Digitale Technologien unterstützen Landwirt Felix Löblein (32) bei der Arbeit auf dem Feld und im Hof. Sie helfen ihm, präziser und effizienter zu wirtschaften. Rentabilität und Ressourcenschonung lassen sich so gut miteinander vereinen.
Felix Löblein kann auf digitale Helfer zählen. Am PC und Smartphone hat er alles im Blick. Wetterbedingungen, Radarbilder, Satellitenkarten und Programme (Apps), die auf den Ackerbau ausgerichtet sind. Anhand der Daten und einer systematischen Auswertung kann der Landwirt gezielter auf die Bedürfnisse des Bodens und der Pflanzen eingehen.
Nutzpflanzenarten, Fruchtfolge, Ablauf der Vegetationsperiode, Saatgutmenge, Dünge- und Pflanzenschutzmittel lassen sich besser aufeinander abstimmen. Dies spare bei der praktischen Umsetzung nicht nur Kosten und Energie, erläutert Felix Löblein. Bedarfsgerechter Ackerbau habe auch einen positiven Effekt für den Umweltschutz durch eine schonende Ressourcennutzung.
Rund 83 Prozent der Fläche in Stadt und Landkreis Ansbach sind land- und forstwirtschaftlich genutzt. Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe ist in den vergangenen Jahren weiter gesunken. Es gibt weniger, dafür größere Betriebe. Etwa 40 Betriebe bewirtschaften mehr als 200 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche.
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Dreizehn verschiedene Ackerkulturen baut Felix Löblein aktuell an: Getreide, Zuckerrüben, Bohnenarten, Luzerne, Kichererbsen. „Ich experimentiere gern und probiere immer wieder Neues aus“, sagt er. Zwei Prozent seiner Flächenanteile wertet der Insinger Landwirt mit Blühstreifen auf. Er ist auch Imker und vermarktet seinen eigenen Honig an der Haustür. Der große Bauerngarten auf dem stattlichen Hof mit Bäumen und Blumen bietet Bienen und Insekten eine reiche Nahrungsquelle.
Als junger Familienvater einer vier Monate alten Tochter sieht er sein landwirtschaftliches Unternehmen auch in der Verantwortung für die nächsten Generationen. „Ich will meinen Enkeln sagen können, ich habe mit der Natur gearbeitet und meine Böden verbessert“, sagt der 32-Jährige. Landwirtschaftliche Maßnahmen, die den Humus erhalten und fördern als Grundlage für eine nachhaltig ertragreiche Landwirtschaft sind ausgewogene Fruchtfolgen und eine ausreichende Versorgung des Bodens durch Einarbeitung von Pflanzenresten oder organischen Düngern. Als Ergänzung dazu hat Felix Löblein eine Kompostteemaschine gebaut. Komposttee enthält nützliche Mikroorganismen und wachstumsfördernde Stoffe, die er in der Landwirtschaft einsetzt.
Der moderne Fuhr- und Maschinenpark mit Lenkhilfen, Spurhilfen und weiterem situationsgerechtem Werkzeug vereinfacht seinen Arbeitsalltag. Mit hoher Präzision unterstützen die Maschinen den Landwirt dabei, die richtige Maßnahme am richtigen Ort und im richtigen Moment in seinen Kulturen und Bodenarealen umzusetzen.
Felix Löblein bewirtschaftet auch ein Experimentierfeld. Der Insinger Familienbetrieb wurde für das „Diabek-Projekt“ des Biomasse-Instituts der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ausgewählt. In der praktischen Anwendung geht es um die optimale Zusammenarbeit von Landmaschinen durch digitalen Datenaustausch in der Pflanzenproduktion.
Auf einer vorgegebenen Ackerfläche bringt Felix Löblein Mais mit unterschiedlicher Saatstärke aus. Damit die Sämaschine weiß, wann sie in eine Zone mit veränderter Saatstärke fährt, muss der Traktor einen GPS-Empfänger haben. Die Sämaschine hält sich strikt an die Vorgaben, die ihr die Aussaatkarte bereitstellt. Grundlage dafür sind unterschiedliche Informationen.
Mit diesen Daten wird die Sämaschine befüllt zur koordinatengesteuerten Aussaat bei schwankenden Bodenverhältnissen. Ziel sind gesündere und gleichmäßigere Maisbestände. Applikationskarten und moderne Technik ermöglichen angepasste Kornabstände. Satellitendaten zeigen Ertragspotenziale der Flächen auf.
Moderne Technik hat ihren Preis. Die Geräte müssen besonders geschützt werden vor Störungen, aber auch vor Diebstahl. Das weiträumige Hofgelände ist deshalb videoüberwacht. Agrartechnik ist begehrt. Gleich mehrfach berichtete die Polizei in den vergangenen Tagen von gestohlenen GPS-Systemen.
Felix Löblein hat in Triesdorf Landwirtschaft studiert und mit dem akademischen Grad des Bachelor of Science abgeschlossen. Es macht ihm Freude, den landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern weiterzuentwickeln. Im Familienverbund stützt und trägt man sich gegenseitig. Die vier Generationen wohnen in einem hellen, offenen Zuhause und haben viel Platz auf dem Hof mit seinen lauschigen Ecken.
Der Landwirt erzielt ein Zusatzeinkommen als Lohnunternehmer mit Dienstleistungen, die er für Kollegen erbringt, und durch die Beteiligung an einer Nahwärmenetz-Biogasanlage. Weitere Investitionen in Erneuerbare Energien sind geplant.
Als jüngstes Mitglied im Gemeinderat Insingen beackert der 32-Jährige auch das weite Feld der Kommunalpolitik, neben seinem Engagement im Kirchenvorstand, bei der Feuerwehr und beim Technischen Hilfswerk.