„Mein Hof”: In Neuses werden robuste Lamas gezüchtet | FLZ.de

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Veröffentlicht am 05.09.2024 08:34

„Mein Hof”: In Neuses werden robuste Lamas gezüchtet

Lamazüchter Wolfgang Kober mit einem Teil seiner Herde auf dem Rappenhof: Ihre Farbmuster – einfarbig, gescheckt, gepunkt oder gefleckt – und ihre Wesensarten haben es ihm angetan. (Foto: Silvia Schäfer)
Lamazüchter Wolfgang Kober mit einem Teil seiner Herde auf dem Rappenhof: Ihre Farbmuster – einfarbig, gescheckt, gepunkt oder gefleckt – und ihre Wesensarten haben es ihm angetan. (Foto: Silvia Schäfer)
Lamazüchter Wolfgang Kober mit einem Teil seiner Herde auf dem Rappenhof: Ihre Farbmuster – einfarbig, gescheckt, gepunkt oder gefleckt – und ihre Wesensarten haben es ihm angetan. (Foto: Silvia Schäfer)

Warum Lama und nicht Alpaka? Diese Frage wurde Wolfgang Kober aus Neuses bei Dürrwangen schon oft gestellt. Es ist nicht nur die stattliche Größe, sondern der Charakter und die Vorlieben, weshalb er Lamas züchtet und geführte Wanderungen mit seinen Tieren anbietet. Sie standen auch schon Spalier zu einer Hochzeit.

Kobers Motto für die Zucht lautet: „Spaß und Freude am Leben.“ Es war ein Film über Alpakas, die den Maschinenbaumeister, der als Konstrukteur bei einer Firma in Schopfloch arbeitet, dazu brachte, sich näher mit der Tierart zu beschäftigen. Sie gehört zur Familie der Kamele, hat aber keinen Höcker.

Deutlicher Größenunterschied zwischen Lama und Alpaka

Alpakas und Lamas unterscheiden sich in Größe, Kopf- und Beckenform und in der Form der Ohren. Lamas wurden ursprünglich gezüchtet, um Lasten über weite Strecken zu tragen. Bei der Zucht wird auf einen guten Körperbau und vor allem einen guten Charakter geachtet. Nicht umsonst werden Lamas als „Therapietiere“ bei Menschen mit psychischen Erkrankungen oder mit Stresssymptomen und Burnout eingesetzt. Darunter auch Jungtiere aus Neuses.

Alpakas sind als Wollelieferanten interessant wegen ihrer feinen, weichen Fasern, die zur Herstellung hochwertiger Kleidungsstücke verwendet werden. Die Wolle der Lamas ist gröber und wird insbesondere für ihre Widerstandsfähigkeit geschätzt. Alpakas sind deutlich kleiner und leichter als die robusten Lamas.

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Mein Hof

Rund 83 Prozent der Fläche in Stadt und Landkreis Ansbach sind land- und forstwirtschaftlich genutzt. Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe ist in den vergangenen Jahren weiter gesunken. Es gibt weniger, dafür größere Betriebe. Etwa 40 Betriebe bewirtschaften mehr als 200 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche.

Welche Schwierigkeiten Landwirte haben und warum der Erhalt ihrer Höfe so wichtig für unsere Gesellschaft ist, lesen Sie hier.

    Im Frühjahr 2011 kaufte Wolfgang Kober seine ersten Lamas. Drei Stuten im Alter von ein und drei Jahren. Mit den ersten praktischen Erfahrungen gingen auch ein paar Herausforderungen einher: „Ich habe viel gelernt und hatte die Herde nach einem Jahr unter Kontrolle.“ Mit einer weiteren Stute kam neues Leben in den Tierverband, der sich zusammenfinden musste.

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    Das Tierwohl hat Wolfgang Kober im Blick

    Zum Decken fuhr Wolfgang Kober die geschlechtsreifen Stuten im Anhänger zu verschiedenen Deckhengsten und wartete dann gespannt auf Nachwuchs. Die einzelnen Transporte und der Deckakt waren ein aufwendiges Prozedere und stresste die Tiere. Das änderte sich mit der natürlichen Methode durch den Zukauf eines Deckhengstes, der in einem separaten Gehege in Sichtweite der Stutenherde lebt. Zum planmäßigen Decken wird der Hengst am Halfter zu den vorgesehenen Stuten geführt. Diese entscheiden dann, ob sie bereit sind, gedeckt zu werden.

    Die Herde wuchs und zählt aktuell 17 Tiere: acht Hengste und neun Stuten. Darunter Nachwuchs, der gerade ein paar Tage beziehungsweise fünf Wochen alt ist. Die ältesten Exemplare sind dreizehn und sechzehn Jahre alt und bekommen auf dem Hof Pflege und Versorgung im Alter bis zum natürlichen Tod gewährt.

    Möglich gemacht hat den größer werdenden Tierbestand der Gehege-Eigentümer vom Rappenhof, einem weiteren Gemeindeteil des Marktes Dürrwangen, in dem er sein frei gewordenes Damwildgehege zur Verfügung stellte. Die Weidefläche ist groß genug, um viel Auslauf zu bieten. Die Tiere haben jederzeit Zugang zu Futter und Wasser. Die trockenen und zugfreien Unterstände hat Wolfgang Kober selbst gebaut.

    Schnell sicher auf den Beinen

    Der Waldstreifen auf dem Gelände bietet Rückzugsmöglichkeiten und schattige Plätze, aber auch Blätter und Knospen zusätzlich zum frischen Weidegras. Lamas sind Pflanzenfresser. Als Wiederkäuer benötigen sie gutes, strukturreiches Futter und fressen das ganze Jahr über große Mengen an Raufutter. Heu muss also tagtäglich zur Verfügung stehen.

    Zu den Personen

    Wolfgang und Karola Kober sind auf einem Bauernhof aufgewachsen. Er in Neuses, sie auf dem Goschenhof, beides Gemeindeteile von Dürrwangen (Landkreis Ansbach).

    Ihre Eltern betrieben Landwirtschaft im Nebenerwerb und haben „viel Arbeit investiert für ein bisschen Ertrag“. Die Landwirtschaft wollten beide nicht zu ihrem Beruf machen.

    Tiere zu züchten und zu pflegen, eigene Hühnerhaltung, Heu zu machen aus verschiedenen Wiesengräsern und -kräutern, Pflanzen zu ziehen und zu ernten im Garten am Haus, gehört jetzt trotzdem zu ihrem Alltag.

    Etwa ein Dutzend Fohlen sind auf dem Rappenhof schon zur Welt gekommen. Die Stute kommt bei der Geburt meist ohne Hilfe zurecht. Oft ist ihr äußerlich nicht anzusehen, dass sie trächtig ist. Kurze Zeit nach der Geburt läuft das neugeborene Fohlen bereits und säugt bei der Mutter. Einmal hatte eine Stute eine Totgeburt von Zwillingen. „Das lässt einen nicht unberührt“, sagt der Lamazüchter, der allen seinen Tieren Namen gibt.

    Ein Gefühl von Zuneigung zeigt sich, wenn ein Lama seinen langen Hals dem Menschen entgegenstreckt und mit großen Augen und den flauschigen Ohren neugierig mustert. Fühlen sich die Tiere provoziert oder werden bedroht, können sie spucken. Das meiste Spucken spielt sich allerdings in der Herde ab, wenn es darum geht, als erste zu fressen und am richtigen Platz stehen.

    Lama-Wanderungen in der Freizeit

    In seiner Freizeit bietet Wolfgang Kober geführte Wanderungen mit seinen Lamas an und gibt interessante Erläuterungen dazu, wie Mensch und Tier miteinander agieren können.

    Einzelpersonen, Paare, Familien, Kindergartengruppen und Kindergeburtstage haben die stattlichen Begleiter schon an der Leine geführt und sich auf das tierische Erlebnis eingelassen. Bei einer Hochzeit in der Nähe von Bad Mergentheim stand Wolfgang Kober mit zwei seiner ruhigsten Hengste vor der Kirche Spalier. Freunde des Brautpaares hatten sich die Überraschung für besondere Fotos ausgedacht.

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