Das Aus der auf Regionalflüge spezialisierten Lufthansa-Tochter Cityline betrifft auch jene Maschine, die „Rothenburg ob der Tauber” heißt. Unklar ist, was das für die Zukunft des Flugzeugs bedeutet. Im Fernsehen kursierten in Nachrichtenbeiträgen zum Thema Fotos von der „Rothenburg” und fielen Leserinnen und Lesern unserer Zeitung auf.
Die von der Lufthansa-Konzernleitung bekannt gegebene Schließung der Cityline wurde mit Hinweisen auf mangelnde Wirtschaftlichkeit auch infolge der gestiegenen Kosten für Kerosin sowie auf fortgesetzte Streiks begründet. Die Einstellung der Tochtergesellschaft war, wie überörtliche Medien berichten, schon länger beschlossene Sache, sollte ursprünglich aber erst 2028 vollzogen werden. Dass der Schritt nun kurzfristig erfolgt, wird vor allem als Reaktion des Lufthansa-Managements auf den neuerlichen Arbeitskampf gewertet.
Die Cityline-Flotte bestand zuletzt aus knapp 30 Maschinen, wobei es sich bei mehr als 50 Prozent davon um Kurzstrecken-Jets der Modellreihe Bombardier Canadair mit jeweils rund 90 Sitzplätzen handelte, darunter der aktuelle Regionaljet „Rothenburg ob der Tauber“. Dieser ist seit 2009 unter diesem Namen unterwegs und dürfte inzwischen rund 30.000 Flugstunden auf dem Buckel haben. Er war auf Kurzstrecken im Dauereinsatz, in der Regel mit mehreren Starts und Landungen pro Tag.
Die Maschine steuerte, wie die Konzern-Pressestelle vor einiger Zeit auf Anfrage der Redaktion mitteilte, bereits über 130 verschiedene Flughäfen an. Häufigste Ziele waren die Airports in Frankfurt (allein dort wohl um die 10.000 Landungen), Düsseldorf, München, Hamburg und Basel.
Was nach dem Cityline-Aus mit der Maschine namens „Rothenburg“ passieren wird, ist unklar. Als eher unwahrscheinlich gilt angesichts ihres Alters und ihrer Betriebsdaten, dass sie in einer anderen Gesellschaft innerhalb der Lufthansa weiter genutzt wird. Realistischer dürfte sein, dass die Maschine „ausgeflottet”, also verkauft oder ausrangiert, wird.
Das bedeutet aber nicht zwingend, dass damit auch der Flugzeug-Name „Rothenburg ob der Tauber” verschwindet. Vielmehr war es bisher Praxis innerhalb der Lufthansa, einen durch Veräußerung oder Stilllegung einer Maschine verfügbar gewordenen Stadtnamen auf ein anderes Flugzeug der Flotte zu übertragen.
So ist die zur Cityline-Flotte gehörende Bombardier-Maschine bereits das fünfte Lufthansa-Flugzeug, das „Rothenburg ob der Tauber” heißt. Das erste war 1978 ein Airbus A-300 gewesen. Wie lange es allerdings bis zum Übergang der Stadtbezeichnung auf eine andere Maschine dauern würde, ist unklar.
Außer Rothenburg hat derzeit nur noch eine weitere Stadt in Westmittelfranken eine Namenspatenschaft für ein Lufthansa-Flugzeug. So heißt ein Airbus A-319 „Dinkelsbühl“. Mittelfrankenweit sind ansonsten noch Nürnberg, Fürth und Erlangen zu dieser Ehre gekommen. Ansbach steht immerhin auf einer Warteliste, die dem Vernehmen nach allerdings ziemlich lang ist.