Die Europa-Union steht im Mittelpunkt des nächsten Teils der FLZ-Serie zur Europawahl. Unsere Redaktion befragte dazu einen regionalen Vertreter des Verbands.
Sich selbst versteht die Europa-Union als die größte Bürgerinitiative für Europa in Deutschland. In Stadt und Landkreis Ansbach ist Manfred Schober aus Ansbach ihr Vorsitzender. Er wirbt leidenschaftlich für den europäischen Gedanken. Diesen sieht er nach wie vor als lebendig an.
Einen großen Aufschwung verbindet er mit der Osterweiterung der Europäischen Union (EU) vor 20 Jahren – auch in puncto Wirtschaft und Arbeitskräfte. Ein Anliegen ist ihm jedoch, dass die zehn damals aufgenommenen Länder die europäischen Werte achten. Sorgen bereiten ihm hier Ungarn und die Slowakei, früher auch Polen.
„Es gibt auch immer mehr Parteien, die die Rechtsstaatlichkeit aushöhlen.“ Da sei in der EU „große Wachsamkeit geboten“. In Deutschland wisse man ja, wer gemeint sei.
Ein Erfolg rechts- oder linkspopulistischer Parteien wäre Gift für Europa und den Wirtschaftsstandort. Sie könnten überdies das Europäische Parlament blockieren. Bedeutsam findet der 77-Jährige, dass sich die EU endlich Regeln schafft, was Migration angeht. Geregelte Migration dagegen sei nötig, denn Arbeitskräfte seien gefragt.
Was den Krieg gegen die Ukraine betrifft, seien Parlament, Kommission und Rat solidarisch. Und: „Durch die Bedrohung durch Putin müssen wir uns Gedanken über eine gemeinschaftliche Verteidigungspolitik in Europa machen“, jedoch mit Nato und Amerikanern.
Schober sagt: „Wichtig ist, dass wir am 9. Juni zur Wahl gehen und eine demokratische Partei wählen, denn wir Demokraten bestimmen dann, wer uns die nächsten fünf Jahre in Europa regiert.“
Manfred Schober ist 77 Jahre alt und Ansbacher. Der pensionierte Lehrer steht dem Stadt- und Kreisverband in der Europa-Union vor. Außerdem ist der Pädagoge stellvertretender Bezirksvorsitzender. Bis 2020 gehörte er dem Stadtrat in seiner Heimatstadt an.