83 unterschiedlich große Werke – sie sind wenige Zentimeter bis drei Meter hoch – sind in der Sonderausstellung „Timeless Power“ im Römerpark Ruffenhofen und im Limeseum zu sehen. Gefertigt wurden die Skulpturen von Bildhauer Gunther Stilling, der im vergangenen Jahr gestorben ist.
Der Wächter am Gelbinger Tor in Schwäbisch Hall, die Ophelia in der Liechtensteiner Hauptstadt Vaduz oder eine liegende Hand an der Volkshochschule in Neckarsulm, das sind nur einige der Großskulpturen von Gunther Stilling. Im Januar vergangenen Jahres ist der international bekannte Künstler verstorben.
Nun wird ein Teil seines Vermächtnisses in Ruffenhofen am Hesselberg (Landkreis Ansbach) gezeigt. Die Präsentation ist zweigleisig konzeptioniert und hebt sich dadurch von den über 20 durchgeführten Ausstellungen heraus: Sie findet statt im Sonderausstellungsbereich des Museums und auf dem Gelände des Römerparks.
Das sei genau passend für ein Doppeljubiläum, sagte Bernd Großmann, Vorsitzender des Fördervereins Römerpark Ruffenhofen bei der Vernissage am vergangenen Freitag. Gleichzeitig gefeiert werden das 20-jährige Jubiläum des Limes als Welterbe und der Beginn der künstlerischen Tätigkeit von Gunther Stilling vor 60 Jahren.
Bei der Eröffnung der Ausstellung im Innenhof des Museums dankte Großmann allen, die sich für den herausfordernden Transport und Aufbau der Exponate eingebracht hatten. Ein sechsköpfiges Team bestehend aus Museumsleiter Dr. Matthias Pausch, dem wissenschaftlichen Volontär Markus Trodler, Werner Schmitz, Klaus Stöhr, Klaus Muschler und Hendrik Göhler hatten mit zwei Lastwagenkonvois die Exponate geholt und mit Unterstützung von Hausmeister Harald Werner den Aufbau übernommen.
Antike Skulpturen mit postmodernen Brüchen und Formen zu vereinen, das gelang Gunther Stilling „in beeindruckender Weise“, erläuterte der Museumsleiter Pausch. Im Gespräch mit Markus Trodler erläuterte der Sohn des Künstlers, Ivo Stilling, die künstlerische Herangehensweise seines Vaters.
Immer ein Bild des Menschen hatte sein Vater vor Augen, hat sich wie bei der Komposition einer Melodie auf das Entstehende eingelassen und seine Inspiration hineingelegt. Manchmal brachial, manchmal diffizil, aber immer mit der Lust an der Variation, so Ivo Stilling. Mit seiner Familie und Freundeskreis war Ivo Stilling, er ist Kunsterzieher an einem Gymnasium im Schwarzwald und lebt mit der Familie in Karlsruhe, bei der Vernissage. In einer Ferienwohnung genieße seine Familie die Gastfreundschaft in Franken.
Antike Skulpturen, neu verschmolzen, wurde als Charakteristikum für die neue Sonderausstellung „Timeless Power“ gewählt. Von den 83 Exponaten aus Metall oder Stein sind zwölf Werke im Römerpark platziert. Die Ausstellung ist während der gesamten Sommermonate bis 14. September zu sehen.