Noch bis 2026 wird es wohl dauern, bis die Schäden am Sparkassen-Gebäude in Herrieden behoben sind und die Geschäftsstelle wieder geöffnet wird. Derweil tappen die Ermittler des Landeskriminalamts nach wie vor im Dunklen bei ihrer Suche nach den Tätern, die im Dezember die Geldautomaten im Foyer der Filiale gesprengt und damit einen Brand ausgelöst haben.
Wenngleich der Bereich vor dem Gebäude am Marktplatz per Bauzaun abgesperrt ist und die Geschäftsräume nicht zugänglich sind, müssen die Kunden in Herrieden nicht gänzlich auf die Dienstleistungen des Kreditinstituts verzichten: Seit diesem Wochenende ist ein Geldautomat in Betrieb, den laut Sparkassen-Sprecherin Monika Schweizer eine Fachfirma in der zurückliegenden Woche – nur wenige Meter von der Filiale entfernt – aufgestellt hat.
Nachdem dies wegen der Kälte etwas gedauert hat, erhalten die Kunden der Sparkasse Ansbach jetzt hier ihr Geld, ohne Gebühren zahlen zu müssen. Für Kontoinhaber anderer Sparkassen sei beim Abheben indes – zumindest vorübergehend – ein zusätzlicher Obolus fällig, sagte Schweizer im Gespräch mit der FLZ. Zugleich dankte sie den Kollegen der VR-Bank Mittelfranken Mitte eG, weil in deren Herriedener Filiale auch die Sparkassenkunden nach dem Anschlag kostenfrei Geld bekamen.
Darüber hinaus bietet die Sparkasse Ansbach in Herrieden nun auch wieder Beratungsgespräche an. Dafür stellt die Kommune einen Raum im Stadtschloss zur Verfügung. Die Termine werden telefonisch über das zentrale Service-Center vereinbart. Zum ausgemachten Zeitpunkt sei dann ein Mitarbeiter vor Ort, versprach Schweizer und ergänzte, auf Wunsch ließen sich Kundengespräche aber auch in anderen Filialen führen.
Indes sei es in Herrieden momentan nicht möglich, Kontoauszüge auszudrucken. Deshalb müssten Kunden, die diesen Service benötigen, dafür Geschäftsstellen anderenorts aufsuchen.
Die Detonation in der Nacht zum Freitag, 13. Dezember, gegen 2.30 Uhr war so heftig, dass an dem Gebäude, das der Sparkasse gehört, massive Schäden entstanden sind. Die Fenster mit zerbrochenen Scheiben sind mit Holzplatten abgedichtet, hinter dem Bauzaun stehen große Container für Schutt und Abfall.
Die Kosten für die Reparatur des Gebäudes ließen sich derzeit nur schwer beziffern, meinte Schweizer und nannte als Grund, dass noch nicht alle Gewerke vergeben seien. Voraussichtlich werde der Aufwand aber „die Million übersteigen, weil ziemlich alles kaputt ist und es nach der Sprengung gebrannt hat“. Eine Bewohnerin des Hauses erlitt damals eine Rauchgasvergiftung.
Von den beiden Mietwohnungen im Haus sei nur eine wieder bezogen, die andere bleibe noch unbewohnbar. Deren ehemalige Nutzer seien anderenorts untergekommen. Darüber hinaus verweist ein Aushang am Eingang zu der in dem Gebäude beheimateten Zahnarztpraxis, dass diese wegen des Brandschadens „vorübergehend geschlossen“ ist.
Angesprochen auf den Entwendungsschaden traf die Sparkassen-Sprecherin keine Aussage. Ebenso sagte sie nicht, ob gestohlene Banknoten, die aufgrund der modernen Technik in den Automaten eingefärbt sein sollten, schon in Umlauf waren und entdeckt worden sind. Dass sie sich zu derlei Fragen nicht äußert, begründete Schweizer mit ermittlungstaktischen Gründen.
Diese Ermittlungen führt ausschließlich das Landeskriminalamt. Wie dessen stellvertretender Pressesprecher Ludwig Waldinger erklärte, gibt es zu dem Fall „überhaupt nichts Neues“ zu berichten. Nach ersten Zeugenbefragungen vor Ort habe sich auf den folgenden Aufruf mit der Bitte um Hinweise niemand gemeldet.