Drei Pfarreien mit sieben Kirchengemeinden des bisherigen Dekanats Wassertrüdingen haben einen Kooperationsvertrag für das Gebiet „Hesselberg-Nord“ unterzeichnet. Der demografische Wandel und die zunehmenden Kirchenaustritte seien die Gründe dafür, dass die kirchlichen Strukturen auf Gemeinde- und Dekanatsebene angepasst werden müssten, hieß es.
Pfarrer Stephan Rühr mit den Kirchenvorstandsmitgliedern aus Unter- und Oberschwaningen sowie Lentersheim, Pfarrer Walter Huber mit den Kirchenvorständen aus Ehingen, Dambach und Beyerberg sowie Dekan i. R. Hermann Rummel für die Kirchengemeinde Ammelbruch und deren gewählte Vertreter setzten ihre Unterschriften ebenso unter das erarbeitete Vertragspapier wie die Vertrauensleute des Kirchenvorstands.
Im Vorfeld waren in Gruppenarbeit Antworten zu diversen Themenbereichen erörtert worden, die im Kooperationsvertrag festgehalten werden sollten. Von einem Miteinander profitieren könne man durch das Nutzen von Erfahrungen und Kompetenzen, allerdings unter Beachtung einer stets erforderlichen Kompromissbereitschaft, betonten die Kirchenvertreter.
Mit Blick auf eine gemeinsame Konfirmandenarbeit wurde auf das erstmals angesetzte Konfi-Camp hingewiesen. Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene wurden vertraglich fixiert. Hier könnten die sozialen Medien sinnvoll für Informationen genutzt werden, hieß es.
Die Kasualien und die Gottesdienste sollen aber auf jeden Fall in der eigenen Gemeinde bleiben, lautete eine deutliche Forderung, die als Eckpunkt in der Kooperationsvereinbarung niedergeschrieben wurde.
Die Gründung von Arbeitskreisen soll von den jeweiligen Pfarramtsleitern sowie vom Kirchenvorstand aktiv unterstützt werden.
Wichtig sei auch die Zusammenarbeit in organisatorischen Fragen bezüglich eines gemeinsamen Kommunikationsmittels, des Organistendienstes und des Austausches zu den Liegenschaften wie Kindergarten, Gemeindehaus und Friedhof.
Insgesamt stellten sich die Verantwortlichen unter einer gelingenden Zusammenarbeit vor, dass der Blick über den Tellerrand hinausgehe, ein gegenseitiges Wahrnehmen erfolge und dass ohne Kirchturmdenken ein inneres Wachstum erkennbar werde.
Mit der Unterzeichnung trat die Vereinbarung bereits in Kraft. Die Laufzeit ist prinzipiell unbegrenzt, endet jedoch mit der Bildung neuer Pfarreien oder mittels Kündigung zum jeweiligen Jahresende.
Pfarrer Walter Huber wies abschließend nochmals darauf hin, dass es das Ziel der Kooperation sei, die Entwicklung der Pfarreien in der Region Hesselberg-Nord voranzubringen. Er bezeichnete die Veranstaltung als guten und hoffnungsvollen Start im Miteinander, bevor er mit dem Schlussgebet das harmonische Treffen beschloss.
Die Zusammenkunft hatte mit einer Andacht von Dekan i. R. Hermann Rummel begonnen. Die musikalische Begleitung übernahmen Diakonin Diana Priedigkeit und Pfarrer Stephan Rühr.