„Heute ist ein wichtiger Tag für die Sicherheit der Bevölkerung in unserer Heimat”. So begrüßte der Ansbacher Landrat Dr. Jürgen Ludwig die Gäste bei der Einweihung der neuen Integrierten Leitstelle (ILS) im Ansbacher Stadtteil Brodswinden.
33 Millionen Euro wurden in die neue Leitstelle investiert, die nun auf modernstem Niveau ausgestattet ist. Die Mitarbeitenden dort nehmen alle Notrufe aus einem Gebiet entgegen, in dem rund 340.000 Menschen leben.
Ludwig ist auch Vorsitzender des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung, in dem sich die Stadt und der Landkreis Ansbach sowie der Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim zusammengeschlossen haben. Wenn ein Herz stehen bleibe oder ein Haus brenne, zähle jede Sekunde, meinte der Landrat weiter. „Die Menschen, die den Notruf in diesem Gebäude annehmen, treffen innerhalb von Sekunden wichtige Entscheidungen”.
Damit sie das stets konzentriert tun können, ist die ILS mit modernster Technik ausgestattet. Am alten Standort neben der Ansbacher Feuerwache wäre eine Erweiterung nicht möglich gewesen, erläuterte Ludwig. Neben steigenden Anforderungen sei dies einer der Gründe für den Neubau, sagte er. Statt bisher 350 Quadratmetern Nutzfläche stehen nun 3200 Quadratmeter zur Verfügung. Es gibt jetzt zehn Einsatzleitplätze plus einen Sondereinsatzplatz statt wie bisher sechs plus eins. Als Teil der kritischen Infrastruktur kann die ILS tagelang weiter operieren, wenn der Strom ausfällt. Außerdem gibt es umfassende Sicherheitsmaßnahmen.
Das Projekt blieb finanziell und zeitlich im geplanten Rahmen. 2020 war der Grundsatzbeschluss gefasst worden, im Jahr darauf fiel die Entscheidung für den Standort in Brodswinden und 2023 wurde die Baugenehmigung erteilt. Gut zwei Jahre wurde am Freitag die Fertigstellung gefeiert. Anfang Dezember wird der Regelbetrieb aufgenommen. Bei Bedarf kann die ILS noch erweitert werden. Regierungspräsidentin Dr. Kerstin Engelhardt-Blum sagte bei der Feier, die neue ILS sei eine Investition in die Zukunft. Beeindruckt zeigte sie sich von der Tatsache, dass bei einem so komplexen Projekt eine Punktlandung gelang.
„Es geht um ein Versprechen”, ergänzte der Neustädter Landrat Dr. Christian von Dobschütz, „das Versprechen, dass zwischen Steigerwald und Hesselberg binnen Sekunden Hilfe organisiert wird, wenn Menschen die 112 wählen”. Er informierte auch über die neue App „Region der Lebensretter”, über die qualifizierte Ersthelfende, die sich in unmittelbarer Nähe eines Notfalls befinden, ab dem Frühjahr alarmiert werden. Auf die steigenden Anruf- und Einsatzzahlen von Rettungsdienst und Feuerwehr wies der Ansbacher Oberbürgermeister Thomas Deffner. Nach seinen Worten besteht hier auch ein Zusammenhang mit dem Problem, dass viele Bürgerinnen und Bürger keinen Hausarzt mehr haben.
Die Segnung der neuen Leitstelle übernahmen die Pfarrer Laurent Koch und Sebastian Schilling. Musikalisch begleitet wurde der Festakt, der in der Straßenmeisterei gegenüber der ILS stattfand, vom Onoldia Brass Quintett. Anschließend gab es Besichtigungen des Neubaus. Auch künftig soll es immer wieder Gelegenheiten für die Öffentlichkeit geben, die Arbeit der Disponenten der Leitstellen durch die Fenster eines Raums im Obergeschoss zu beobachten.