Nele Görgler ist die neue Kinderlore des Historischen Festspiels Die Kinderzeche. Sie überzeugte beim Vorsprechen den Rollenbesetzungsausschuss. Ebenfalls neu in der Festspielriege sind Stefan Bögelein und Franz Schindele als Stadthauptmann.
Bögelein spielt Bernhard Freisleben in der Besetzung Kallert und wird damit im kommenden Juli seine Premiere feiern. Schindele ist als Darsteller dieser Figur erstmals im kommenden Jahr an der Reihe, wenn die Besetzung Hippelein ihren nächsten Einsatz hat.
Ebenso viele Bewerber wie für die Kinderlore, für die vier junge Frauen vorsprachen, hatten sich für die zwei vakanten Rollen des Stadthauptmanns beworben. Mit dem 49-jährigen Stefan Bögelein setzte sich ein Kinderzech-Neuling durch. Er habe bislang das Dinkelsbühler Heimatfest hauptsächlich als Zuschauer verfolgt, erzählte er gestern. „Ich bin also ein richtiger Rookie“, meinte er. So werden im Profisport oft unerfahrene Athleten bezeichnet. Aber wie so viele Dinkelsbühler Familien haben Bögeleins Kinder Erfahrung im Heimatfest: Sie waren in den Reigen im Einsatz.
Franz Schindele wechselt die Perspektive. Bislang war er oft als Fotograf für die Kinderzeche im Einsatz. Mit dem Wechsel auf die Bühne habe er künftig einen anderen Fokus auf das Geschehen, meinte er gestern nach dem Vorsprechen. Dabei war es das wiederholte Begleiten des Festspiels, das bei ihm den Wunsch geweckt hatte, selbst als Akteur mitzumachen. Denn er erinnerte sich an seine Heimat in Altusried im Allgäu, wo er auf der dortigen Freilichtbühne schon in der Jugend bei Inszenierungen mitgewirkt hatte. „Das wollte ich jetzt wieder machen“, sagte er.
Nele Görgler wünschte sich als kleines Mädchen, einmal die Kinderlore zu sein. Die 15-Jährige war seit ihrem dritten Lebensjahr, abgesehen von den Pandemiejahren, bei jeder Kinderzeche aktiv dabei. Im Schwedenlager liegen ihre Wurzeln, dann, als Schulkind, wechselte sie in die Reigen, um nach der Corona-Unterbrechung noch einmal bei den Belagerern vor der Stadt mitzumachen.
Nervös sei sie erst kurz vor dem Vorsprechen geworden, erklärte sie. Auf den Termin hatte sie sich sorgfältig vorbereitet. „Zuerst habe ich den Text gelernt, später dann Wert auf Betonung, Gestik und Mimik gelegt.“
In ihrer Freizeit ist die 15-jährige Wirtschaftsschülerin sportlich aktiv. Sie spielt selbst Fußball, in der U17-Frauenmannschaft beim SV Segringen. Außerdem ist sie als Trainerin sowohl bei den Fußballerinnen als auch in der Leichtathletik im Nachwuchsbereich tätig.
Sie wird mit Festspielleiterin Sabine Lober einige Extra-Proben haben. Für die Stadthauptmänner geht es am 24. April los, wenn die Besetzung Kallert nach mehrjähriger Pause wieder aktiv wird. Benannt ist das Ensemble nach dem Darsteller des Ersten Bürgermeisters, in diesem Jahr ist das Dr. Burkhard Kallert.
Festspiel-Vorstand Maximilian Mattausch freute sich, dass die 15 Mitglieder des Besetzungsausschusses vollzählig getagt haben. Dieser besteht aus den vier Vorständen, den jeweils drei Bürgermeistern der beiden Besetzungen und deren jeweiligen Vertrauensmann. Mit im Gremium sind zudem die zwei Sperreuth-Darsteller und Spielleiterin Lober.
Wer zum Vorsprechen ins Zeughaus kommen wird, wissen sie laut Mattausch vorher nicht. Anschließend gebe es auch keine Aussprache. „Es wird geheim abgestimmt. Am Ende zählt die einfache Mehrheit.“