Die 473. Mooswiese startet am Freitag, 26. September. Höhepunkt des Feuchtwanger Volks- und Heimatfests wird unbestreitbar wieder der Festzug sein. Dessen 71. Auflage schlängelt sich am Sonntag, 28. September, ab 13.30 Uhr auf ihrem gewohnten Weg durch die Stadt.
Für die Organisation des Festzugs mit knapp 50 Gruppen und zehn Kapellen ist in diesem Jahr erstmals Nicolaj Vorholzer verantwortlich. „Das ist eine große Ehre”, sagt er. Vorholzer ist bei der Stadt als Veranstaltungsmanager für Sonder- und Fachveranstaltungen angestellt. Ohne die gute Vorarbeit insbesondere von Pia Reinhardt – die 17 Jahre die federführende Festzug-Organisatorin war – sowie auch von Wolfgang Guttropf, und Sabine Bachmann, die vergangenes Jahr verantwortlich waren, wäre für ihn als Neuling die Vorbereitung „unmöglich” gewesen, betont Vorholzer. Denn: „Da gehört viel dazu.”
Seit Januar ist Vorholzer mit dem Mooswiesen-Festzug beschäftigt. Er kontaktierte die Personen, die Pferde, Traktoren und Wagen zur Verfügung stellen, sowie die Kapellen. Es gilt, flexibel zu bleiben. So habe etwa eine Kapelle erst spät abgesagt, erzählt er. Ersatz musste gefunden werden. Die Fränkische Familie Crailsheim sei spontan eingesprungen.
Der diesjährige Mottoteil ist überschrieben mit „Klein, groß, genial – so arbeitet Feuchtwangen”. Alle Betriebe im Stadtgebiet seien angeschrieben worden, berichtet Vorholzer. Vom Ein-Mann-Unternehmen bis zum Großunternehmen. Es präsentieren sich Raumedic, die VP Group, das Sägewerk Präg, der Ferienhof GutMichel, das Brautmodengeschäft Emine Yildirim, das Gasthaus „Zur frischen Quelle”, die SB Eventechnik, Schenk Sonnenschutztechnik, Hani's Butze, Firmen aus Breitenau sowie Biogaslagenbetreiber und Landwirte. „Gut durchmischt”, nennt Vorholzer das.
Erstmals beim Festzug überhaupt dabei ist das Team des Feuchtwanger Repair-Cafés, und die TuS-Schwimmabteilung widmet ihren Wagen im traditionellen Teil nicht Johann Georg von Soldner, sondern dem Thema Hexenverbrennung.
Nach dem Autokorso des Automobilclubs im ADAC bildet der historische Hanomag-Bulldog, den Familie Soldner der Stadt 2020 geschenkt hat, den Abschluss des Festzugs, kündigt Vorholzer an. Mit dem Traktor sollen die Zuschauerinnen und Zuschauer verabschiedet werden.
Für die Sicherheit beim Festzug sorgen Abordnungen des Technischen Hilfswerks, der Freiwilligen Feuerwehr und des Bayerischen Roten Kreuzes sowie die Polizei. Nicolaj Vorholzer macht zudem darauf aufmerksam, dass es am Sonntag in der Hindenburgstraße gegenüber der Sparkasse wieder einen gesperrten Bereich gibt, von dem aus Menschen mit Handicap den Festzug sitzend verfolgen können.
Die Wagen für den Festzug präpariert ein routiniertes Team des städtischen Bauhofs, ohne das es laut Vorholzer nicht gehen würde. Jörg Heßler, Rainer Geymann, Christian Fincke sowie Helmut und Max Früh versehen insgesamt 23 Gefährte mit Motivkulissen. Ungefähr zwei Wochen haben sie damit zu tun. Julia Feuchter und Christian Haag sind dann für das Schmücken der vier bis fünf städtischen Wagen zuständig.
Dankbar sind die Verantwortlichen für Blumenspenden. Wer Blumen zum Schmücken der Wagen zur Verfügung stellen möchte, kann diese am Samstag, 27. September, zwischen 8 und 12 Uhr zum städtischen Bauhof an der Dinkelsbühler Straße bringen.
Auch bei der Polizeiinspektion vor Ort laufen derweil die letzten Mooswiesen-Vorbereitungen, schreibt Hauptkommissar Hans-Jürgen Döring in einer Pressemitteilung. An oberster Stelle stehe wiederum die Sicherheit auf dem Festplatz und der Schutz der Gäste.
Uniformierte und zivile Einsatzkräfte seien präsent, um Gewalttätigkeiten und andere Verstöße bereits im Vorfeld zu unterbinden. Eine effektive Ahndung solle sichergestellt werden. Ein Augenmerk liege auf dem Jugendschutz: Insbesondere werde kontrolliert, ob Schnaps oder andere hochprozentige Getränke an Minderjährige unerlaubt ausgeschenkt und die gesetzlichen Regelungen im Zusammenhang mit dem Konsum von Cannabis eingehalten werden.
Außerdem gibt die Polizei den Besucherinnen und Besuchern der Mooswiese weitere Verhaltenshinweise mit auf den Weg. So dürften Autos nur auf den ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden. Halte- und Parkverbote seien unbedingt zu beachten, Rettungswege müssten frei bleiben. Autos würden sonst auch abgeschleppt. Auch auf ihre Wertgegenstände sollten die Feiernden achten.
Döring weist zudem auf die mit der Mooswiese verbundenen Verkehrsbeschränkungen hin. Von Donnerstag bis einschließlich Dienstag, 25. bis 30. September, gesperrt ist die südliche Ringstraße, der Molkereiweg, die Sulzachbrücke sowie der Walkmühlweg im Mooswiesenbereich. Die innerörtliche Umleitung erfolgt über die Südtiroler Straße, die Flurstraße und den St. Ulrichsberg zum Kronenwirtsberg.
Am Samstag, 27. September, wird anlässlich des Umzugs der Schützengesellschaft ab zirka 15.30 Uhr der Marktplatz für 20 bis 30 Minuten gesperrt. Die gesamte Innenstadt wird dann am Sonntag, 28. September, von 12.30 bis zirka 15.30 Uhr wegen des Festzugs für den Verkehr gesperrt. Insbesondere beim An- und Abmarsch der Teilnehmenden – ab 12.30 bis 15.30 Uhr – ist laut Döring auf der Crailsheimer und der Dinkelsbühler Straße mit erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen.
Ferner werden alle Anwohner und Anlieger der Bahnhofstraße und der Straße „Am Bahnhof“ gebeten, ihre dort abgestellten Pkws am Sonntag, 9 Uhr, wegzufahren. Zur Aufstellung der Festwagen werden neben der Straße auch alle Parkflächen benötigt.