„Mein Hof“: Andreas Schurz und das Leben mit Tieren | FLZ.de

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Veröffentlicht am 21.08.2023 19:49

„Mein Hof“: Andreas Schurz und das Leben mit Tieren

Kann sich ein Leben ohne seine Schafe und die Arbeit im Freien nicht vorstellen: Schäfer Andreas Schurz. (Foto: Daniela Ramsauer)
Kann sich ein Leben ohne seine Schafe und die Arbeit im Freien nicht vorstellen: Schäfer Andreas Schurz. (Foto: Daniela Ramsauer)
Kann sich ein Leben ohne seine Schafe und die Arbeit im Freien nicht vorstellen: Schäfer Andreas Schurz. (Foto: Daniela Ramsauer)

Ein Leben ohne Tiere gibt es für Andreas Schurz nicht. Der 42-Jährige betreibt als Landwirt im Nebenerwerb eine Schäferei in Neureuth, einem Gemeindeteil von Schillingsfürst. Großen Gewinn bringt ihm seine Arbeit mit und auf dem Hof nicht ein. Aber das ist auch gar nicht das Ziel...

Der Hof war schon immer da. Die Großeltern haben da gearbeitet. Es war ein kleiner Hof, zehn Hektar Ackerland haben sie bewirtschaftet. Danach hat ihn der Vater von Andreas Schurz übernommen. „Er hat den Betrieb auf Nebenerwerb umgestellt, aber so richtig trennen wollte er sich nie“, erinnert sich Andreas Schurz zurück.

Als Kind ist er in die Sache einfach reingewachsen. Mit dem Vater war er im Wald und in der Natur unterwegs. „Das hat mir schon immer wahnsinnig viel Freude bereitet“, erzählt der Schäfer mit leuchtenden Augen. Auch heute noch kann er sich ein Leben ohne Tiere und Hof nicht vorstellen.

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Mein Hof

Rund 83 Prozent der Fläche in Stadt und Landkreis Ansbach sind land- und forstwirtschaftlich genutzt. Die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe ist in den vergangenen Jahren weiter gesunken. Es gibt weniger, dafür größere Betriebe. Etwa 40 Betriebe bewirtschaften mehr als 200 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche.

    Welche Schwierigkeiten Landwirte haben und warum der Erhalt ihrer Höfe so wichtig für unsere Gesellschaft ist, lesen Sie hier.

    Wie sein Vater führt er die Geschäfte im Nebenerwerb. Hauptberuflich arbeitet er als Elektriker bei einem großen Verpackungsmittelhersteller in der Umgebung. „Ich habe das Glück, dass ich gute Kollegen habe und flexibel arbeiten kann“, sagt Andreas Schurz dankbar.

    Von 7 Uhr morgens bis 13 Uhr am Mittag arbeitet er im Betrieb. In dieser Zeit ist der Hof unter Obhut des Vaters. Der hat zwar offiziell an seinen Sohn übergeben, will sich aber genau wie dieser kein Leben ohne den Hof vorstellen.

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    Auch der Vater hilft mit

    Der Senior füttert in der Früh die Tiere und fährt die Weiden ab, um zu sehen, ob alle gesund sind. Nachmittags tauscht der Sohn die Elektrikermontur ein gegen den Schäferhut und stößt dazu. „Für ein Hobby ist diese Arbeit zu viel, um etwas zu verdienen zu wenig. Aber es trägt sich immerhin selbst“, sagt der Schäfer. Sowieso macht er das nicht wegen des Geldes, sondern weil er es liebt.

    Als er den Hof in den Jahren 2006 und 2007 übernommen hat, hat er alles auf biologische Landwirtschaft umgestellt. Zusätzlich hat er an der landwirtschaftlichen Schule in Triesdorf eine Gesellenprüfung zum Tierwirt im Bereich Schäfer abgelegt. Die Mastschweine wurden abgeschafft, für den Eigenbedarf hält sich der Nebenerwerbslandwirt jetzt noch zwei Schweine. Außerdem gibt es ein paar Ziegen, Hühner und an die 20 Bienenvölker.

    Schafe, Schweine und mehr

    Das ist der Hof

    Andreas Schurz hat den Hof in Neureuth bei Schillingsfürst in den Jahren 2006/2007 übernommen. Er bewirtschaftet 10 Hektar Ackerland, 35 Hektar Grünland, das er mit seinen Schafen und Ziegen beweidet. Zusätzlich besitzt er sechs Hektar Wald. Auch eine Ausbildung zum Imker hat der Landwirt gemacht. Den Honig, den die Bienenvölker, die im Garten stehen, liefern, verkauft er privat.

      Der Schwerpunkt des Hofes ist inzwischen die Schafzucht zur Fleischgewinnung. Auf den Weiden rund um den Hof mit Scheune in Neureuth leben an die 200 Mutterschafe mit ihren Lämmern. Das Fleisch der Tiere verkauft er an regionale Metzger und Privatleute. Getrocknete und zu kleinen Pellets gepresste Schafwolle verkauft der Nebenerwerbsschäfer an Hobbygärtner.

      Das Futter für seine Tiere baut er selbst an. Bis in den Winter hinein sind die Tiere bei Schillingsfürst und Leutershausen draußen auf den Weiden und betreiben so Landschaftspflege. „Durch die Beweidung mit meinen Schafen wird die Artenvielfalt erhalten“, erklärt Scholz.

      Insektenfreundlich mähen

      Das Insektensterben und die Tatsache, dass an den Feldrändern immer weniger blüht, bereiten ihm Sorge. Dass es auch anders geht, zeigt er gemeinsam mit zwei Bekannten, mit denen er sich zur Landschaftspflege zusammengetan hat.

      Mit speziellen Messerbalken, die die Pflanzen unten am Halm abschneiden, mähen sie Grünstreifen für Kommunen. „Das Messer schneidet unten ab, die Pflanzen fallen um. Die Insekten, die oben an der Blüte sind, können wegfliegen“, erklärt Schurz das einfache und gleichzeitig lebensentscheidende Prinzip. Mit Mitte des Sommers hat das Landschaftspflege-Team die Spitzenzeiten der Mäharbeit hinter sich gelassen.

      Zeit für die Bürokratie im Tagesablauf

      Andreas Schurz hat wieder mehr Zeit, die Weiden abzufahren, seinen Tieren Wasser zu bringen und die Klauen zu kontrollieren. „Es ist viel zu tun, damit alle ordentlich versorgt sind“, meint er. Auch die Bürokratie nimmt im Tagesablauf wahnsinnig viel Zeit ein, sagt er.

      Der Biolandwirt muss alle Tierdaten für das Veterinäramt ordnungsgemäß und fristgerecht erfassen. „Jedes Mal denke ich, ich habe etwas vergessen“, sagt er. Ist zum Glück noch nicht passiert.

      Und trotz all des Stresses: Die nächste Generation auf dem Hof steht schon bereit. Beide Kinder von Andreas Schurz, die jetzt im jugendlichen Alter sind, können sich vorstellen, den Hof zu übernehmen. Natürlich arbeiten sie auch schon mit.

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