Magdalena Mitländer geht für die SPD in den Wahlkampf um den frei werdenden Posten des Bürgermeisters in der Marktgemeinde Wilhermsdorf. Einstimmig nominierte der Ortsverein die Studentin. Sie ist bislang als wissenschaftliche Mitarbeiterin für ein aktuelles SPD-Landtagsmitglied tätig: Wilhermsdorfs Ex-Bürgermeister Harry Scheuenstuhl.
Besonders erwähnenswert: Die Kandidatin wird auch am Wahltag – dem 8. März 2026 – gerade einmal 20 Jahre alt (oder besser jung) sein. Doch genau mit dieser jugendlichen Frische und ihrer mitreißenden Art hat sie offensichtlich die Ortsmitglieder der SPD überzeugt. Die geht jetzt also „einen neuen Weg mit einer jungen Bewerberin“: So fasste Nominierungsleiter Norbert Kirsch die Ausgangssituation zusammen.
In ihrer Bewerbungsrede versprach Mitländer unter anderem, im Wahlkampf keine Schlammschlacht gegen die anderen – bis jetzt ebenfalls nur weiblichen – Mitbewerbenden zu führen. Sollte sie das Ortsruder übernehmen, kündigte sie bereits an, Entscheidungen „offen zu kommunizieren und nicht hintenrum. Und die Menschen mitreden lassen vorher, und nicht erst, wenn es beschlossen ist.“
Sie gab zu, in der Politik erst Erfahrungen sammeln zu müssen. Aber nicht nur als einstige Schülersprecherin des Langenzenner Gymnasiums habe sie gelernt, „Diskussionen auf Augenhöhe zu führen, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren“. Grundsätzlich dürfe aber „niemand vergessen werden“.
Das sagte sie mit Blick auf die mehr als 1000 U18-Wilhermsdorferinnen und U18-Wilhermsdorfer sowie die ebenfalls über 1000 Menschen, die bereits über 65 Jahre alt sind. Doch wolle sie auch Alteingesessene und Zugezogene gleichermaßen berücksichtigen. Außerdem werde sie die modernen Kommunikationswege stärker nutzen, als es in der Gemeinde bislang üblich sei.
Dass sie sich bewerbe, habe sie „nicht aus dem Bauch entschieden, sondern nachdem ich überzeugt war: Ich schaffe das.” So wie sie als Faschingsprinzessin ihre Frau gestanden oder als Schauspielerin in Langenzenner Theatergruppen „lautes deutliches Sprechen gelernt“ habe.
Ihr aktueller Chef Harry Scheuenstuhl bescheinigte ihr nach der Rede „eine überzeugende Vorstellung“. Und er hoffte, sie möge die gezeigte „Begeisterung mitnehmen in den Wahlkampf“. Die Parteimitglieder hatte sie offensichtlich schon im Vorfeld der Nominierung überzeugt: Der Ortvorsitzende Herbert Kropstat machte das auch an der „fast sensationellen“ Anwesenheit der Mitglieder bei der Versammlung fest – knapp die Hälfte der örtlichen SPDler waren gekommen. Und alle stimmten für Magdalena Mitländer als Kandidatin für den Chefposten im Rathaus.
Schon jetzt wünschte ihr Harry Scheuenstuhl „so viele Amtsjahre wie ich hatte“. Dabei hat sie erst noch ihren ersten Wahlkampf vor sich und nicht schon vier bestanden, wie der langjährige Bürgermeister.