Zugunglück in Spanien: Zahl der Toten steigt auf 69 | FLZ.de

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 29.10.2026 01:11, aktualisiert am 29.10.2026 11:47

Zugunglück in Spanien: Zahl der Toten steigt auf 69

Viele Verletzte befinden sich noch in kritischem Zustand. (Foto: Manu Fernandez/AP/dpa)
Viele Verletzte befinden sich noch in kritischem Zustand. (Foto: Manu Fernandez/AP/dpa)
Viele Verletzte befinden sich noch in kritischem Zustand. (Foto: Manu Fernandez/AP/dpa)

Nach dem schweren Zugunglück in Spanien ist die Zahl der Todesopfer auf 69 gestiegen. An der Unglücksstelle in Urda in der Provinz Toledo rund 130 Kilometer südlich von Madrid sei in der Nacht eine weitere Leiche gefunden worden, teilte der Präsident der Region Kastilien-La Mancha, Emiliano García-Page, vor Journalisten mit. Er äußerte die Hoffnung, dass keine weiteren Todesopfer gefunden werden: „Man kann vorsichtig optimistisch sein“.

Auch bei den Schwerverletzten gibt es laut García-Page erste gute Nachrichten. Bei 4 der insgesamt 15 Patienten, die ursprünglich in die höchste Dringlichkeitsstufe „Rot“ eingestuft wurden, gebe es eine positive Entwicklung. Nach jüngsten Angaben der Regionalregierung werden 53 Verletzte weiterhin in Krankenhäusern in Kastilien-La Mancha behandelt, weitere 98 in Madrid.

Ein Waggon muss noch geborgen werden

Beim Unglück waren am Mittwochmorgen zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidiert: Ein Zug der staatlichen Bahngesellschaft Renfe fuhr von hinten auf einen stehenden Zug des privaten Unternehmens Iryo auf. Die genaue Ursache ist noch unbekannt und wird untersucht. Ersten Erkenntnissen zufolge könnte offenbar auch menschliches Versagen zu dem Unglück geführt haben.

Die Rettungskräfte setzten unterdessen die Such- und Bergungsarbeiten fort. Die Einheit für Katastrophenhilfe des Militärs (UME) und weitere Einsatzkräfte arbeiteten die ganze Nacht daran, Trümmer zu beseitigen und mit Kränen die zwei besonders zerstörten Waggons anzuheben. Dabei gelang es ihnen, einen Waggon zu versetzen, der einen Bahndamm hinuntergestürzt war. Ein weiterer umgestürzter Waggon muss allerdings noch geborgen werden.

Pedro Sánchez sichert den Betroffenen Unterstützung zu

Parallel dazu liefen die Identifizierungsarbeiten. Diese folgten einem „sehr strengen Protokoll“, betonte der Regionalpräsident. Bisher sind die Namen von nur zwei der Todesopfer offiziell bekanntgeworden.

Ministerpräsident Pedro Sánchez sicherte den Betroffenen und ihren Angehörigen die Unterstützung des Staates zu. „Der gesamte Staat steht angesichts dieser Tragödie zusammen“, sagte er nach einer Sitzung des Krisenstabs. Die Behörden konzentrierten sich auf drei Aufgaben: die Rettung und Versorgung der Opfer sowie ihre Identifizierung, die Aufklärung der Unfallursache und eine materielle Entschädigung der betroffenen Familien.

Zudem kündigte Sánchez an, die Sicherheit im Bahnverkehr zu verstärken. Die Regierung arbeite Tag und Nacht daran, jedes Detail der Tragödie aufzuklären und dafür zu sorgen, dass sich ein solches Unglück nicht wiederhole.

© dpa-infocom, dpa:261029-930-909306/4


Von dpa
north