Massiver Ausbau des Rettungsdienstes: Wo bis 2029 in der Region aufgestockt wird | FLZ.de

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Veröffentlicht am 07.04.2025 07:00

Massiver Ausbau des Rettungsdienstes: Wo bis 2029 in der Region aufgestockt wird

Damit der Rettungswagen auch im dünn besiedelten Westmittelfranken schnell an jeden Ort gelangt, werden in den kommenden Jahren die Kapazitäten des Rettungsdienstes deutlich erhöht. (Symbolfoto: Tizian Gerbing)
Damit der Rettungswagen auch im dünn besiedelten Westmittelfranken schnell an jeden Ort gelangt, werden in den kommenden Jahren die Kapazitäten des Rettungsdienstes deutlich erhöht. (Symbolfoto: Tizian Gerbing)
Damit der Rettungswagen auch im dünn besiedelten Westmittelfranken schnell an jeden Ort gelangt, werden in den kommenden Jahren die Kapazitäten des Rettungsdienstes deutlich erhöht. (Symbolfoto: Tizian Gerbing)

Dass der Rettungsdienst in Westmittelfranken deutlich ausgebaut wird, ist schon seit einigen Monaten bekannt. Inzwischen hat sich der Zweckverband für Rettungsdienst und Feueralarmierung (ZRF) mit den Details befasst. Über die eine oder andere Einzelmaßnahme gab es in der jüngsten Sitzung noch Gesprächsbedarf.

Eine Strukturanalyse des Rettungsdienstes in Bayern hatte ergeben, dass die Sanitäter immer öfter auch in Westmittelfranken nicht schnell genug bei den Patienten sind. Schnell genug heißt laut bayerischem Rettungsdienstgesetz innerhalb von zwölf Minuten. Um dieses Ziel zu erreichen, sind in den kommenden Jahren zahlreiche Einzelmaßnahmen nötig. Was diese finanziell und personell bedeuten, hat der Zweckverband nun analysiert.

Stundenerhöhung teils um 100 Prozent

Klar ist, dass die Anzahl der Stunden, an denen ein Rettungswagen vorgehalten werden muss, sich an den einzelnen Stellplätzen zum Teil massiv erhöhen sollen. Im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim sind in Diespeck (Fertigstellungsziel drittes Quartal 2026) und in Ergersheim (Fertigstellungsziel 1. Quartal 2026) neue Stellplätze für Rettungswagen vorgesehen. Im Versorgungsbereich Neustadt soll die Zahl der zu leistenden Stunden von 168 auf 280 steigen (+67 Prozent), im Bereich Uffenheim von 158 auf 252 (+50 Prozent).

Der Neustädter Kreisrat Horst Hupp kritisierte den Stellplatz in Diespeck. Er hätte einen Rettungswagen beispielsweise in Baudenbach für sinnvoller stationiert gehalten.

Das Gutachten hatte für Ansbach eine neue 24-Stunden-Rettungswache in Eyb ergeben. Am Standort in der Henri-Dunant-Straße sollen ein weiterer 24-Stunden-Wagen und ein Fahrzeug von 8 bis 24 Uhr stehen. Die neue Wache in Eyb soll nach derzeitigem Planungsstand bis Ende 2029 fertiggestellt sein.

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Braucht Ansbach eine zweite Rettungswache?

Harald Domscheit (Grüne) stellt die Notwendigkeit einer zweiten Rettungswache in der Stadt mit 24-Stunden-Fahrzeug in Frage, schließlich komme der Rettungsdienst vor allem nachts sehr schnell durch die Stadt hindurch. Der ZRF-Vorsitzende, Landrat Dr. Jürgen Ludwig, erwiderte, dass dies das Resultat der Strukturanalyse sei. Man solle jetzt nicht wieder „drei Schritte zurückgehen“.

Dr. Hermann Schröter, Ärztlicher Leiter des Ansbacher Rettungsdienstes, ergänzte, dass diejenigen Einsätze, in denen man das Zwölf-Minuten-Ziel nicht erreichen konnte, im Osten der Stadt Ansbach lagen.

Umstrukturierung bei ANregiomed könnte Problem verschärfen

Er erklärte zudem, warum überhaupt so viel neues Personal benötigt wird, obwohl die Vorgabe von 12 Minuten sich nicht verändert habe. „Wir haben überall weniger Kliniken und weniger Hausärzte. Die Menschen greifen deshalb öfter zum Hörer“, erläuterte Schröter die stark gestiegenen Einsatzzahlen in den vergangenen Jahren. Er gab zu bedenken, dass mögliche Umstrukturierungen bei den ANregiomed-Krankenhäusern im Landkreis Ansbach zu einem weiter erhöhten Bedarf an Rettungsfahrzeugen führen könnten.

Letztlich stimmte der ZRF einstimmig für die Umsetzung des Gutachtens. Die Maßnahmen werden über die nächsten Jahre verteilt, die letzten sollen Ende 2029 abgeschlossen sein. Für den Neubau der Rettungswache in Eyb und die bauliche Erweiterung der bisherigen Stellplätze in Oberdachstetten (Fertigstellungsziel Ende 2028), Wörnitz (Fertigstellungsziel Ende 2026) und Neunstetten (Fertigstellungsziel Ende 2027), die zu Rettungswachen werden sollen, sind Ausschreibungen nötig.

Die Sorge der Menschen ist groß, dass in den Krankenhäusern in Dinkelsbühl (unser Bild) und Rothenburg bald die Lichter ausgehen. Die ANregiomed-Spitze ist überzeugt, dass es dazu nicht kommt. (Foto: Manfred Blendinger)
Die Sorge der Menschen ist groß, dass in den Krankenhäusern in Dinkelsbühl (unser Bild) und Rothenburg bald die Lichter ausgehen. Die ANregiomed-Spitze ist überzeugt, dass es dazu nicht kommt. (Foto: Manfred Blendinger)

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Philipp Zimmermann
Philipp Zimmermann
Redakteur für Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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