Die von einem verheerenden Brand betroffene Familie in Ullstadt hat vermutlich keine Aussicht, ihr Zuhause wieder aufbauen zu können. Sie ist kurz nach dem Unglück in einer Mietwohnung in Oberlaimbach untergekommen. Der verwitwete und alleinerziehende Familienvater geht davon aus, dass dies ein dauerhaftes Zuhause wird.
Die wesentliche Einrichtung ist dort inzwischen vorhanden, berichtet besagter Vater, Dietmar Steinmetz. Seine Schwester hatte ihm kürzlich einen Trockner vorbeigebracht. Nur eine Spülmaschine hatte ihm noch gefehlt – bis zum Montag. Bürgermeister Toni Schiefer hatte vorige Woche in der Sugenheimer Ratssitzung das Spülmaschinenproblem erwähnt. Weil es in der Küche auch keine Spüle gibt, musste der Abwasch in der Badewanne getätigt werden.
Die beiden Ullstädter Ratsmitglieder Frank Maes und Bernd Eisenbeiß verständigten sich noch in der Sitzung darauf, dass sich ihre örtliche Feuerwehr dessen annehmen könnte. Maes ist dort Kommandant, Eisenbeiß im Vorstand. Die Ullstädter Feuerwehr beschloss umgehend, dass sie eine Spülmaschine besorgt und wandte sich an einen Neustädter Elektrohändler. Dort stieß die Wehr auf offene Ohren, schilderte Maes. Die Firma sei sofort bereit gewesen, das Gerät von sich aus zu spenden. Das war mit einer kurzen Nachfrage bei der Inhaberfamilie rasch geklärt, berichtete Geschäftsführer Gerd Müller.
Maes zeigte sich am Montag bei der Übergabe begeistert von so wenig Bürokratie und so rascher Hilfe. Ganz wollte sich die Ullstädter Wehr ihre Hilfe aber nicht abnehmen lassen und übergab an Müller ein Kuvert mit einem – symbolischen – Anteil an der Spende. Bürgermeister Schiefer, der bei der Geräteübergabe in Neustadt mit dabei war, ist beeindruckt von der allgemeinen Hilfsbereitschaft für die Familie. Er packt auch selbst mit an: Schiefer kutschierte das Gerät nach Oberlaimbach, da Dietmar Steinmetz kein Auto besitzt.
Die Familie muss sich indes um die Aufräumarbeiten an der Unglücksstelle bemühen. Steinmetz, der als Lackierer schon seit kurz nach dem Brand wieder im Berufsalltag steht, ist in seiner freien Zeit am Ausräumen des zerstörten Gebäudes. „Das kommt alles in den Container”, sagt er, verwenden könne man da nichts mehr. Zudem gilt das Gemäuer zumindest teilweise als einsturzgefährdet. Er als Grundstücksbesitzer muss sich um die Verkehrssicherheit kümmern, etwa auch für die ans Haus angrenzende Staatsstraße.
Geld von der Versicherung steht nach wie vor nicht in Aussicht. Der Versicherungsschutz sei, so hatte Steinmetz am Tag nach dem Brand erfahren, wegen einer säumigen Prämienzahlung erloschen. An diesem Sachstand habe sich nichts geändert, bedauerte Steinmetz.