Regional kaufen, auf Öko-Siegel achten, wiederverwerten – was längst fester Bestandteil unserer alltäglichen Entscheidungen im Supermarkt oder Online-Shop ist, fällt bei der Wahl des Baustoffs für das Eigenheim umso mehr ins Gewicht. Wir wollen Verantwortung für die Umwelt und die nächsten Generationen übernehmen.
Unterschiedliche Studien aus Deutschland und der Schweiz zeigen: Der ökobilanzielle Wert von Massivhäusern ist mit Gebäuden in Holzständerbauweise nicht nur absolut vergleichbar, es ergeben sich darüber hinaus einige Vorteile in puncto Nachhaltigkeit.
Was viele nicht wissen: Ein massiv gebautes Haus bietet eine sehr gute Ökobilanz, denn sowohl der Hausbau an sich als auch die verwendeten Rohstoffe sind nachweislich nachhaltig. In diesem Zusammenhang untersuchte die ETH Zürich in einer Studie, wie Treibhausgasemissionen beim Neubau möglichst niedrig gehalten werden können. Das Ergebnis: Mit tragenden Elementen aus Beton oder Mauerstein lassen sich in allen Baustoffkategorien sehr niedrige Emissionswerte erzielen.
Porenbetonsteine oder der innovative Infraleichtbeton, aber auch wärmedämmende Hochlochziegel kommen ohne eine weitere Fassadendämmung aus. Das gesparte Dämmmaterial schont die Umwelt, das Budget und wirkt sich positiv auf die Lebensdauer des Gebäudes aus – denn wo weniger Material verbaut wird, fällt die Instandhaltung deutlich leichter. Und beim Rückbau kann das Baumaterial später sortenrein getrennt und besser recycelt werden.
Um zu beurteilen, wie nachhaltig ein Gebäude ist, fertigt man eine sogenannte Lebenszyklusanalyse an. Sie berücksichtigt alle Auswirkungen auf Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialverträglichkeit über die gesamte Lebenszeit eines Bauprojekts – vom Bau, über den Betrieb bis zum Abbruch und der Wiederverwendung der Baustoffe. Dabei liegt auf der Hand, dass eine lange Lebensdauer und wenig Reparaturaufwendungen entscheidend für die Nachhaltigkeit sind. Für Massivhäuser können Nutzungszeiten von 100 bis 200 Jahren problemlos erreicht werden.
Und danach, wenn tatsächlich der Rückbau einmal notwendig wird? Im Vergleich zu Holz, das nach dem Abriss im Normalfall verfeuert wird und damit wieder CO2 freisetzt, haben mineralische Baustoffe wie Ziegel, Kalksandstein oder Beton den großen Vorteil, dass sie wiederverwertet werden können. Bereits heute werden über 90 % aller mineralischen Materialien recycelt, indem zum Beispiel Rest- und Bruchstücke zerkleinert und in die Produktion neuer Baustoffe zurückgeführt werden.
Die massive Bauweise ist auf vielen Ebenen nachhaltig: sie greift auf oftmals regionale Rohstoffe mit kurzen Transportwegen zurück, fördert das Recycling, und punktet mit einer sehr guten Ökobilanz.