Im Innenraum der Pfarrkirche St. Vitus in Neunstetten sind die Verschmutzungen, die durch den Brand eines Desinfektionsspenders entstanden waren, größtenteils entfernt. Ein bislang Unbekannter hatte den Spender im Oktober 2022 angezündet und einen Schaden von geschätzt knapp 100.000 Euro verursacht.
In diesem Betrag sei jedoch die Sanierung der Orgel, die ausgebaut werden musste und sich zur Aufbereitung in einer Manufaktur in Feuchtwangen befindet, noch gar nicht mitgerechnet, erklärte Kirchenpflegerin Petra Horand im Gespräch mit der FLZ. Sämtliche Wände, Decken, Sitzbänke und Altäre samt Figuren und Bilder seien mit rußigen Plastikteilchen „übersät“ gewesen, teilte sie weiter mit.
Man könne noch von Glück reden, dass der brennende Desinfektionsspender auf den gepflasterten Boden und nicht in die Holzbänke gefallen ist, betonte Kirchenverwalter Josef Guggenberger. Zwei Wochen lang waren laut Horand fünf Mitarbeitende einer Münchner Firma, die sich auf die Beseitigung von Brandschäden spezialisiert hat, beschäftigt, um den Innenraum zu reinigen.
Mittels einer Hebebühne und Steiger kehrten und saugten die Spezialisten die verschmutzten Wände samt Inventar Zentimeter um Zentimeter ab. Die Figuren, der Kreuzweg und alle Bilder wurden zudem behutsam poliert und erstrahlen bereits in frischem Glanz.
Die Pfarrkirche durfte während dieser Zeit aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden. Den Gottesdienst feierte man nebenan im ehemaligen Kindergarten. Jetzt sei man froh, die Pfarrkirche vorübergehend wieder nutzen zu können. Einige Helferinnen und Helfer haben die abgedeckten Sitzbänke von den Folien befreit, den Altartisch samt Ambo und verschiedenen Utensilien wieder eingeräumt, wofür die Kirchenpflegerin dankte.
In einigen Wochen – wenn die Temperaturen etwa 15 Grad erreichen – soll der Innenraum komplett eingerüstet und noch einige unerreichte Stellen, etwa hinter dem Hauptaltar, gesäubert werden. In diesem Zuge sollen auch kleinere Putzrisse versiegelt und dann der gesamte Innenraum nach den Vorgaben der Bauabteilung und der Denkmalbehörde der Diözese Eichstätt mit spezieller Kalkfarbe getüncht werden.
Die Endreinigung sowie das Anbringen der Heiligenfiguren, des Kreuzwegs und der Bilder wolle man dann mit freiwilligen Helferinnen und Helfern in Eigenleistung erbringen. Die Sanierungskosten übernehme die Versicherung, hieß es. Über Spenden für zusätzliche Ausgaben – unter anderem für Heizkosten des Kindergartens und des Gotteshauses – würde man sich jedoch freuen, teilte Kirchenpflegerin Petra Horand abschließend mit.