Neidische Nachbarn: Dietenhofen steht finanziell vergleichsweise gut da | FLZ.de

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Veröffentlicht am 27.12.2025 13:45

Neidische Nachbarn: Dietenhofen steht finanziell vergleichsweise gut da

Der nach der Kommunalwahl aus dem Amt scheidende Bürgermeister Rainer Erdel hat seinen letzten Jahresrückblick im Marktgemeinderat gehalten und betont, dass die finanzielle Situation in Dietenhofen im Vergleich zu den anderen Kommunen im Landkreis immer noch recht gut sei.  (Foto: Yvonne Neckermann)
Der nach der Kommunalwahl aus dem Amt scheidende Bürgermeister Rainer Erdel hat seinen letzten Jahresrückblick im Marktgemeinderat gehalten und betont, dass die finanzielle Situation in Dietenhofen im Vergleich zu den anderen Kommunen im Landkreis immer noch recht gut sei. (Foto: Yvonne Neckermann)
Der nach der Kommunalwahl aus dem Amt scheidende Bürgermeister Rainer Erdel hat seinen letzten Jahresrückblick im Marktgemeinderat gehalten und betont, dass die finanzielle Situation in Dietenhofen im Vergleich zu den anderen Kommunen im Landkreis immer noch recht gut sei. (Foto: Yvonne Neckermann)

Der Markt Dietenhofen steht finanziell immer noch recht gut da – jedenfalls im Vergleich mit anderen Kommunen im Landkreis Ansbach. Dies betonte Bürgermeister Rainer Erdel in seinem Jahresrückblick im Marktgemeinderat.

„Bei der Pro-Kopf-Verschuldung liegen wir im hinteren Bereich, bei der freien Finanzspitze dagegen weit vorn“, erläuterte Erdel. Zum Jahresende wird die Pro-Kopf-Verschuldung in Dietenhofen voraussichtlich 328 Euro betragen. Rechnet man das halbe Dutzend vollständig schuldenfreier Kommunen im Landkreis heraus, belegt der Markt damit vor Burgoberbach (236 Euro) und Bruckberg (165 Euro) den drittletzten Rang.

Überschuss bei der freien Finanzspanne

Auch der Vergleich mit ähnlich großen Kommunen in ganz Bayern fällt für Dietenhofen günstig aus. Die Pro-Kopf-Verschuldung kreisangehöriger Gemeinden mit 5000 bis 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern lag Anfang 2024 nach Angaben der Kämmerei bei 772 Euro.

Die freie Finanzspitze ist der Überschuss der laufenden Einnahmen über die laufenden Ausgaben einschließlich des Schuldendienstes. Dies gilt als zentrale Kennzahl für eine solide Haushaltslage, denn hier zeigt sich, ob und wie viel Geld aus eigener Kraft für Investitionen zur Verfügung steht. An dieser Stelle konnte in den vergangenen Jahren nicht immer ein Überschuss generiert werden. 2025 standen jedoch wieder 3,65 Millionen Euro zur Verfügung.

Vernünftige Arbeit im Marktgemeinderat

Gelegentlich erwecke der vermeintliche Reichtum Neidgefühle in der Region und werde gern auf potente Gewerbesteuerzahler zurückgeführt, so Erdel weiter. „Dass wir so gut dastehen, ist aber vor allem das Ergebnis vernünftiger Arbeit im Marktgemeinderat.“ Es werde nicht alles gemacht, was grundsätzlich wünschenswert sei. Stattdessen würden Prioritäten gesetzt und das umgesetzt, was am wichtigsten sei. „Dies gibt uns jetzt finanziellen Spielraum!“

Die Einwohnerzahlen lägen ungefähr bei 6000 Einwohnern – mal knapp darüber, mal knapp darunter. Durch den Bezug des zweiten Bauabschnitts nördlich der Rüderner Straße werde man aber sicherlich sehr bald stabil über der Sechstausendermarke bleiben. Der Markt Dietenhofen sei für Bauherrinnen und Bauherren weiterhin sehr attraktiv. Eingegangen seien im vergangenen Jahr über 200 Bauanträge für Aus-, Um- und Neubauten im Kernort oder den Ortsteilen.

Gut aufgestellt bei der Kinderbetreuung

Gut aufgestellt sei man im Bereich des Kindertagesbetreuung. „Wir konnten allen Kindern im Alter zwischen einem Jahr und dem Schuleintritt einen Platz anbieten.“ Allerdings erwirtschafteten die drei Einrichtungen der Marktgemeinde jedes Jahr ein gewaltiges Defizit – 2024 betrug es 534.000 Euro. „Dies wird uns auch in Zukunft beschäftigen“. Für 2026 ist eine turnusmäßige Neubetrachtung der Elternbeiträge geplant.

Als Erfolge der vergangenen zwölf Monate nannte Erdel unter anderem den Abschluss der Bauschuttdeponie-Ertüchtigung. Für die Beprobung der abgegebenen Materialien und die Erledigung der umfangreichen Dokumentationspflichten nach den Vorschriften der 2023 in Kraft getretene Mantelverordnung zur Verwertung mineralischer Baustoffe wurde vor rund drei Jahren zunächst ein hauptamtlicher Deponiewärter eingestellt. Geschaffen wurde außerdem unter anderem ein umfassend ausgestatteter Arbeitsplatz in einem Bürocontainer. Auch eine Waage musste installiert werden. Insgesamt wurden hier über 185.000 Euro investiert.

Sein Dank gelte allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde und vor allem im Rathaus. Ständig kämen zusätzliche Aufgaben auf die Kommunalverwaltungen zu. Ohne hohes Engagement der Kolleginnen und Kollegen seien diese kaum zu bewältigen.


Von YVONNE NECKERMANN
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