Bundeskanzler Friedrich Merz reist nicht zum Treffen der Staats- und Regierungschefs auf die Weltklimakonferenz in der Türkei. Aufgrund „anderweitiger Verpflichtungen“ sei es ihm nächste Woche nicht möglich, an dem Gipfel in Antalya teilzunehmen, sagte ein Regierungssprecher in Berlin. Genaue Gründe wollte er auf Nachfrage nicht nennen und sagte, dass es „immer verschiedene Interessen und verschiedene Terminlagen“ gebe.
Von Klimaschützern kam scharfe Kritik. Luisa Neubauer von Fridays for Future nannte das Fernbleiben des CDU-Chefs einen „absoluten Tabubruch“, gerade in einem Jahr mit Rekordhitze und zahlreichen anderen Klimakatastrophen in Europa. Der Kanzler lasse damit „demonstrativ“ die jungen Menschen in der eskalierenden Klimakrise im Stich. So mache die Bundesregierung auf dem internationalen diplomatischen Parkett einen „verschlafenen“ Eindruck.
Der geschäftsführende Vorstand von Greenpeace in Deutschland, Martin Kaiser, bemängelte, dass es hierzulande schon kaum eine politische Reaktion auf die mehr als 15.000 Hitzetoten in diesem Sommer gegeben habe, was „unfassbar“ sei. Angesichts der Dramatik müsse Merz persönlich auf der UN-Konferenz eine „Zeitenwende“ in der deutschen Klimapolitik ankündigen, die zurzeit nicht auf Kurs sei. Deutschlands verfehle, Stand jetzt, seine Klimaschutzziele sowohl für 2030 als auch für 2040, wie der unabhängige Expertenrat für Klimafragen bescheinigt habe. Dass er nicht anreise, sei eine „Blamage“ für Deutschland.
In Antalya beraten ab Montag zwei Wochen lang fast 200 Staaten darüber, wie die Erderhitzung eingedämmt und armen Staaten geholfen werden kann. Erwartet werden Zehntausende Diplomaten, Medienvertreter und Lobbyisten.
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