Nach Brand in Ansbacher Silvesternacht: Was wird aus den 22 Wohnungen? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 11.02.2026 09:11

Nach Brand in Ansbacher Silvesternacht: Was wird aus den 22 Wohnungen?

Nach dem Brand in der Herbartstraße in der Silvesternacht laufen derzeit Untersuchungen. Erst wenn die Ergebnisse vorliegen, wird der erforderliche Aufwand für eine Sanierung feststehen. (Foto: Robert Maurer)
Nach dem Brand in der Herbartstraße in der Silvesternacht laufen derzeit Untersuchungen. Erst wenn die Ergebnisse vorliegen, wird der erforderliche Aufwand für eine Sanierung feststehen. (Foto: Robert Maurer)
Nach dem Brand in der Herbartstraße in der Silvesternacht laufen derzeit Untersuchungen. Erst wenn die Ergebnisse vorliegen, wird der erforderliche Aufwand für eine Sanierung feststehen. (Foto: Robert Maurer)

Sechs Wochen ist es her, dass 37 Bewohnende der Wohnanlage in der Herbartstraße bei einem verheerenden Brand ihre Bleibe und große Teile ihrer Habe verloren haben. Und während die Soforthilfen angelaufen sind (siehe Kasten), wird klar, dass es – je nach Schadensumfang – Jahre dauern kann, bis die Wohnungen wieder bezogen werden können.

Die Joseph-Stiftung, der die Wohnanlage gehört, hat inzwischen eine erste Schadensbilanz gezogen. Fest steht, dass entgegen erster Hoffnungen weiterhin keine der betroffenen 22 Wohnungen wieder bezogen werden kann. Zehn Mieter hätten bereits dauerhaft in eine Ersatzunterkunft umziehen können, erklärte die Stiftung auf FLZ-Anfrage. Weiteren Mietern habe man Hilfe bei der Wohnungssuche angeboten. Alle 37 betroffenen Personen seien untergebracht, bestätigt die Stadtverwaltung: „Es gibt keine Obdachlosen”, so Kämmerer Christian Jakobs.

Doch wann werden die Mieter in ihre Wohnungen zurückkehren können – falls sie es überhaupt wollen? Im direkt vom Brand betroffenen Haus seien elf Wohnungen nicht mehr bewohnbar, so die Joseph-Stiftung. Hier müsse der Hausrat entsorgt und das Gebäude dekontaminiert werden.

Genaues Schadensausmaß erst nach Rückbau zu erkennen

Ob eine Sanierung des Gebäudes möglich ist, stehe bislang nicht endgültig fest. Wenn ja, würde das bedeuten, den Gebäudeteil bis auf den Rohbau zurückzubauen. Das heißt, es müssten Bodenaufbau, Installationen, Schächte, Wand- und Deckenaufbauten sowie Fenster und Türen komplett erneuert werden.

Erst während dieses Rückbaus wird das genaue Schadensausmaß sichtbar, weil „die Gebäudestruktur auf Feuchtigkeit und Kontamination untersucht werden muss”, so die Stiftung. Man schätzt, dass eine mögliche Sanierung dieses Gebäudeteils ein bis eineinhalb Jahre dauern wird.

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Im zweiten Haus wurden elf Wohnungen vorwiegend vom Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen. Vier davon seien aufgrund der Wasserschäden und des Rußeintrags aktuell nicht bewohnbar, so die Stiftung. Die Trocknungs- und Dekontaminations-Maßnahmen würden voraussichtlich mehrere Monate dauern.

Brandexperten haben Bedenken auch im anderen Gebäude

Die übrigen sieben Wohnungen sind nach aktuellem Stand weniger betroffen, dürfen aber trotzdem nicht freigegeben werden. Hintergrund: Das Gebäude wurde im Jahr 2013 zwar nach den damals geltenden Richtlinien errichtet, ordnungsgemäß abgenommen und übergeben. Doch den Brandexperten gibt die ungewöhnliche Brandausbreitung im anderen Gebäude zu denken. Vom Bauordnungsamt der Stadt sei deshalb die Aufforderung ergangen, zu untersuchen, ob ergänzende Maßnahmen notwendig sind, um eine Gefährdung der Bewohner auszuschließen.

Der notwendige Planungs- und Abstimmungsprozess laufe derzeit mit Hochdruck, sei aber Voraussetzung, damit die Mieter in ihre Wohnungen zurückkehren können. „Die Sicherheit der Wohnungen – und somit die Sicherheit der Menschen – hat für die Joseph-Stiftung ebenso wie für die zuständigen Behörden oberste Priorität” heißt es in der Stellungnahme weiter.

Welche Maßnahmen notwendig sind, soll bei einem Termin mit dem Bauordnungsamt Mitte des Monats erörtert werden. Je nachdem, wie umfangreich die notwendigen Maßnahmen ausfallen, könnten die Arbeiten mehrere Wochen dauern.

Die Joseph-Stiftung erklärt, Bauunternehmen seien informiert und stünden bereit, zeitnah mit der Umsetzung zu beginnen. Erst danach könnten die sieben Wohnungen wieder bezogen werden.

Stiftung und Stadt zahlen Hilfen aus

Die Joseph-Stiftung hat jedem der vom Brand betroffenen Haushalte eine Soforthilfe von mindestens 1000 Euro zugesagt. Die genaue Höhe richtet sich nach der Anzahl der Haushalts-Mitglieder, so die Stiftung auf FLZ-Anfrage. Die Gesamtsumme von 23.500 Euro sei in der vergangenen Woche ausgezahlt worden.

  • Darüber hinaus wurde bei Mietern ohne Hausratversicherung die Miete der Ersatzunterkunft für einen Monat übernommen und die Mietforderung bis zum Wiederbezug ausgesetzt. Lediglich bei zwei Mietern müssten vor der Auszahlung noch „Modalitäten geklärt werden”.
  • Bei der Stadt Ansbach sind bei der Stiftung „Bürger in Not” 16.000 Euro an Spenden für die betroffenen Haushalte eingegangen. Die Stadt hat jetzt Fragebögen an die Betroffenen verschickt, in denen zum Beispiel abgefragt wird, wie hoch der entstandene Schaden ist, oder ob eine Hausratversicherung besteht. Bis Ende dieser Woche erwarte man die Rückmeldungen, so Kämmerer Christian Jakobs, danach beginne die Auszahlung. „Wir werden die Spenden komplett auszahlen”, versichert Jakobs. Wohngeld-Empfänger könnten sich zudem für weitere Unterstützung ans Sozialreferat wenden.
  • Die Stadt bittet Betroffene, denen bisher noch keine Unterstützung zugesagt wurde, sich unter der Telefonnummer 0981/51-347 oder per E-Mail unter sozialamt@ansbach.de zu melden.


Winfried Vennemann
Winfried Vennemann
Redakteur
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