Landwirt Tobias Niklas in Frickendorf bei Dietenhofen ist mit seiner Schweinehaltung ein wichtiger Fleischlieferant in der Region. Zur Kundschaft gehören eine Metzgerei in Unternbibert mit mehreren Filialen und eine Wurst- und Fleischfabrik in Hof, die den zweitgrößten Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland beliefert.
Die Herstellung von Raps-, Mohn- und Leinöl von Saaten aus eigenem Anbau befindet sich noch im Aufbau. Die ersten Versuchsmengen fanden ihre Abnehmer in Bäckereien und Gastronomie.
Zum stattlichen Hof gehört ein großes Wohnhaus mit Nebengebäuden. Blumen und Grünfläche verschönern den Eingang. Die Wiese vor dem Haus ziert eine Biene, die der Bruder von Tobias Niklas aus Altmetall geschweißt hat. Sie symbolisiert die Imkerei von Senior Willibald Niklas und die Honigproduktion. Der 79-Jährige war früher in der Landwirtschaftsverwaltung und als Nebenerwerbslandwirt tätig.
Rund 83 Prozent der Fläche in Stadt und Landkreis Ansbach sind land- und forstwirtschaftlich genutzt. Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe ist in den vergangenen Jahren weiter gesunken. Es gibt weniger, dafür größere Betriebe. Etwa 40 Betriebe bewirtschaften mehr als 200 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche.
Welche Schwierigkeiten Landwirte haben und warum der Erhalt ihrer Höfe so wichtig für unsere Gesellschaft ist, lesen Sie hier.
Der Betrieb hat sich in der Zwischenzeit weiterentwickelt. Mit Peter Niklas (24) ist bereits die nächste gut ausgebildete Landwirtsgeneration eingebunden. Seit zwei Jahren arbeitet der älteste Sohn mit seinem Vater zusammen. In der Landwirtschaft sieht der junge Mann gute berufliche Perspektiven. Das sehen auch seine beiden jüngeren Brüder so. Lukas (18) steht vor dem Ausbildungsabschluss zum Land- und Baumaschinenmechatroniker. Der 15-jährige Simon beendet heuer die Schule und will Landwirt werden. „Es erfüllt mich mit Stolz“, sagt der Vater, „wenn die Jugend mitzieht.“
Die Schweinemast ist der wichtigste Betriebszweig auf dem Hof. Vor 22 Jahren ist Tobias Niklas selbst in die Tierhaltung eingestiegen, die inzwischen stark spezialisiert ist. Zucht, Ferkelerzeugung und Mast stellen unterschiedliche Anforderungen, die spezielle Kenntnisse erfordern. Nicht selten sind es hygienische Zwänge oder umweltrechtliche Gründe, die für eine räumliche Trennung sprechen.
Der Frickendorfer Betrieb konzentriert sich auf die Mastschweinehaltung. Etwa fünfzehn Wochen alt und 30 Kilo schwer sind die Ferkel bei der Ankunft im Aussiedlerstall. Der Tierbestand ist unterteilt in Gruppen und lebt in Buchten mit Spaltboden. Das ist praktisch für den Betriebsablauf.
Durch die Spalten wird Kot und Harn von den Schweinen beim Bewegen durchgetreten und fällt in den Güllekeller. So wird der Stall sauber gehalten. Ein Automat mit intelligenter Steuerung versorgt die Tiere mit Futter und Wasser.
Für ein tiergerechteres Leben haben die Schweine mehr Platz und Tageslicht. Die gesetzlichen Standards regelt die Schweinehaltungsverordnung. Vater und Sohn machen einen ordentlichen Job im Rahmen des Systems. In der ökologischen Tierhaltung haben Schweine Zugang zu einem Auslauf.
Die Schweine haben nach vier Monaten im Maststall ein Gewicht von etwa 125 Kilogramm erreicht. Anschließend treten sie ihre letzte Reise in den Schlachthof an. Die langen Geschäftsbeziehungen und Vertragsbindungen mit dem Ferkelzüchter und dem Schweineabnehmer haben den Frickendorfer Betrieb während der Corona-Pandemie geholfen.
Aus Infektionsschutzgründen wurden weniger Schweine geschlachtet und mehrere große Betriebe zeitweise geschlossen. Das führte zu einem Stau an Schlachtschweinen in der Landwirtschaft. „Wir waren davon nicht betroffen“, sagt Tobias Niklas. Der Marktpartner habe auch in dieser Zeit einen Mindestpreis bezahlt, der über den allgemeinen Notierungen lag.
Ein weiteres Standbein des Betriebes ist der Pflanzenbau (Getreide, Mais, Raps), aber auch Nischenkulturen. Vater und Sohn haben das Sortiment ausgeweitet und bauen auf den Feldern Mohn, Sonnenblumen, Lein und Kümmel an. Schon jetzt pressen sie einen Teil der Ernte in der eigenen Ölmühle zu hochwertigen Speiseölen, die sie momentan noch in kleinen Mengen an Bäckereien und Gastronomie vermarkten.
Auch ein Fleisch- und Wurstfabrikant ist an den Pflanzenölen interessiert als Zugabe für Gerichte und Soßen. „Die Rückmeldungen der Kunden sind positiv und ein Ansporn“, freut sich Tobias Niklas, „aber wir stehen erst am Anfang und müssen noch dazulernen.“
Bereits seit 2008 ist der Landwirt Teil einer Kooperation. Sieben Berufskollegen aus der Umgebung haben eine vertragliche Zusammenarbeit vereinbart: mit klarer Arbeitsteilung, gemeinsamer Nutzung von Maschinen und effizienter Produktion. Die Anschaffung und Instandhaltung von Hightech-Landwirtschaftsmaschinen sind heutzutage so teuer, dass sie für einen einzigen Bauern nicht wirtschaftlich tragfähig wären.
Für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf den Äckern steht nur ein enges Zeitfenster zur Verfügung, erläutert der Landwirt. Um die Substanzen auf das notwendige Maß zu begrenzen und Abdrift zu vermeiden, führt er die Arbeiten bei möglichst wenig Wind durch. Günstige Wetterbedingungen können manchmal in aller Herrgottsfrüh oder auch in den späten Abendstunden sein. Fest geregelte Arbeitszeiten gibt es in der Landwirtschaft nicht.