Radfahren ist in. Immer mehr Touristen machen auf ihren Touren in der Stadt Halt, aber auch die Bevölkerung tritt mehr und mehr in die Pedale. Dieser Entwicklung will die Verwaltung nun Rechnung tragen: In der Innenstadt werden deshalb zwei neue Radabstellanlagen eingerichtet.
Bereits in dem 2009 erstellten Radverkehrskonzept war der Bau von Abstellanlagen vorgesehen, nach einer Bürgerbefragung sechs Jahre später wurden rund 100 Stellplätze für Fahrräder geschaffen. „Aktuell gibt es im Innenstadtgebiet an 18 Standorten Radabstellanlagen mit insgesamt 157 Stellplätzen“, informierte Stadtplanerin Andrea Heinlein im Bauausschuss.
Da der Bedarf seit Jahren konstant steigt, wurde die Belegung der bislang vorhandenen Stellplätze im Juli 2024 über einen Zeitraum von drei Wochen überprüft. Die Analyse ergab, dass die Anlagen an der Riviera, am Montgelas- und Gumbertusplatz, in der Neustadt sowie am Martin-Luther-Platz 8 konstant hohe Zahlen mit einer Belegung von über 80 Prozent aufweisen.
Auch die „Wildparker“, die ihre Räder an Hauswänden, Schildern oder Regenrohren abstellten, nahm die Verwaltung bei ihrer Zählung in den Fokus. „Besonders viele Räder“ wurden dabei in der Uzstraße vor den Hausnummern 2 und 37 sowie in der Platenstraße 28 erfasst. Da bestünde also Bedarf – doch nicht überall kann eine Abstellanlage installiert werden, wie Andrea Heinlein erklärte.
„Aus brandschutztechnischen Gründen nicht möglich“ musste die Stadtplanerin über zahlreiche Punkte der historischen Altstadt sagen. „Ein Totschlagargument“ nannte sie die Belange der Feuerwehr, wenn Gassen durch den Bau solcher Abstellanlagen zu schmal werden würden, um zum potenziellen Brandherd zu gelangen. Aber auch bereits bestehende Versorgungsleitungen für Abwasser und Strom ließen so manchen Standort in der Innenstadt durchs Raster fallen.
Auch die Idee, am Martin-Luther-Platz 1, also unmittelbar vor dem Rathaus, eine zusätzliche Parkfläche für Radler zu schaffen, lässt sich nicht realisieren. Dort käme es durch den zweimal pro Woche stattfindenden Markt zu Einschränkungen für die Händler.
Auch die zunächst ins Spiel gebrachten Flächen rund um das Stadthaus kamen letztlich nicht in Betracht. An der Ostseite ist der Durchgang ohnehin schmal, zudem befindet sich dort der Fluchtausstieg für den Sitzungssaal des Stadthauses. Der von Heinlein vorgeschlagene südliche Bereich fand im Bauausschuss ebenfalls keine Mehrheit bei den verschiedenen Fraktionen, weil dort immer wieder Informationsstände platziert werden und das Areal zudem bei verschiedenen Festen regelmäßig genutzt wird.
Da Heinlein die Möglichkeit von abnehmbaren Park-Bügeln zur Sprache gebracht hatte, wollte Grünen-Stadtrat Oliver Rühl doch in der Sicherheitsfrage nachhaken. „Andere Städte haben da Lehrgeld bezahlt“, sagte Rühl im Hinblick auf von Dieben leicht demontierbaren Bügel. „Das ist ein wichtiger Aspekt.“
Bedenken anderer Art äußerte FW-Stadträtin Elke Homm-Vogel, die sich gegen eine Platzierung vor Schaufenstern von Geschäften aussprach und zudem darauf hinwies, dass es sich dabei auch um „Stolperfallen für ältere Mitbürger“ handle.
Beschlossen wurden dann zwei Anlagen: In der Uzstraße 37 und seitlich an der Gumbertuskirche sollen zwei Abstellanlagen mit abnehmbaren Bügeln gebaut werden.