Misstöne bei der Anbahnung des Musikbahnhofs in Heilsbronn | FLZ.de

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Veröffentlicht am 04.11.2025 17:26

Misstöne bei der Anbahnung des Musikbahnhofs in Heilsbronn

So könnte der Musikbahnhof in Heilsbronn einmal aussehen. (Grafik: Büro Century 3 Europe)
So könnte der Musikbahnhof in Heilsbronn einmal aussehen. (Grafik: Büro Century 3 Europe)
So könnte der Musikbahnhof in Heilsbronn einmal aussehen. (Grafik: Büro Century 3 Europe)

Beim Umbau des Heilsbronner Bahnhofs zum Musikbahnhof nimmt die Städtebauförderung ihr Mitspracherecht bis ins Detail in Anspruch.

Zu sehr, grummeln zahlreiche Mitglieder des Stadtrats, weil sich dadurch die Baukosten erhöhten. Dennoch trug in der jüngsten Sitzung die Mehrheit des Plenums die vorgeschlagenen Änderungen mit. Denn die in Aussicht gestellten Zuschüsse will man nicht gefährden.

Architekt Oliver Luxi stellte die Änderungen vor, die sich in den Beratungen mit Regierungsvertretern ergeben haben: bodentiefe Fenster im Erdgeschoss, das für die Öffentlichkeit zu vielen Zwecken genutzt werden kann, eine freundliche Fassade zu den Bahngleisen hin und eine öffentliche Toilettenanlage, die möglicherweise auch in einem eigenen Gebäude entstehen soll. Vor allem aber wird gefordert, die stählerne Fluchttreppe an der Westfassade mit Paneelen einzuhausen.

Den Einwurf, warum die Einhausung erfolgen solle, beantwortete der Architekt mit Achselzucken: „Das frage ich mich auch.“ Es sei ausdrücklicher Wunsch der Regierung. Er sprach sich für Aluprofile aus, die eventuell farbig gestaltet sein könnten. Simon Gerstlacher (CSU) meinte, „einen optischen Gewinn“ sehe er nicht. Ihm dränge sich der Eindruck auf, das Gebäude werde „teuer gemacht“. Sonst bemühe man sich stets angesichts knapper Kassen zu sparen.

Nachdrücklich appellierte Uwe Oehler (SPD), die Änderungen anzunehmen. Schließlich zahle die Städtebauförderung auch 70 bis 80 Prozent der Umbaukosten. Wenn man jetzt nicht zustimme, bestehe die Gefahr weiterer Verzögerungen, warnte Wolfgang Prager (FW). Wegen der Förderanträge, die jetzt gestellt werden müssen, stehe man unter Druck. „Und der Fördergeber sitzt am längeren Hebel“. Auch Bürgermeister Dr. Jürgen Pfeiffer ermahnte, die Anregungen der Regierung aufzugreifen. Denn ohne Zuschüsse könnte die Stadt das Projekt nicht stemmen.

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Beim grundsätzlichen Beschluss gab es zwei Gegenstimmen. Vehementer Gegenwind kam von Robert Sturm (CSU). „Zu diesem Projekt stehe ich nicht mehr“, sagte er angesichts der nochmaligen Kostensteigerung. Einst sei der Umbau auf 1,6 Millionen Euro kalkuliert gewesen, jetzt habe sich die Summe mehr als verdoppelt. „Bis das fertig ist, sind wir bei sechs Millionen“, sagte er voraus. „Das wird mir zu teuer. Und auch Zuschüsse sind Steuermittel.“

Nach den jetzt gefassten Ratsbeschlüssen werden Stadtverwaltung und Architekturbüro das Projekt Musikbahnhof bei der Regierung offiziell beantragen. Auch für einen effizienten Wärmeschutz – allerdings ohne Lüftungsanlage – hat der Stadtrat gestimmt. Mit einem Baubeginn rechnet Architekt Luxi im Mai, den Einzug der Musikschule stellt er sich in 2027 vor.


Von ECKARD DÜRR
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