Mülldeponien in Neustadt: Darum geht es dort so streng zu | FLZ.de

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Veröffentlicht am 07.05.2025 09:17

Mülldeponien in Neustadt: Darum geht es dort so streng zu

Für das Anliefern von Bauschutt gelten klare Vorgaben. Er muss im Vorfeld getrennt werden, wie es auch schon oft gemacht wird. (Foto: Ute Niephaus)
Für das Anliefern von Bauschutt gelten klare Vorgaben. Er muss im Vorfeld getrennt werden, wie es auch schon oft gemacht wird. (Foto: Ute Niephaus)
Für das Anliefern von Bauschutt gelten klare Vorgaben. Er muss im Vorfeld getrennt werden, wie es auch schon oft gemacht wird. (Foto: Ute Niephaus)

Bauschutt und Bodenaushub landen in großen Mengen auf den Deponien des Landkreises Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. Oft kommt es dann zu Unstimmigkeiten mit Bürgern, wenn sie dieses Material in Uffenheim und Dettendorf anliefern. So mancher empfindet die Annahmebedingungen als unverhältnismäßig. Worum diese so streng sind, wurde in der Kreislauf- und Abfallwirtschaftssitzung erläutert.

Der Landkreis als Deponiebetreiber befinde sich in einem Konflikt zwischen Bürgerfreundlichkeit und den strengen Anforderungen des Abfallrechtes, betonte Andreas Horneber, Betriebsleiter der Energie- und Verwertungsanlage Dettendorf (EVA). Viele Probleme ließen sich aber im Vorfeld klären, wenn eine frühzeitige Kommunikation zwischen Bevölkerung und Abfallwirtschaft erfolgt. Wichtig sei es, die Leute für die Thematik zu sensibilisieren“, befand auch Landrat Dr. Christian von Dobschütz.

Einteilung in verschiedene Klassen

Horneber wies darauf hin, dass es beim Bauschutt mit Blick auf die gesetzlichen Vorgaben im Abfallrecht vieles zu bedenken gilt. Die Argumentation der Bürger bei der Anlieferung, es sei doch nur Bauschutt, zähle hier nicht. Wichtig ist es, sich im Vorfeld schlau zu machen, und Baumaterialien sauber zu trennen.

Horneber informierte darüber, was man unter Material versteht, das in die Deponie Klasse 0 fällt und auf der Deponie in Dettendorf sowie in Uffenheim-Custenlohr angenommen wird. Dazu zählen Mauerwerk, Natursteine, Beton, Fliesen und Sanitärkeramik, soweit sie nicht wieder verwertbar sind, sowie aus unbelasteten Böden und Steinen bestehender Erdaushub.

Zur Deponie Klasse 1 gehört mäßig belasteter Bodenaushub und Bauschutt, der zur EVA geliefert werden kann. Als Beispiele genannt wurden Putz, Gipsplatten, Dämmungen wie Styropor und Mineralwolle, Fremdstoffe wie Holz, Metall und Kunststoffe, Porenbetonsteine und Ytong.

Baustoffe schon bei Abbruch trennen

Horneber empfahl dringend, bei anstehenden Sanierungen oder dem Abbruch eines Gebäudes schon im Vorfeld der Maßnahme alles genau anzuschauen und dann zu überlegen, wie man die Baustoffe am besten sauber trennen kann. „Nicht einfach loslegen und alles auf einen Haufen schmeißen.“ Grundsätzlich wird ein kontrollierter Rückbau mit einer vorherigen Schadstoffanalyse empfohlen. Hier helfen Fachleute.

So erkennt man Hotspots und wo man trennen kann. Bei asbesthaltigen Baustoffen, die vor dem Baujahr 1993 verwendet wurden, bedarf es einer Prüfung. „Je mehr Infos man über den Abfall sammelt und je mehr bekannt ist, desto besser.“ Im Rahmen der Sitzung wurde dringend empfohlen, im Landratsamt anzurufen, Probleme zu klären und so späteren Frust zu vermeiden, Hilfestellung liefern auch die Abfallwirtschaft auf ihrer Homepage, Broschüren und vereinbarte Beratungstermine.

Hinweise soll künftig ferner ein kurzer Erklärfilm liefern, in dem erläutert wird, was zu beachten ist, teilte der Landrat mit. Wichtig seien dabei auch die Themen wie Nachhaltigkeit und Ressourcensparen. Auch die Möglichkeit, Material zu recyceln, wird angesprochen.

Privatleute sind allein oft überfordert

„Ist man als Privatmann, der etwa ein altes Haus abreißt, nicht mit den ganzen Vorgaben überfordert“, wollte stellvertretender Landrat Hans Herold wissen. Das Ganze sei mit Blick auf die Auflagen äußert kompliziert, befand auch Harald Trabert, der schon zu Beginn der Sitzung erklärt hatte, dass er sich gewünscht hätte, wenn man die vielen Themen der Sitzung auf zwei Termine verteilt hätte. Eine Tagesordnungspunkt vertagte man daraufhin.

Gerade im ländlichen Raum , wo es viel Leerstand gebe, wolle man Ortskerne stärken und Bürger animieren, wieder im Dorf statt auf der grünen Wiese zu bauen, sagte Herold. Wenn ein Abriss jedoch mit so viel Aufwand verbunden sei, entschieden sich einige doch lieber für einen Neubau. Aber: „Auf der grünen Wiese zu bauen, ist auch teuer.“ Dort müsse anders als im Innenort „eine Erschließung erfolgen,“ so der Landrat.

Wertstoffe statt Abfall

Wichtig sei es, den Mitbürgern klar zu machen, dass man es auch beim Bauschutt mit Wertstoffen und nicht mit Abfall zu tun habe, unterstrich stellvertretende Landrätin Ruth Halbritter. Etliches könne man schließlich wieder verwenden. Sie empfahl, beim Neubau genau zu überlegen, was man mit Blick auf den Lebenszyklus des Materials verwendet. Hier müsse auch der Landkreis bei Baumaßnahmen als Vorbild fungieren.

Bernhard Kisch sprach ein weiteres Thema an. In den Containern der Wertstoffhöfe lande vieles, was man besser trennen könne. Das sei nicht gut. Er wollte ferner wissen, ob es genug Fachleute gibt, die Bauschutt beproben und analysieren können. Ohne dies komme man auch als Privatmann kaum noch aus.

Das es für die Bürger nicht leicht ist, bekannte auch Gerhard Droßel, Sachgebietsleiter der Abfallwirtschaft. Das Landratsamt gehöre jedoch nicht zu den Stellen, die Vorschriften machten,man müsse sie aber umsetzen. Deshalb: Rechtzeitig beraten lassen. und nicht einfach mit dem Kipper auf der Deponie stehen.

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