sie im Uffenheimer Ortsteil Welbhausen. „Da habe ich die Region schon sehr ins Herz geschlossen.”

Veranstaltungen und Feste fürs Zusammenwachsen

Deshalb bewarb sie sich in Weigenheim. Ihr ist bewusst, dass die laufenden Veränderungen in den Strukturen von Pfarreien und Dekanaten gerade enorme Kraft vor Ort kosten und sie hofft, diesen Prozess positiv begleiten zu können. Zum ersten Mal wurde nun ein Gottesdienstplan für alle sechs Gemeinden gestaltet. In jeder „ihrer” Gemeinden gibt es einen eigenen Kirchenvorstand, aber Bezold-Löhr möchte, dass man sich auch gegenseitig kennenlernt und hin und wieder im großen Kreis trifft. Gemeinsame Veranstaltungen oder Feste sollen das Zusammenwachsen begleiten.

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Ihr Anliegen sei es, über die Kerngemeinde hinaus Kontakte zu Menschen zu pflegen, die der Kirche vielleicht ferner stehen. „Das Evangelium ist zu stark, als dass man es nicht auch im 21. Jahrhundert fröhlich verkünden kann.” Sie spüre eine starke Sehnsucht danach, dass die Menschen noch tiefer verstehen, welch große Bedeutung es hat, den Glauben gemeinsam zu leben. Viele, die der Kirche den Rücken kehren, machten sich gar nicht bewusst, dass in dieser Gemeinschaft auch der sozial-diakonische Bereich eine ganz große Rolle spiele. Gesamtgesellschaftlich sei das die „Fußbodenheizung unserer Gesellschaft. Wenn das zusammenbricht, wird es in der Gesellschaft noch viel, viel kälter, als es in manchen Bereichen schon ist.”


Jeder Einzelne ist wichtig.

Elfriede Bezold-Löhr

Für die Strukturänderungen, die sich gerade in beiden großen Kirchen abspielen, wünscht sie sich, dass „wir alle gemeinsam verstehen, dass seinen Glauben zu leben nicht komplett institutionell gesteuert ist, sondern jeder Einzelne wichtig ist.” Bei den anstehenden Veränderungen helfen ihrer Auffassung zufolge auch die beiden Kerntugenden, die in diesen anspruchsvollen Zeiten vor allem gebraucht werden: „Freundlichkeit und Innovationsbereitschaft.”

Und persönlich? Die neue Pfarrerin ist geschiedene Mutter zweier erwachsener Kinder, vielseitig interessiert und offen: Sie liebe Musik, spiele ein paar Instrumente und singe gerne. Sie liest, radelt, wandert, freute sich zuletzt über die seltene Gelegenheit, auf Langlaufski dahinzugleiten. Sie mag Italien, hat den Gardasee bei Urlaubsvertretungen von einer anderen Seite kennengelernt und erzählt gerne von den internationalen Begegnungen dort. Viele neue Begegnungen erwarten sie jetzt auch an ihrer neuen Wirkungsstätte.


Ulli Ganter
Ulli Ganter
Redakteurin
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