Zum Osterfest und der darauffolgenden Konfirmation können sich die Sachsbacherinnen und Sachsbacher wieder über ein zuverlässig funktionierendes Geläut in der Georgskirche freuen: Es wurden neue Steuergeräte für die Glocken installiert, für die eine Rothenburger Fachfirma einen Schaltschrank im Glockenturm anbrachte.
Laut den Mitarbeitern des Betriebs musste nur die Elektronik erneuert werden, die alten Elektromotoren funktionieren weiter zuverlässig. Nun müsse auch nicht mehr aufgepasst werden, dass Läuten und Schlagen kollidieren. Denn dabei habe bisher ein Schaden an den Glocken entstehen können. Die neue Steuerung verhindere das. Die Kosten für die Maßnahme belaufen sich laut dem zuständigen Pfarrer Michael Weber auf etwa 7000 Euro.
Doch das ist erst der Anfang umfangreicher Sanierungsarbeiten an dem Gotteshaus: Ein statisches Gutachten habe ergeben, dass die Georgskirche wohl in absehbarer Zeit aus Sicherheitsgründen unbenutzbar werde, wenn man nichts unternehme, so Weber. Die Liste der notwendigen Maßnahmen sei lang, wie der Pfarrer bei einem Ortstermin Bürgermeister Sven Waidmann erläuterte.
Zuvörderst gelte es, den Dachstuhl wiederherzustellen. Viele der Balken seien schadhaft und das gesamte Gebälk habe sich vom Kirchturm weg in Richtung Westen geneigt. Das habe zu massiven Rissen im Innenraum des im Jahr 1342 erstmals urkundlich erwähnten Gebäudes geführt.
In der Vergangenheit sind laut Weber zwar immer wieder statische Einzelmaßnahmen erfolgt. Doch dabei habe man „mehr aus Erfahrung gearbeitet und weniger mit Erkenntnissen der Statik“.
Nun soll hingegen über die Decke auf voller Länge des Kirchenschiffs eine versteifende Platte eingezogen werden. Zudem soll das Gebälk – wo nötig – erneuert werden. Weber hofft, dass man hierfür das Dach nur teilweise abdecken muss. Weiterhin gilt es, die verrosteten Aufhängungen der vier Glocken durch solche aus Eiche zu ersetzen. Am Holz des Fachwerkkirchturms sind ebenso umfangreiche Ausbesserungen nötig und Risse im Kircheninnenraum müssen verschlossen werden. Und am Ende soll die Georgskirche einen neuen Anstrich erhalten.
Weber rechnet mit einer Gesamtbauzeit von etwa einem halben Jahr und erheblichen Kosten. Er veranschlagt die Gesamtsumme auf rund 500.000 Euro – allein die Planungsleistungen belaufen sich auf 90.000 Euro. Für das Gotteshaus besteht keine staatliche Baulast, so dass die kleine Kirchengemeinde Sachsbach alle Mittel selber aufbringen muss. Das Landeskirchenamt wird noch einen exakten Finanzierungsplan aufstellen.
Zunächst wird es an die Rücklagen gehen, aus denen die Verantwortlichen 130.000 Euro entnehmen wollen. Geplant werde mit etwa 100.000 Euro an Fördermitteln von Kommune, Bezirk, Land und Landeskirche. Pfarrer Weber und der Kirchenvorstand hoffen, durch umfangreiche Eigenleistungen bis zu 30.000 Euro einzusparen. Damit bleibt eine Finanzierungslücke von etwa 250.000 Euro.
Diese soll durch Spenden geschlossen werden. So wird etwa das Kirchgeld in den nächsten Jahren ausschließlich in die Sanierung fließen. Zudem kann über die Internetseite der Kirchengemeinde Sachsbach gespendet werden. Das Fränkische Museum in Feuchtwangen möchte die Kirchengemeinde mit einem Spendenaufruf in seinen Räumen unterstützen. Denn der historisch äußerst wertvolle Sachsbacher Altar aus der Werkstatt des Nürnberger Malers Michael Wolgemut (1434 bis 1519) ist seit 1904 in Feuchtwangen ausgestellt.
Bei einer sehr gut besuchten Gemeindeversammlung im Februar zeigten die Gemeindeglieder großes Interesse an ihrer Kirche. Dort entstand die Idee, bei den Arbeitgebern um finanzielle Unterstützung zu bitten. Dennoch komme man um ein Darlehen nicht herum. Pfarrer Weber konstatiert: „Die Maßnahmen werden schnell gehen, die finanziellen Folgen werden uns zehn Jahre beschäftigen.“ Bürgermeister Waidmann warb dafür, dass sich die Bürgerinnen und Bürger über die Grenzen der Sachsbacher Kirchengemeinde hinaus spendenfreudig zeigten. Er hofft, dass bei verschiedenen Veranstaltungen Geld eingenommen werden könne, und sagte die Unterstützung der Marktgemeinde zu.