Friedrich Weberndörfer ist Landwirt mit Leib und Seele. Der bäuerliche Familienbetrieb am Ortsrand des kleinen Dorfes Röckingen am Hesselberg ist breit aufgestellt, die nächste Generation schon involviert.
Der 50-jährige Landwirt hat vier erwachsene Kinder. Der Älteste der beiden Söhne ist gelernter Land- und Baumaschinenmechatroniker. Er arbeitet in einer Firma in Feuchtwangen und außerdem auf Minijob-Basis auf dem elterlichen Hof mit. Der jüngere Sohn absolviert momentan über den Bayerischen Bauernverband ein Agrarpraktikum auf einem Ackerbaubetrieb in Neuseeland. Für den Herbst hat sich der junge Mann an der Technikerschule für Agrarwirtschaft in Triesdorf angemeldet.
Rund 83 Prozent der Fläche in Stadt und Landkreis Ansbach sind land- und forstwirtschaftlich genutzt. Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe ist in den vergangenen Jahren weiter gesunken. Es gibt weniger, dafür größere Betriebe. Etwa 40 Betriebe bewirtschaften mehr als 200 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche.
Welche Schwierigkeiten Landwirte haben und warum der Erhalt ihrer Höfe so wichtig für unsere Gesellschaft ist, lesen Sie hier.
Beim Gang über den stattlichen Hof mit den großen Maschinenhallen und Viehställen kann Friedrich Weberndörfer einiges vorweisen. Die Bullenmast ist ein wichtiger Wirtschaftszweig im Betrieb: Fleischproduktion aus artgerechter Haltung. Bis zu 300 Mastbullen unterschiedlichen Alters werden in kleineren Gruppen gehalten.
Sie stehen und liegen auf Stroh. Ein Teil der Tiere döst, frisst oder käut wieder. Zu den natürlichen Verhaltensweisen von Jungbullen gehört, auch mal von hinten auf einen Artgenossen zu springen. Die Tiere haben Platz, Frischluft, Tageslicht und jederzeit Zugang zu frischem Trinkwasser. Zur Gelassenheit trägt auch die Art der Fütterung bei, wie der Landwirt erklärt.
Zweimal täglich bekommen die Rinder eine hofeigene Ration aus Mais- und Grünsilage, Getreide, Stroh, gemischt mit Biertreber aus einer schwäbischen Brauerei. Zusätzlich setzt der Landwirt Kraftfutter ein. Gülle und Mist aus den Rinderställen nutzt er zum Düngen seiner Felder.
Die Kälber aus der Mutterkuhhaltung mit Weidegang übernimmt Friedrich Weberndörfer ab einem Alter von etwa sechs Monaten in die Bullenmast. Zu diesem Zeitpunkt wiegt ein Jungtier, das dann Absetzer genannt wird, zwischen 240 und 260 Kilo. Die Rinder stammen überwiegend aus den neuen Bundesländern, die Charolais mit dem weißen Fell aus der Region.
Nach etwa einem Jahr bei guter Fütterung auf dem Röckinger Hof wiegt der Mastbulle um die 750 Kilo. Bezahlt bekommt der Landwirt aber nur das Schlachtgewicht des ausgeweideten Tieres. Abnehmer ist ein fleischverarbeitendes Unternehmen aus Baden-Württemberg, das den Großhandel im In- und Export mit Frischfleisch beliefert. „Die Bullenpreise haben sich gehalten oder leicht zugelegt“, sagt Friedrich Weberndörfer. Gleichzeitig sind die Produktions- und Energiekosten drastisch gestiegen.
Mit seiner Maschinenausstattung erledigt der Landwirt auch Dienstleistungen für andere Betriebe: Bodenbearbeitung von der Aussaat, Pflege der Pflanzen bis zur Ernte. Er arbeitet dabei auch mit einem Gerolfinger Lohnunternehmen zusammen. Im Auftrag des Maschinenrings räumt und streut Friedrich Weberndörfer in den Wintermonaten in aller Früh die Großparkplätze verschiedener Einkaufsmärkte, eines Möbelhauses und eines Haarkosmetikkonzerns in Wassertrüdingen, bevor die Kunden kommen.
Dazu stattet er seine beiden Schlepper mit einem Schneeschild und Salzstreuer aus. Seit 25 Jahren macht er den Winterdienst, unterstützt von einem seiner Söhne und bei Bedarf von einem Mitarbeiter. Dienstleistungen lassen sich nicht vorproduzieren. Deshalb hilft ein weiterer Beschäftigter, die Spitzenzeiten in der Landwirtschaft abzudecken.
Für den Landschaftspflegeverband führt Friedrich Weberndörfer den naturschutzgerechten Rückschnitt von Hecken und Feldgehölzen entlang von Straßen und Wegen durch. Als Ausbilder zieht der Landwirt auch junge Fachkräfte heran. Eva Messerer aus Wattenbach bei Lichtenau schätzt die Vielfalt, die ihr der Betrieb in Röckingen bietet. Die angehende Fachkraft für Agrarservice ist im dritten Lehrjahr. „Ein Bürojob wäre nichts für mich“, sagt die junge Frau.
Ihr Geschick beweist die 21-Jährige in vielseitigen Arbeitsabläufen. Sie bedient, wartet und repariert Schlepper samt Anhänger sowie selbstfahrende Arbeitsmaschinen. Die Fachkraft hat eine gute berufliche Perspektive. Nach ihrer Ausbildung bietet ihr Onkel ihr in seinem landwirtschaftlichen Lohnunternehmen einen attraktiven Arbeitsplatz.