Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat in seiner Rede auf dem CSU-Parteitag kein Wort dazu gesagt, wann und wie er, die Union und die Koalition die Kandidatur für das Bundespräsidentenamt klären wollen. In seiner gut 50-minütigen Rede ging der CDU-Chef in keiner Weise darauf ein.
Lediglich zum Auftakt seiner Rede auf dem CSU-Parteitag hatte er direkt nach CSU-Chef Markus Söder auch Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner namentlich begrüßt – und dafür Jubel der Delegierten geerntet. Merz nannte Aigner, deren Partei sie gern als nächste Bundespräsidentin sähe, quasi in einem Atemzug nach Söder und vor dem Chef der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber.
Die Delegierten brachen daraufhin in Applaus und Jubel aus und erhoben sich von ihren Plätzen. Aigner, die in der ersten Reihe saß, stand ebenfalls auf und winkte mit beiden Händen in die Messehalle in München. Merz hatte Aigner, aber etwa auch Bundesforschungsministerin Dorothee Bär, bei seinem Einzug in den Saal mit Küsschen links und rechts begrüßt.
Söder hatte in seiner Parteitagsrede am Freitag erneut für Aigner als nächste Bundespräsidentin plädiert. Die Entscheidung werde zwar „woanders gefällt“, sagte Söder. Er betonte aber: „Das wäre eine tolle Sache.“
In der CSU wird Aigner seit langem als denkbare Bundespräsidentin gehandelt. Söder selbst hatte Aigner Ende April erstmals für das Amt ins Gespräch gebracht. Die Haltung der CDU-Führung zu Aigner ist unklar – kurz vor dem CSU-Parteitag machte sie aber klar, dass die Kandidatenfrage noch offen sei. „Die CDU hat den Anspruch nicht aufgegeben, einen Kandidaten oder eine Kandidatin aus ihren Reihen zu nominieren“, hieß es aus Parteikreisen. Merz hat sich bislang zu der Frage noch nicht öffentlich geäußert.
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