Milchpreis und hohe Standards: So prägt die EU die Arbeit der Hochreuthers | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.05.2024 12:12

Milchpreis und hohe Standards: So prägt die EU die Arbeit der Hochreuthers

Anita und Roland Hochreuther arbeiten auf ihrem Hof leidenschaftlich für Lebensmittel aus der Region. (Foto: Antonia Müller)
Anita und Roland Hochreuther arbeiten auf ihrem Hof leidenschaftlich für Lebensmittel aus der Region. (Foto: Antonia Müller)
Anita und Roland Hochreuther arbeiten auf ihrem Hof leidenschaftlich für Lebensmittel aus der Region. (Foto: Antonia Müller)

Mit der gemeinsamen Agrarpolitik stellt das EU-Parlament die Weichen auch für Landwirtinnen und Landwirte in der Region. In diesem Teil der FLZ-Serie zur Europawahl erzählt eine Familie, wo die Politik ihren Hof tangiert.

45 Cent bekommt die Familie Hochreuther aktuell pro Liter Milch von der Molkerei. Das ist zu wenig, findet Landwirt Roland Hochreuther. „Über 50 Cent dürften es schon sein.“ Denn mit dem Geld müssen sie auch das Tierfutter, den Erhalt des Stalls und der Maschinen finanzieren, erklärt Roland Hochreuther.

Wie viel Geld sie bekommen, legt aber die Molkerei fest. Die Hochreuthers erfahren den Preis erst etwa zehn Tage später. Planen lässt sich damit schlecht – langfristig schon gar nicht.

EU legt Auflagen für den Tierschutz fest

Schon ist der Familienbetrieb mittendrin, in der EU-Politik. In einer EU-Verordnung, genauer im Artikel 148, wird die gemeinsame Marktorganisation geregelt. Über die Umsetzung in Deutschland wurde in den vergangenen Monaten viel diskutiert. Unter anderem geht es dabei darum, dass die Landwirtinnen und Landwirte schon vorher wissen, wie viel Geld sie für ihre Milch bekommen.

Die EU legt außerdem zahlreiche Auflagen für Tier- und Umweltschutz fest. Düngeverordnungen schreiben penibel vor, wann wie viele Nährstoffe ausgebracht werden dürfen. Den Tieren steht immer mehr Licht und Platz zu. „Für einen Familienbetrieb mit älterem Stall ist das schon eine Herausforderung“, räumen die Hochreuthers ein. Um Schritt zu halten, renovieren sie als Nächstes das Stalldach. Ziel: Mehr Sonnenlicht für ihre Kühe.

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Die Konkurrenz auf dem Weltmarkt ist hart

Durch die zahlreichen Vorgaben haben die Lebensmittel in der EU „die höchsten Standards“, ist sich der Landwirt sicher. Darüber freuen sich auch die Hochreuthers. Das Problem: „Die Preise werden am Weltmarkt gemacht.“ Da könne Europa nicht mithalten, sagt der 53-Jährige.

Über den Hof der Hochreuthers

Anita (48) und Roland (53) Hochreuther führen den Hof in Oberdachstetten in der vierten Generation. Übernommen haben sie ihn von Anita Hochreuthers Eltern. Sie haben drei Söhne und eine Tochter. Der jüngste Sohn möchte den Hof in der Zukunft weiter betreiben.

Die Familie kümmert sich um rund 90 Milchkühe und das Jungvieh. Sie bewirtschaftet rund 65 Hektar Ackerland und 40 Hektar Grünland. Außerdem sind die Hochreuthers Teilhaber einer Biogasanlage, die rund 45 Haushalte versorgt. Ein Ferienhaus und Direktvermarktung sind weitere Standbeine.

Um nicht allein von der Tierhaltung abhängig zu sein, setze die Familie auf weitere Betriebszweige. Seit diesem Frühjahr begrüßen sie Feriengäste auf ihrem Hof. Außerdem haben sie seit 2019 ein Direktvermarktungshäuschen. Mit zwei weiteren Landwirten betreiben sie eine Biogasanlage. Doch auch hier frisst die Dokumentation viel Zeit, beklagt Roland Hochreuther. „Was wir Bauern uns ganz dringend wünschen, ist die Entbürokratisierung.“

Trotz – oder eben wegen – der Kritik steht für die beiden fest: Bei der Europawahl setzen sie ein Kreuz. „Nicht wählen geht gar nicht“, bekräftigt Anita Hochreuther die Entscheidung.


Antonia Müller
Antonia Müller
Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach
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