Mehr Menschen, mehr Müll: Kompostplatz in Dettendorf wird erweitert | FLZ.de

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Veröffentlicht am 14.06.2024 15:20

Mehr Menschen, mehr Müll: Kompostplatz in Dettendorf wird erweitert

Die gesammelten Papiermengen gingen im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim zurück. Das entspricht einem deutschlandweitem Trend. (Foto: Anita Dlugoß)
Die gesammelten Papiermengen gingen im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim zurück. Das entspricht einem deutschlandweitem Trend. (Foto: Anita Dlugoß)
Die gesammelten Papiermengen gingen im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim zurück. Das entspricht einem deutschlandweitem Trend. (Foto: Anita Dlugoß)

Tonnenweise Abfall wurden im Jahr 2023 im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim gesammelt. Darunter fallen Restmüll, Wertstoffe, Elektroaltgeräte, die Dualen Systeme (LVP und Behälterglas), Altpapier und Grüngut. Die Mengen im Einzelnen stellte Sarah Kuhlmann von der Abfallberatung im Landratsamt dem Ausschuss für Kreislauf- und Abfallwirtschaft vor.

10.789 Tonnen – im Folgenden ist immer das Gewicht gemeint – Restmüll fielen demnach im vergangenen Jahr an (2022: 10.548 Tonnen). „Davon haben wir neun Tonnen Metall herausgezogen“, erklärte Kuhlmann dazu. Mit der Zahl liege der Landkreis etwa im Fünf-Jahres-Trend. Auf über 10.000 war das Restmüllaufkommen erstmals im Jahr 2018 gestiegen.

Biotonne steht an zweiter Stelle

Von den gesamten Wertstoffen machte das Grüngut mit (alles im Folgenden gerundet) 20.000 Tonnen den größten Teil aus. Das entspreche 190 Kilogramm pro Kopf und Jahr auf die 103.537 Einwohner im Landkreis gerechnet (Stand 30. Juni 2023).

An zweiter Stelle steht Biomüll. Aus der Biotonne wog man 8,16 Tonne, seitens des Gewerbes waren es 49,41 Tonnen.

Die drittgrößte Fraktion war Papier. Seit 2020 nimmt die Menge an Altpapier allerdings ab. Waren es damals noch 8695 Tonnen, so waren es voriges Jahr noch 7245. Die Abnahme, so Kuhlmann, entspricht einem bundesweiten Trend. Pro Einwohner ausgedrückt waren es 70 Kilogramm Papier, Pappe und Kartonagen im Jahr 2023, die über die Papiertonne entsorgt wurden.

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Mehr Altholz als Kunststoffe

An Altholz waren es 3600 Tonnen – mehr als an Kunststoffen, wo die Statistik rund 3000 Tonnen ausweist. Dabei sind Leichtverpackungen und Kunststoffe zusammengerechnet.

An Behälterglas sammelte man 2700 Tonnen an 196 Standorten im Landkreis. 626 Megagramm weist die Statistik für Metall aus.

Auch Flachglas (207 Tonnen), Altreifen (141 Tonnen) und Autobatterien (15,44 Tonnen) sowie Altfett (7.50 Tonnen) sind in die Statistik aufgenommen. Eine interessante Gruppe sind die Elektroaltgeräte (944 Tonnen). Sie werden aufgeteilt in Großgeräte und Kleingeräte, Bildschirme, Wärmeüberträger, Lampen und Photovoltaikmodule. Pro Kopf entspricht die Sammlung von Elektroaltgeräten etwa neun Kilo pro Jahr.

Leichtverpackungen gehen zurück

Die Leichtverpackungen fielen von 27,32 auf 26,5 Megagramm pro Jahr und Einwohner von 2022 auf 2023. Dagegen stieg das Gewicht bei Behälterglas von 25,96 auf 26,05 Tonnen. Die beiden letztgenannten Fraktionen fallen noch unter das Duale System Deutschland. Doch das wird bald Geschichte sein, denn die jahrzehntelange Zusammenarbeit des Landkreises mit der „Dualen System Deutschland GmbH“ endet zum 31. Dezember 2025. An deren Stelle tritt ab 1. Januar 2026 die Interzero Recycling Alliance (vormaliger Name: Interseroh + GmbH) mit Sitz in Köln. Für die Altglasentsorgung ist bereits seit 1. Januar 2023 nicht mehr die DSD, sondern die Zentek GmbH zuständig.

Auch Problemabfälle entsorgt der Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. Dabei entfällt etwa ein Kilogramm auf einen Einwohner bei einer Gesamtmenge von 103,64 Tonnen. Dies wird im Wesentlichen unter den Begriffen Öl und Batterien zusammen gefasst. Den Sperrmüll teilte die Abfallwirtschaft nach Zahlen auf. 6850 Abrufe gab es und 999 Direktanlieferungen.

Restmüll wird nach Würzburg transportiert

Harald Trabert (FWG) fragte nach, ob das Sammeln Sinn mache oder ob eine Vermeidung nicht besser wäre. Denn bayernweit liege man bei mancher Abfallmenge meistens über dem Durchschnitt. Dies bestätigte Kuhlmann, die ebenfalls die Wichtigkeit der Vermeidung und der richtigen Trennung vor Augen führte. Vor allem Restmüll sollte vermieden werden. Denn je weniger Restmüll entsteht, desto weniger müsse man in die Müllverbrennungsanlage nach Würzburg fahren.

Anni Benedikt (AfD) meinte, dass die Abfallvermeidung auf dem Land sehr schwierig sei. Ein Lebensmittelgeschäft nach dem anderen mache zu. Es bliebe nichts anderes übrig, als in den Supermarkt zu fahren, wo man alles eingepackt kaufen müsse. Auf diese Weise verbrauche man auch mehr Benzin.

Jährliche Grenze bald überschritten?

Bernhard Schurz (SPD) gab zu bedenken: „Wir werden immer mehr Menschen.“ Deshalb gebe es auch immer mehr Müll. Landrat Helmut Weiß entgegnete, dass es einerseits sehr gut sei, wenn die Bevölkerungszahl wachse. Die Folgen aber müsse man halt ebenfalls tragen.

Diese Mengen erfordern konkrete Maßnahmen. So wird der Kompostplatz auf dem Areal in Dettendorf erweitert. Laut Florian Heiselbetz, zuständig bei der Abfallwirtschaft, könnte die jährliche Genehmigungsgrenze von 10.000 Megagramm 2026 überschritten werden. Durch die neue Kompostierfläche soll insbesondere die Trennung der Produktgruppen Biogut und Grüngut-Chargen sichergestellt werden, wie er sagte.

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