Auf Fünf-Sterne-Niveau können Feriengäste Urlaub auf dem Bauernhof machen. Der Ferienhof GutMichel, ein ehemaliger Aussiedlerhof in Alleinlage, mit viel Wohnraum und großem Grundstück im Feuchtwanger Gemeindeteil Glashofen, entfaltet seine Potenziale auch für Menschen mit Assistenzbedarf.
Martin und Anja Schneider (beide 40) haben unternehmerischen Mut zum Einstieg in den neuen Betriebszweig bewiesen und auch keine Investitionskosten gescheut. Vor etwa sechs Jahren haben sie mit der Neuausrichtung der Hofstelle begonnen, die früher von den Großeltern und dann von den Eltern von Martin Schneider bewirtschaftet wurde. Vieh- und Melkstall wurden umgemodelt. In der ehemaligen Scheune, in der einst Stroh lagerte, sind drei stilvoll eingerichtete großzügige Ferienwohnungen entstanden. Dahinter – mit Abstand – bieten zwei frei stehende Ferienhäuser viel Platz und Komfort für Familien oder Freunde. Insgesamt sind das 25 Betten.
Alle Unterkünfte zeigen Richtung Wald und Wiesen. Die Gäste leben mitten in der Natur: mit Swimmingpool, Liegewiesen, Entspannen am Teich, Grillmöglichkeiten und Sonnenuntergängen am Holzhaus. Für Kinder gibt es einen eigenen Spielplatz und eine Spielscheune. Hühner, Kaninchen, Ziegen und Ponys auf dem Hof dürfen mit frischem Futter von der Wiese versorgt werden.
Jedes Ferienhaus hat eine eigene Sauna sowie einen Whirlpool und einen Kaminofen für mollige Wärme an kühlen Tagen. Den Gästen steht auch eine Wasser-Massage-Liege, Infrarotkabine, ein Fitnessraum und ein Kinosaal zur Verfügung. Die Eheleute Schneider mit ihren beiden Töchtern, 12 und 13 Jahre alt, leben in einem separaten Haus auf dem Grundstück. So haben Gastgeber und Gäste ihre Privatsphäre.
Der Ferienhof hat sich auch für den Bereich Soziale Landwirtschaft geöffnet. Er bietet seine Kooperation mit der örtlichen Tagespflegeeinrichtung der Diakonie in Glashofen an. Auch Feriengäste mit Assistenzbedarf können Unterstützung bekommen.
Rund 83 Prozent der Fläche in Stadt und Landkreis Ansbach sind land- und forstwirtschaftlich genutzt. Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe ist in den vergangenen Jahren weiter gesunken. Es gibt weniger, dafür größere Betriebe. Etwa 40 Betriebe bewirtschaften mehr als 200 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche.
Welche Schwierigkeiten Landwirte haben und warum der Erhalt ihrer Höfe so wichtig für unsere Gesellschaft ist, lesen Sie hier.
Aus ganz Deutschland kommen die Gäste auf den Ferienhof zum Ausspannen, aber auch aus dem Ausland. Gäste beispielsweise aus Vietnam und Singapur legten auf ihrer Bayerntour einen Zwischenstopp in der reizvollen Umgebung ein.
Eine niederländische Familie traf sich dort mit der Verwandtschaft zum großen Fest. Die Gäste buchen über Online-Portale oder inzwischen auch direkt. Manchmal mieten Großfamilien den ganzen Hof. „Wir haben eine hohe Quote von Gästen, die wiederkommen, die zum Teil schon das dritte Mal da sind“, sagt Anja Schneider. Ihr feines Händchen für Farben und Formen bei der Gestaltung sorgt innen und außen für eine einladende Atmosphäre.
Martin Schneider ist Beamter und Landwirt in einer Person. Er hat an der Hochschule Triesdorf studiert und arbeitet bei der Bayerischen Landwirtschaftsverwaltung für die Regierung von Mittelfranken. Neben der Teilzeitstelle bewirtschaftet er den von den Eltern geerbten GutMichelhof mit seinen 50 Hektar Acker- und Grünland. Er baut Mais, Wintergerste und Triticale (eine Mischung aus Weizen und Roggen) an. Seine Frau Anja stammt aus Schwäbisch Hall (Baden-Württemberg), hat Betriebswirtschaft studiert und ist von ihrem Job in die Vollzeit-Selbstständigkeit gewechselt.
Ein effizientes Energiemanagement senkt den Energieverbrauch und spart Kosten. Das Holz für die Hackschnitzelheizung kommt aus dem eigenen Wald. Der von der Photovoltaikanlage erzeugte Strom wird auf dem Ferienhof verbraucht. Als nächstes soll ein Batteriespeicher angeschafft werden. Elektroautos können aber bereits jetzt mit Solarstrom geladen werden.
„Es macht Spaß, auf dem Bulldog zu sitzen und in der Natur zu sein als Ausgleich zur Büroarbeit“, erzählt Martin Schneider. Die positive Resonanz der Feriengäste auf das Wohlfühlangebot zwischen Wald und Wiesen ist eine schöne Bestätigung für das Unternehmerpaar: Ihr Konzept ist aufgegangen.