Mit Stolz trug sie die Krone des Weinbaugebiets Oberer Ehegrund. Nach ihrer knapp gescheiterten Kandidatur zur Fränkischen Weinkönigin kennt diese Region nun wohl fast jeder Weininteressierte in Franken. Jetzt reichte Anne Gümpelein die Krone an Nina Endres weiter.
Die Gäste feierten „ihre Weinkönigin der Herzen“ noch einmal so richtig. Anne Gümpelein blickte in ihrer Abkrönungsrede zurück auf eine Amtszeit, die 1358 Tage gedauert hat – bislang die längste für diese Weinregion im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. Mit Ehrfurcht habe sie die Krone getragen, mit ihr habe sie unvergessliche Begegnungen und spannende Erlebnisse gehabt.
Ihr Start sei holprig gewesen, erinnerte sie sich, denn vom geplanten 27. März 2020 habe die Krönung coronabedingt auf den 1. August verschoben werden müssen – in gemütlicher kleiner Runde im Freien.
2020 seien es auch nur drei Termine inklusive ihrer Krönung gewesen, 2021 dann immerhin schon fünf. Ab Mai 2022 „ging es dann in die Vollen“. Sie habe über 130 Termine als Weinprinzessin wahrgenommen, dazu noch gut 15 Termine im Zusammenhang mit ihrer Kandidatur zur Weinkönigin.
Die Zahl ihrer Dirndl sei gestiegen, erzählte die Weinprinzessin und schmunzelte – auch die Schuhe seien deutlich mehr geworden. „Ich liebe Schuhekaufen – zum Leidwesen meines Papas“, verriet sie.
Doch das Amt sei mehr als nur die funkelnde Krone und die schönen Dirndl. Ihr sei in ihrer Amtszeit wichtig gewesen, die Ziele des Weinbauvereins zu verfolgen. Dieser stehe schon immer für eine Stärkung regionaler Produkte, sanften Tourismus und den Erhalt der letzten kleinstrukturierten Weinbaubereiche.
„Das Amt erfüllte mich jeden Tag mit Freude“, sagte sie und blickte auf ihre Termine, vor allem erst auf die fünf „Heimspiele“ – das Wein- und Honigfest, die Jungweinprobe, das 20. Mondscheinweinfest, das sie als zweite Hoheit aus Krassolzheim eröffnen durfte, den WeinMarktPlatz in Neustadt und die Bremsertour. Auch den neuen Weinturm habe sie einweihen dürfen und für den Weinbauverein habe sie einen Ausflug nach Churfranken organisiert.
Es habe ihr Spaß gemacht, „Menschen mit meiner Leidenschaft für den Wein anzustecken und diese für die Heimat zu begeistern.“ Deshalb habe sie den Schritt gewagt, sich der Wahl zur Fränkischen Weinkönigin zu stellen. Dies sei für sie ob des „riesengroßen Rückhalts“ wie ein Heimspiel gewesen. Dafür sei sie unglaublich dankbar. Nach der Wahl zu Hause mit dem Plakat „Weinkönigin der Herzen“ empfangen zu werden, habe sie sehr gerührt. Stolz sei sie auf den Zusammenhalt im Weinbauverein und der Ortschaften Krassolzheim und Ingolstadt.
Stolz sei sie aber auch auf ihren eigenen Auftritt. „Ich habe geliefert und würde es genau so wieder machen.“ Ein wenig nachdenklich sei sie allerdings schon. „Was hätte ich anders oder besser machen sollen, um zu gewinnen“, fragte sie sich. Ein fader Beigeschmack bleibe für sie persönlich. Doch schwenkte sie gleich wieder auf die Region: „Ich glaube, dass der Obere Ehegrund endlich ein Begriff in ganz Franken ist“.
Bürgermeister Reinhold Klein wurde da schon etwas deutlicher. Er könne sich nicht erklären, wie das gelaufen sei. Er wolle es auch gar nicht wissen. Zum Vorsitzenden des Fränkischen Weinbauverbands, Artur Steinmann, gewandt sagte er: „Sie sehen, was Gesamtfranken verloren hat.“
Steinmann jedoch wehrte sich gegen jedweden Vorwurf: Er selbst sei schließlich mit Anne verwandt und hätte sie gerne mit der Krone gesehen. Doch die Jury sei unabhängig, bekräftigte der Präsident und bat, die Entscheidung zu respektieren. Anne prophezeite er eine gute Zukunft. „Du hast hier etwas bewegt“, lobte er.
Anne Gümpelein ging auch auf die „Auswärtsspiele“ ein. Humorvoll berichtete sie über die zahlreichen Weinfeste in ganz Franken, von der Landkreisjubiläumsfeier, der CSU-Sommerlounge in München, Weinverkostung in Schwerin – ihrem allerersten Termin als Weinprinzessin – und von vielen Terminen mit dem Fränkischen Weinbauverband. Sie nannte die Sternstundengala, den Besuch im Landtag, die Grüne Woche in Berlin oder die englische Weinmoderation im Bürgerspital.
Worte des Dankes sprachen nicht nur Klein und Steinmann, sondern auch stellvertretende Landrätin Ruth Halbritter, Bundestagsabgeordneter Tobias Winkler (CSU), Weinbauvereinsvorsitzende und Prinzessinnenmutter Anke Gümpelein und natürlich Annes Amtskolleginnen.
Mitternacht war schon vorüber, als Anne I. ihre Nachfolgerin Nina I. (Endres) aus Krautostheim krönte. Die 19-Jährige studiert im zweiten Semester Landwirtschaft in Triesdorf und fährt leidenschaftlich gerne Bulldog. Sie habe eine Begeisterung für Wein und eine Leidenschaft für die Landwirtschaft. Ihr Prinzessinnenwein ist ein 2023er halbtrockener Bacchus vom Osing, von dem es eine Fassprobe zum Verkosten gab.