Ein neues Gesicht am Ansbacher Landratsamt: Ulrike Herzog. Die 39-Jährige hat vor zwei Monaten die Leitung der Volkshochschule (VHS) des Landkreises übernommen – und ist sehr zufrieden mit dem neuen Job.
Mit wie vielen Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen sie in ihrer neuen Position als Leiterin der Volkshochschule des Landkreises Ansbach zu tun hat, findet Ulrike Herzog „wahnsinnig spannend“. „Wir bieten über die VHS auch Integrations- und Einbürgerungskurse an. Insbesondere dadurch habe ich das Gefühl, in meinem neuen Job etwas wirklich Sinnvolles zu machen und Menschen weiterhelfen zu können“, sagt Ulrike Herzog.
Als sie im vorigen Jahr die Stellenausschreibung für die Volkshochschulleitung des Landkreises Ansbach gesehen habe, habe sie sich sofort angesprochen gefühlt. Schließlich habe sie in der Vergangenheit selbst gerne VHS-Kurse besucht. Außerdem wollte sie im Landkreis Ansbach, wo sie seit zwei Jahren wohnt, auch arbeiten. Daher war die Freude riesig, als sie auf ihre Bewerbung hin kurz vor Heiligabend mit der Zusage quasi ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk bekommen hat.
Ulrike Herzog ist in Gunzenhausen aufgewachsen und hat dort Abitur gemacht. Vor zwei Jahren hat sie mit ihrem Mann Matthias in Lichtenau ein Haus gebaut. „Jetzt sind wir damit beschäftigt, den Garten anzulegen“, verrät die 39-Jährige. Sie genießt die körperliche Arbeit mit Erde und Pflanzen an der frischen Luft als Ausgleich zu ihrem Job, in dem ihr, so relativ am Anfang, wegen all der neuen Namen, die sich merken sollte, manchmal doch noch recht der Kopf schwirre. Schließlich hat die VHS des Landkreises Ansbach 33 Außenstellen. Alle zu besuchen, sei ihr Plan für dieses Jahr, sagt Ulrike Herzog. In einigen war sie schon. Sie freut sich darauf, „all die interessanten Persönlichkeiten in den Außenstellen von Angesicht zu Angesicht“ kennenzulernen.
Im Landratsamt hat die 39-Jährige fünf Mitarbeiter, die ihr den Start im neuen Job durch ihre Hilfsbereitschaft leicht gemacht hätten. Manche seien schon sehr lange dabei und mit ihrer Expertise und ihrer Erfahrung Gold wert, sagt sie. Erste Führungserfahrung hat Ulrike Herzog bereits in ihrem vorherigen Job sammeln können, als sie drei Jahre lang als Referentin für Wissenschaftskommunikation an der Technischen Hochschule in Nürnberg an einem Projekt namens Leonardo mitgearbeitet hat. Es findet in Kooperation mit der Akademie der Bildenden Künste und der Hochschule für Musik in Nürnberg statt.
Beim Leonardo-Projekt gehe es um interdisziplinäres Arbeiten; darum dass Künstler und Wissenschaftler etwas gemeinsam entwickeln. Im Rahmen dieser Tätigkeit hat sie Workshops gegeben, sich um die Pressearbeit und den Bereich Social Media gekümmert.
Zuvor hat sie nach ihrem Studium der englischen und deutschen Literaturwissenschaften in Würzburg, Erlangen und im südirischen Limerick ihren Berufseinstieg in Gunzenhausen gewagt, als Pressereferentin am örtlichen Krankenhaus. Anschließend verbrachte sie fünf Jahre in München, wo sie zuerst bei einem Verlag, in dem insbesondere Wohn-, Koch- und Reisemagazine erscheinen, volontierte. Danach arbeitete sie freiberuflich als Redakteurin, Autorin und Lektorin und schrieb vier eigene Bücher zu den Themen Garten und grüner Wohnen. „Es ging zum Beispiel um praktische Tipps, wie man zu Hause mit Pflanzen Wohlfühlatmosphäre schafft“, erläutert die 39-Jährige.
Das aktuelle VHS-Programm ist vor Ulrike Herzogs Zeit entstanden. „Gerade überlegen wir, wie das Herbst/Winter-Programm aussehen könnte“, erzählt sie.
„Wir haben viele Evergreenkurse, die seit Jahrzehnten beliebt sind und die wir auch beibehalten – etwa im Bereich Sprachen, Kochen oder Yoga.“ Aber es gebe auch neue Themen, die gesellschaftlich an Relevanz gewinnen, sich aber noch nicht im Programm wiederfinden. Zum Beispiel zur Demokratie und zu den aktuell damit verbundenen Unsicherheiten, zu Nachhaltigkeit, Klimawandel oder zu Sozialen Medien und dem Umgang von Eltern damit.
Da in Zeiten von Corona viele Kursleiter aufgehört hätten, sei die VHS auf der Suche nach neuen, die vielleicht auch andere Themen mitbringen. „Die Nachwirkungen der Pandemie spüren wir noch immer“, sagt Ulrike Herzog. „Zwar hatten wir in Zeiten der Einschränkungen das Glück, manche Kurse nicht komplett absagen zu müssen, sondern sie online durchführen zu können“, aber Corona sei eine Zäsur für alle Volkshochschulen gewesen. Sie sei froh, dass die Teilnehmer langsam zurückkommen. „Die Leute sind gerade bei Kursen, die auf Interaktion beruhen, froh, wenn sie sich wieder treffen können.“
Sich selbst bildet Ulrike Herzog gerne durch Lesen fort. Die 39-Jährige schmökert viel in englischsprachigen Klassikern von Charlotte Brontë oder Jane Austen, aber auch in zeitgenössischen Romanen.
Und sie liebt es, zu reisen – hauptsächlich ins Vereinigte Königreich. „Ein Jahr ohne einen Aufenthalt in Großbritannien ist für mich ein schlechtes Jahr“, verrät sie.