Mit Festival-Bechern finanziert Organisation aus Andorf neue Bäume | FLZ.de

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Veröffentlicht am 26.06.2024 16:55

Mit Festival-Bechern finanziert Organisation aus Andorf neue Bäume

Auf dem Skalar-Festival am Helenesee bei Frankfurt/Oder konnte das Pfand an TreePlantingProjects gespendet werden. Mit den 1523 Euro Erlös werden nun Bäume gepflanzt, wohl auch in den Landkreisen Ansbach und Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. (Foto: Johannes Zimmermann)
Auf dem Skalar-Festival am Helenesee bei Frankfurt/Oder konnte das Pfand an TreePlantingProjects gespendet werden. Mit den 1523 Euro Erlös werden nun Bäume gepflanzt, wohl auch in den Landkreisen Ansbach und Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. (Foto: Johannes Zimmermann)
Auf dem Skalar-Festival am Helenesee bei Frankfurt/Oder konnte das Pfand an TreePlantingProjects gespendet werden. Mit den 1523 Euro Erlös werden nun Bäume gepflanzt, wohl auch in den Landkreisen Ansbach und Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. (Foto: Johannes Zimmermann)

Auf ein Festival gehen und mit dem Becher-Pfand noch etwas Gutes tun? Genau das ging jüngst auf dem Skalar-Festival am Helenesee nahe Frankfurt/Oder. Für jedes gespendete Exemplar ging ein Euro an die gemeinnützige Unternehmergesellschaft „TreePlantingProjects“ aus dem Dietenhofener Ortsteil Andorf – frei nach dem Motto: „Lass mal Becher zu Bäumen machen.“

Knapp fünf Jahre gibt es TreePlantingProjects (TPP). Seitdem wurden knapp 220.000 Bäume gepflanzt, eine Fläche von über 390 Hektar betreut und somit konnten 3500 Tonnen CO2 pro Jahr gespart werden. Ein großartiger Erfolg. Aber Cornelia Strempel aus dem Team ist sich sicher: Da geht noch mehr. Der limitierende Faktor: das Budget. Und so machte sich TPP auf, neue Pfade zu erschließen, um Einnahmen zu generieren.

Wie lässt sich Geld generieren?

„Wir haben uns generell überlegt: Wie können wir das Thema in den Fokus rücken und dabei noch Geld generieren?“, sagt Strempel. So ein Festival ist da der perfekte Ort, für beides. Das Skalar, das vom 6. bis 9. Juni stattfand, war gewissermaßen das „Pilotprojekt“ für TPP.

Doch wie kommt die Andorfer Organisation ausgerechnet auf ein Festival in Brandenburg nahe der polnischen Grenze? „Ich bin im Marketing-Team beim Skalar“, erklärt Strempel. Sie stammt gebürtig aus Mecklenburg, hat dann viele Jahre in Frankfurt/Oder Kulturwissenschaften studiert. Anschließend organisierte Strempel das große Helene-Beach-Festival mit, 30.000 Besucher und namhafte Musiker strömten Jahr für Jahr an den Helenesee.

„Das Aufforsten war mir schon immer eine Herzensangelegenheit“, betont die TPPlerin. Sie gründete die Organisation „Green Soul“, ließ von den Größen der Szene im Backstage-Bereich Bilder malen, die sie über eBay für den guten Zweck verkaufte. Alles begann mit dem bekannten deutschen Rapper Cro, der mit Edding einen Tisch im Künstlerbereich verschmiert hat. „Damals habe ich mich unfassbar aufgeregt“, blickt Strempel zurück. Erst dann merkte sie, wie wertvoll das Unikat ist – Cros Original wurde zum Bürotisch, weitere Exemplare sollten folgen.

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„Ich habe dann immer Tische von bekannten Künstlern bemalen lassen und diese versteigert“, erklärt Strempel. Das Geld floss in Hilfsprojekte, beispielsweise in Nepal. Über das Internet stieß sie schließlich auf TreePlantingProjects und war sofort begeistert: „Ich wollte die Welt aufforsten und habe zu TPP gesagt: Hier bin ich.“ Seitdem ist sie Teil des Dietenhofener Projekts.

Die Organisation „Viva con Agua“ dient als Vorbild

Als Mitglied im Marketingteam vom Skalar-Festival bot es sich an, dort gleich den Modellversuch zu starten – angelehnt an die Non-Profit-Organisation „Viva con Agua“. Deren Mitglieder sammeln schon seit langer Zeit Becherpfand auf Konzerten, um damit Trinkwasserprojekte in Afrika zu finanzieren. TPP tut es ihnen gleich, die Erlöse fließen nur eben in Aufforstungsprojekte in Bayern, bald schon bundesweit.

„Wir wollten schauen: Wie läuft es?“, erklärt Cornelia Strempel. Sie warb an Universitäten und Hochschulen Helferinnen und Helfer an – und letztlich haben fünf Personen Pfand gesammelt. Außerdem standen an markanten Stellen grüne Tonnen mit der Aufschrift: „Lass mal Becher zu Bäumen machen.“ Auch dort durfte gespendet werden.

„Es waren alle sehr aufgeschlossen“, betont die TPP-Vertreterin. „99 Prozent haben sehr positiv reagiert.“ Immer das Ziel: die Welt ein bisschen grüner machen, Pflanzbudget erwirtschaften. Fünf Euro Pfand, ein Baum: So warb TPP. 1523 Euro sind es letztlich geworden – das sorgte erst einmal für Freude, „aber es hätte auch gerne etwas mehr sein dürfen“, findet Strempel. 3000 Besucher, 1523-mal Pfand: „Das bedeutet, dass im Schnitt nur jeder Zweite einen Becher gespendet hat.“

Im Winter wird wohl auch in der Region gepflanzt

Hinzu kommt: Mittlerweile sind die Preise für die neuen Bäume deutlich gestiegen, außerdem ist ein Wurzelschutz nötig, weil TPP nachhaltig handeln will. „Aber wir pflanzen natürlich die besagte Menge.“ Drei Nelderräder à 33 Bäume sollen erst einmal vom Erlös umgesetzt werden. „Flächenbesitzer aus Bayern können sich demnächst über die Homepage bewerben.“ Im Winter wird dann gepflanzt, wohl auch in den Landkreisen Ansbach und Neustadt/Aisch-Bad Windsheim.

Das Pfandsammel-Modell soll jedenfalls Schule machen: „Das Konzept steht, wir starten bald weitere Anfragen“, so Strempel. Festivalorganisatoren, Fußballstadien-Betreiber oder andere Großveranstalter: „Wer uns unterstützen möchte, darf sich gerne melden“, per E-Mail an hello@treeplantingsprojects.com. Strempel: „Wo Leute zusammenkommen, können auch viele Becher in der Tonne landen“ – je mehr, desto besser. Schließlich gilt: „Lass mal Becher zu Bäumen machen.“

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