Einen Rekordbesuch verzeichneten die Organisatoren des Sulzachstrand-Opening-Spektakels in Oberkemmathen. Eine dreistellige Zuschauerzahl verfolgte die in Erinnerung an den Neubau einer einsturzgefährdeten Holzbrücke alljährlich am ersten Märzwochenende stattfindende Eröffnung der Badesaison.
Die damalige Initiative 2014 ging von Karl Kolb, Martin Schäff und Gerd Riedel aus, die einen stabilen und öffentlich nutzbaren Steg über die Sulzach errichten wollten. Vorher galt es, die abgefaulten Holzpfosten der alten Überquerungshilfe aus dem Wasser zu entfernen. Der Traktor stand schon in Position, aber zunächst musste ein Seil am Grund des Flusses an den Holzpflöcken befestigt werden, um die Pfeiler herauszuziehen.
Während die Erwachsenen noch verschiedene Lösungsmöglichkeiten diskutierten, zogen die damaligen Jugendlichen Daniel Kolb und Manuel Byrdus Badekleidung an, tauchten in die trüben Fluten und befestigten schließlich das Zugseil an den Pfosten am Boden des Flussbetts. Nach Beseitigung der morschen Altmaterialien stand dem Neubau der Sulzachüberquerung nichts mehr im Wege. Der Weg vom „Karlsplatz“ – benannt nach dem Grundstücksbesitzer Karl Kolb – zum anderen Ufer kann seither gefahrlos beschritten werden.
Der Andrang unerschrockener Bürger beim Sulzachstrand-Opening erreichte mit 16 Personen eine bisher unerreichte Höchstmarke. Bei am Morgen gemessenen zwei Grad Wassertemperatur und ähnlich kalter Luft fröstelten die Zuschauer auf dem als Tribüne genutzten Steg fast so sehr wie die Teilnehmer. Diese trugen nicht etwa einen Neoprenanzug, sondern stiegen in Badehose und Bikini ins eisige Wasser.
Zu den „Urgesteinen“ Daniel Kolb und Manuel Byrdus gesellten sich zunächst die Oberkemmathener Nina Kolb, Jenny Barth und Robin Barth sowie Verkaufsfahrer Rainer Krenn aus Parsberg und Langfurths Bürgermeister Simon Schäffler. Mit Lorenz Lechler, Jakob Meyer, Kathrin Schaffner und Sandra Hubert wagten weitere Einheimische den Einstieg in das eiskalte Nass. Da sich das Spektakel mittlerweile herumgesprochen hatte, gab es über Verwandte und Bekannte auch externe Badegäste. Jutta Schweikert und Peter Cichon aus Dinkelsbühl, Luca-Elias Kustra aus Schillingsfürst, Sonja Weiß aus Rammingen bei Ulm sowie der zu Besuch aus Polen weilende Marek Cichocki schlossen sich – teils vor Kälte zitternd und mit Hut bekleidet – dem vom Publikum mit Applaus bedachten eisigen Vergnügen an.
Der Erlös der bereits angelaufenen und bis Ende März fortgesetzten Spendenaktion war von den Verantwortlichen für den Dinkelsbühler Tisch und den Bauwagen Oberkemmathen bestimmt worden, wie die Cheforganisatorin Nina Kolb mitteilte.
Wie am Rande des eiskalten Badespektakels zu erfahren war, haben alle Wasserratten den Start der Badesaison gut überstanden. Der durch die große Spendenbereitschaft und die zusätzlich angebotene reichliche Verpflegung erzielte Erlös werde zu gegebener Zeit an die Begünstigten übergeben, hieß es. Ein Link kann bis 31. März für Einzahlungen weiter genutzt werden.
Außerdem werden bis dahin auch bei der Familie Kolb in Oberkemmathen 11, über das Konto der Freiwilligen Feuerwehr Oberkemmathen und bei der Gemeinde Langfurth weitere Spenden entgegengenommen.