Liebenzeller Gemeinschaft: Eigenständig und doch verbunden | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.09.2024 07:00

Liebenzeller Gemeinschaft: Eigenständig und doch verbunden

Um 1925 entstand dieses Foto, das die Pionierinnen und Pioniere der Liebenzeller Gemeinschaft Dinkelsbühl zeigt. (Foto: Liebenzeller Gemeinschaft)
Um 1925 entstand dieses Foto, das die Pionierinnen und Pioniere der Liebenzeller Gemeinschaft Dinkelsbühl zeigt. (Foto: Liebenzeller Gemeinschaft)
Um 1925 entstand dieses Foto, das die Pionierinnen und Pioniere der Liebenzeller Gemeinschaft Dinkelsbühl zeigt. (Foto: Liebenzeller Gemeinschaft)

Die Liebenzeller Gemeinschaft Dinkelsbühl blickt auf eine 100-jährige Geschichte zurück. Das Jubiläum wird am Sonntag, 29. September, mit einem Festgottesdienst gewürdigt. In der kommenden Woche gibt es zudem eine Veranstaltungsreihe.

Ende des 19. Jahrhunderts gab es in vielen evangelischen Landeskirchen in Deutschland eine pietistische Aufbruchsbewegung. Diese „Gemeinschaftsbewegung“ war und ist auch heute noch eine Gebets- und Bibelbewegung, erklärt Prediger Frank Seeger. Menschen hätten sich zusätzlich zum normalen Gottesdienst getroffen, um die Bibel besser zu verstehen und sich so in ihrem persönlichen Glauben gegenseitig zu stärken.

Aufbau- und Orientierungsschwierigkeiten

Solche Treffen gab es laut Seeger bereits um die Jahrhundertwende in Dinkelsbühl, ehe dann am 24. September 1924 die „Gemeinschaft innerhalb der evangelisch-lutherischen Landeskirche“ in Dinkelsbühl offiziell gegründet wurde. In der Langen Gasse 12 wurde bald darauf, am 9. November, der Saal eingeweiht.

In der Folge, so hat Prediger Seeger in der Chronik gefunden, habe es Aufbau- und Orientierungsschwierigkeiten gegeben. Nach 1933 seien Bestrebungen, die Dinkelsbühler Gemeinschaft der Liebenzeller Mission anzuschließen, abgelehnt worden. Während des Zweiten Weltkrieges sei der Gemeinschaftssaal beschlagnahmt worden.

Blütezeit nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach Kriegsende, zwischen 1945 und 1948 erlebte die Liebenzeller Gemeinschaft Dinkelsbühl ihre Blütezeit. So seien beispielsweise Menschen, die aus Ostpreußen fliehen mussten, nach Dinkelsbühl und in die Gemeinschaft gebracht worden. Im Sommer 1946 sei die EC-Jugendarbeit ins Leben gerufen worden. 1957 schloss sich die Gemeinschaft dem Liebenzeller Gemeinschaftsverband an, dem sie von Anfang an nahe stand.

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Suche nach Räumen

Danach folgten Jahre der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten, die in den Kauf des heutigen Anwesens am Muckenbrünnlein 9 mündeten. Ab Mai 1996 wurde gebaut, das neue Gemeinschaftshaus wurde schließlich am 1. Advent 1998 eingeweiht, blickt Frank Seeger zurück. Die neue Räume hätten „großartige Entfaltungsmöglichkeiten geboten“, freut sich Seeger.

Bis 2011 sei die Gemeinschaft in einer Wachstumsphase gewesen, die allerdings auch so manche Schwierigkeit mit sich gebracht habe: „Wo viele Menschen dazu kommen, kommen unterschiedliche Prägungen zusammen“, beschreibt das der Prediger. Dies habe 2014 zu einer Trennung geführt, bei der rund 40 Personen die Gemeinschaft verlassen hätten, um etwas Neues zu beginnen.

Mittlerweile hat sich die Liebenzeller Gemeinschaft in Dinkelsbühl aber wieder stabilisiert und auch die Corona-Jahre wurden gemeistert.

„Heute hat sich neben der traditionellen Kirche ein eigenständiges Gemeindeleben entwickelt. Trotzdem wissen wir uns der evangelischen Landeskirche und der ökumenischen Gemeinschaft in Dinkelsbühl verbunden“, heißt es in der Selbstbeschreibung der Liebenzeller Gemeinschaft Dinkelsbühl, die zusammen mit der EC-Jugendarbeit generationenübergreifend tätig sein will und neben dem Gemeinschaftsgottesdienst ein vielfältiges Angebot an Gruppen und Kreisen bietet.

Veranstaltungen für alle Generationen

Jetzt also der 100. Geburtstag, der unter dem Motto „Ein Faden zieht sich durch“ steht. Es sind Veranstaltungen für alle Generationen geplant, zu denen laut Prediger Frank Seeger alle Dinkelsbühlerinnen und Dinkelsbühler, Freunde und Förderer ins Gemeinschaftshaus am Muckenbrünnlein 9 eingeladen sind.

Festgottesdienst am Sonntag

Der Festgottesdienst am morgigen Sonntag beginnt um 10 Uhr. Erwartet werden dazu der Vorsitzende des Liebenzeller Gemeinschaftsverbandes, Martin Siehler, und Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer.

Um 19.30 Uhr beginnt am Festsonntag ein Themenabend mit Musik und Bistro. Das Thema: „Geschickt eingefädelt – Ein Abend über Gottes Pläne“. Am Montag, 30. September, ebenfalls um 19.30 Uhr, beginnt ein weiterer Themenabend mit Musik und Bistro: „Ich hab den Faden verloren – Ein Abend über Krisen, Zweifel und den Lebenssinn“.

Der Dienstag, 1. Oktober, beginnt um 17 Uhr mit dem „Café Kinderwagen“. Um 19.30 Uhr schließt sich der Themenabend „Doppelt genäht hält besser – Ein Abend über Gemeinschaft und Zusammenhalt“ an. „Bibel & Brezel“, ein Frühstückstreffen mit Impuls, gibt es am Mittwoch, 2. Oktober, zum Thema „Die Fäden aus der Hand geben“. Um 19 Uhr beginnt dann ein Frauenabend zum Thema „Da beißt die Maus (k)einen Faden ab? – Mutig leben in unsicheren Zeiten“.

Nadel im Heuhaufen suchen

Der Tag der deutschen Einheit, Donnerstag, 3. Oktober, ist der Familie gewidmet. Los geht es um 10 Uhr. Bis 16 Uhr ist der Start bei der Stadtrallye „Die Nadel im Heuhaufen suchen“ möglich. Dafür soll jede Familie ein Handy mitbringen.

Eine Männervesper beginnt am Freitag, 4. Oktober, um 18.30 Uhr. Dabei geht es um das Thema „Auf Kante genäht – Der Stoff für echte Helden“. Der Jugendabend für junge Menschen ab 13 Jahre am Samstag, 5. Oktober, steht unter dem Motto „Am seidenen Faden“. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Ein Erntedankgottesdienst (10 Uhr) und ein Lobpreisabend (18 Uhr) beschließen am Sonntag, 6. Oktober, die Festwoche.

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