Seit Februar 2021 konnte die Nikolauskirche in der Ortsmitte Burgoberbachs nicht genutzt werden. Grund waren statische Probleme im Dachstuhl. Mit einem Gottesdienst wurde das katholische Gotteshaus am Sonntag vom Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke offiziell wieder in Dienst gestellt.
Die Sanierung des Dachstuhls und das Streichen des Innenraums kosteten 1,26 Millionen Euro. Die Diözese Eichstätt bezahlt davon 82 Prozent. Hanke freute sich gleich zu Beginn des Gottesdienstes, dass die Hängepartie um die Sanierung der Kirche, wie er sagte, zu einem guten Ende gekommen sei.
Er dankte allen ehrenamtlich in der Pfarrgemeinde Verantwortlichen für deren Einsatz und die Beharrlichkeit, mit der die Sanierung vorangetrieben wurde. Er rief dazu auf, die Kirche rege zu nutzen. Eine Kirche, so der Oberhirte, sei kein Museum, sondern müsse genutzt werden. Eine abgenutzte Kirche sei gut, so Hanke. Eine Energiekrise gebe es in der Kirche auch nie, weil sich jeder jeden Tag „neue Energie für das Leben“ holen könne. Auch in der Burgoberbacher Nikolauskirche gebe es ein „Energieangebot des Herrn für unser Leben“.
In seiner Predigt betonte Hanke, dass es nun an der Pfarrgemeinde vor Ort liege, eine lebendige Gemeinde zu bauen. In der Gesellschaft gebe es viel Hoffnungslosigkeit und Angst vor der Zukunft. Auch die Kirche stelle sich häufig nicht einladend dar. Wer glaube, so Hanke weiter, sehe weiter als über die Grenzen des irdischen Lebens. Das Leben sei nicht genug, es gebe danach noch eine Zukunft bei Gott. „Wer weiter sieht, erfährt Heilung“, so Hanke weiter. Die Kirche habe Lebensrelevanz und er appellierte: „Bauen wir mutig eine lebendige Kirche.“
Burgoberbachs Bürgermeister Gerhard Rammler unterstrich, dass die Nikolauskirche in die Ortsmitte und auch in die Mitte der Gemeinschaft der Menschen in Burgoberbach gehöre. Er dankte der Diözese Eichstätt für die Bezuschussung der Sanierung. Er sagte: „Wer so viel Geld in die Hand nimmt, vertraut auf die Zukunft.“
Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Simone Kiss, blickte in ihrer Ansprache auf die drei Jahre Umbauzeit und Schließung der Kirche zurück. Diese Zeit sei nicht einfach gewesen und habe Spuren hinterlassen. Viele Ehrenamtliche seien erschöpft und müde. Die Schließung der Kirche habe deutlich gemacht, dass das Gotteshaus vielen Burgoberbachern wichtig sei und viele eine emotionale Bindung zu dem Gebäude hätten. Sie drückte die Hoffnung aus, dass mit der nun wieder nutzbaren Kirche auch das gemeindliche Leben wieder in seine alten Strukturen zurückfinde.
Der Vorgängerbau der Nikolauskirche wurde im Frühjahr 1957 abgebrochen und das jetzige Gotteshaus errichtet, das 1958 eingeweiht wurde.