Mord an Maria Bögerl: Ermittlungen eingestellt | FLZ.de

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Veröffentlicht am 14.08.2023 13:31, aktualisiert am 14.08.2023 17:38

Mord an Maria Bögerl: Ermittlungen eingestellt

Maria Bögerl stammte aus dem Herrieder Stadtteil Hohenberg. Der Mord an der Bankiersgattin konnte bisher, trotz rund dreizehnjähriger Ermittlungen, nicht aufgeklärt werden.  (Foto: Kurt Güner)
Maria Bögerl stammte aus dem Herrieder Stadtteil Hohenberg. Der Mord an der Bankiersgattin konnte bisher, trotz rund dreizehnjähriger Ermittlungen, nicht aufgeklärt werden. (Foto: Kurt Güner)
Maria Bögerl stammte aus dem Herrieder Stadtteil Hohenberg. Der Mord an der Bankiersgattin konnte bisher, trotz rund dreizehnjähriger Ermittlungen, nicht aufgeklärt werden. (Foto: Kurt Güner)

13 Jahre sind seit dem Verbrechen an der aus Herrieden stammenden Maria Bögerl vergangen, doch es gelang nicht, ihren Mörder zu finden. Jetzt wurde das „Ermittlungsverfahren wegen Entführung und Ermordung“ der Bankiersgattin eingestellt, teilten am Montagmorgen das Polizeipräsidium Ulm und die Staatsanwaltschaft Ellwangen mit.

Im Mai 2010 hatte in Herrieden die Entführung der damals 54-Jährigen Entsetzen ausgelöst. Sie und ihr Mann, der in der Gemeinde Burgoberbach aufwuchs, waren aus Westmittelfranken nach Heidenheim an der Brenz in Baden-Württemberg umgezogen, wo ihr Mann die dortige Sparkasse leitete.

Nun hat die Staatsanwaltschaft Ellwangen „nach 13 Jahren intensivster gemeinsamer Ermittlungsarbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft und der Auswertung von über 10.000 Spuren das Verfahren wegen Entführung und Ermordung von Maria Bögerl eingestellt. Ein Täter konnte nicht ermittelt werden“, wurde mitgeteilt.

300.000 Euro Lösegeld gefordert

Maria Bögerl wurde am 12. Mai 2010 aus ihrem Wohnhaus in Heidenheim-Schnaitheim entführt. Am selben Tag erhielt ihr Ehemann einen Anruf eines unbekannten Mannes, der eine Lösegeldforderung von 300.000 Euro stellte. Die spätere Übergabe des Lösegeldes scheiterte.

Am 3. Juni 2010 wurde der Leichnam Maria Bögerls in einem Waldstück südlich der Ortschaft Niesitz aufgefunden. Die Obduktion ergab, dass sie erstochen worden war.

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Die Lösegeldübergabe hätte an einer mit einer Deutschlandfahne gekennzeichneten Stelle der Autobahn A7 stattfinden sollen, nicht weit vom Wohnort des Ehepaars entfernt. Auch das Auto der 54-Jährigen wurde in einem Umkreis von etwa zehn bis 20 Kilometern um ihren Wohnort entdeckt, nämlich im Hof des Benediktiner-Klosters Neresheim. Der Bereich, in dem die Ermordete aufgefunden wurde, ist wiederum nicht sehr weit von dem Kloster entfernt – zwischen der Autobahn und einem Waldstück.

Obwohl sofort zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung eingingen kamen die Ermittler bei der Suche nach dem oder den Entführern keinen entscheidenden Schritt weiter. Rund sechs Monate nach dem Verbrechen wurde schließlich große Hoffnung darin gesetzt, dass es gelungen war, DNA-Material zu sichern, das von dem oder den Entführern stammen konnte.

Kritik an Pannen

Zuvor war in der Öffentlichkeit teils Kritik an Pannen bei den Ermittlungen der Polizei laut geworden. So hätte die Leiche der Ermordeten schon früher als drei Wochen nach der Entführung entdeckt werden können. Denn die Polizei hatte bereits vor der Entdeckung das Waldstück abgesucht. Dabei war die unter einem Reisighaufen versteckte Tote offenbar übersehen worden. Und auch Verzögerungen bei der Übergabe des Lösegelds, die scheiterte, wurden teils der Polizei angelastet. Sie ging jahrelang immer wieder neuen Spuren und unzähligen Ermittlungsansätzen nach, die sich jedoch allesamt zerschlugen.

Massengentest an über 3000 Männern

In dieser Situation erhoffte sich die Soko etwa dreieinhalb Jahre nach der Entführung einen Durchbruch durch einen Massengentest. Entsprechend dem Raster der Fahnder sollte eine ganz bestimmte Gruppe von Männern einbezogen worden. Kriterium war, dass sie zum Tatzeitpunkt im näheren Umkreis des Wohnorts des Opfers und der Orte, an denen Maria Bögerls Auto und ihre Leiche entdeckt wurden, lebten.

Über 3000 Männer aus dem Raum Neresheim und dem benachbarten Dorfmerkingen wurden Anfang 2014 zu dem Gentest eingeladen – zu einer freiwilligen Abgabe von Speichelproben Bis Juli 2014 waren 3210 Männer überprüft worden oder sie hatten ein Alibi nachgewiesen – doch mögliche Täter waren nicht unter ihnen. Es gab keinen DNA-Treffer. Für 117 Männer von der Liste, die bis dato nicht zum DNA-Test erschienen waren, sollte überprüft werden, ob sie ein Alibi haben, um bei Verdachtsmomenten Ermittlungen einleiten zu können. Doch auch dies führte nicht zu einem Durchbruch. Gestern bilanzierten Polizei und Staatsanwaltschaft, dass über 10.000 Spuren in dem Mordfall ausgewertet wurden und zogen das Fazit: „Ein Täter konnte nicht ermittelt werden.“

„Nachdem derzeit keine weiteren Ermittlungsansätze vorliegen, kamen das Polizeipräsidium Ulm und die Staatsanwaltschaft Ellwangen überein, das Ermittlungsverfahren nunmehr einzustellen“, hieß es weiter.

Der Fall werde jedoch weiterhin beim Polizeipräsidium Ulm geführt und verbleibe dort in der Zuständigkeit des polizeilichen Hauptsachbearbeiters und des ehemaligen Leiters der bereits länger aufgelösten Sonderkommission „Flagge“, um dadurch alle notwendigen Detailkenntnisse zum Sachverhalt in erfahrener Hand zu belassen.

„Der Vorwurf des Mordes verjährt nicht. Das Verfahren kann daher bei Vorliegen neuer Ermittlungsansätze jederzeit von Amts wegen wiederaufgenommen werden. Den Ermittlungsbehörden liegt weiterhin eine eindeutig einem männlichen Täter zuzuordnende DNA-Spur vor“, so gestern Polizei und Staatsanwaltschaft.

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