Maifest in Feuchtwangen: Sommerliches Spektakel für Schulkinder | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 23.07.2025 18:00

Maifest in Feuchtwangen: Sommerliches Spektakel für Schulkinder

Mit Fähnchen und Girlanden zogen die Feuchtwanger Mädchen und Buben am Mittwoch wieder von der Altstadt hoch zur Festwiese.  (Foto: Erich Herrmann)
Mit Fähnchen und Girlanden zogen die Feuchtwanger Mädchen und Buben am Mittwoch wieder von der Altstadt hoch zur Festwiese. (Foto: Erich Herrmann)
Mit Fähnchen und Girlanden zogen die Feuchtwanger Mädchen und Buben am Mittwoch wieder von der Altstadt hoch zur Festwiese. (Foto: Erich Herrmann)

Für das Maifest in Feuchtwangen haben die Verantwortlichen in Schulen und Rathaus diesmal einen idealen Zeitpunkt gefunden: Als es am Mittwoch um 10 Uhr losging, überwog nach einer kurzen Regenphase das schöne Sommerwetter.

Nur selten geht das Traditionsfest in dem Monat über die Bühne, nach dem es benannt ist. Denn alljährlich gleicht die Suche nach einem Termin einer Lotterie, zumal die zeitlichen Möglichkeiten der Stadtverwaltung und der beteiligten Schulen unter einen Hut zu bringen sind. In der Folge wird das Maifest meistens im Juni oder auch erst – so wie in diesem Jahr – im Juli gefeiert.

Bei strahlendem Sonnenschein zog die Kinderschar aus den ersten bis sechsten Jahrgangsstufen der beiden Feuchtwanger Grund- und Mittelschulen – angeführt vom Spielmanns- und Fanfarenzug „Markgräfliche Jäger“ – am Mittwoch zunächst vom Kirchplatz in der Altstadt über die Museumsstraße in Richtung Festplatz am Oberen Kellerweg. Neben den Lehrkräften waren Bürgermeister Patrick Ruh und einige Stadträte mit dabei.

Brezeln und Getränke sowie Spielstationen

Am Ziel bekamen die Mädchen und Buben, dem langjährigen Brauch entsprechend, Brezeln und Getränke. Anschließend wartete ein Parcours mit zehn Spielstationen auf die „jungen Sportler“. Die Schülerinnen und Schüler bewiesen am Kletterbaum, am Glücksrad, in der Schlupfkiste, auf einem rollenden Balken oder beim Ringwerfen viel Geschick, denn es warteten attraktive Preise auf die Gewinner.

Der historische Hintergrund des Maifestes, das Rathauschef Ruh als etwas ganz Besonderes bezeichnete, ist ein politischer: Denn am 26. Mai 1818 erhielt das Land Bayern per Königsedikt eine neue Verfassung. Aus diesem Anlass organisierten die damaligen Funktionsträger in Feuchtwangen ein Fest. Angeführt von der städtischen Blaskapelle und den Honoratioren der Stadt, zog man zur Mittagszeit hinauf zur Kronenwiese.

Früher erhielt der Nachwuchs Dünnbier

Für die mitmarschierenden Kinder wurden Spiele veranstaltet und die Stadtverwaltung spendierte allen Schülerinnen und Schülern jeweils ein Seidel Dünnbier sowie zwei Wecken. Auch Jahrmarktstände waren aufgebaut. Derweil ließen es sich die Erwachsenen im Biergarten bei zünftiger Musik gut gehen.

In ähnlicher Form geht das Maifest auch heute – 207 Jahre später – noch über die Bühne. Allerdings mit dem Unterschied, dass den Kindern inzwischen Limonade statt Dünnbier gereicht wird.


Von ERICH HERRMANN
north