Noch ist es zwar zu früh, um das Ende des Kupfer-Zeitalters in Leutershausen einzuläuten. Doch nachdem nun auch die letzten drei Stadtteile ans Glasfaser-Datennetz angeschlossen werden, denkt Bürgermeister Markus Liebich bereits laut darüber nach, die alten Kabel demnächst stillzulegen.
„Im bayernweiten Vergleich stehen wir gut da”, sagte Liebich, als nun der Vertrag zwischen dem Kommunalunternehmen Leutershausen (KUL) und dem Laufer Unternehmen Bisping & Bisping GmbH & Co. KG unterzeichnet wurde. Er besiegelt den Anschluss von Hannenbach, Neunkirchen und Straßenwirtshaus, die bis Herbst 2026 schnelle Internet-Anschlüsse bekommen sollen. Damit könnte die Stadt eine der ersten Kommunen im Freistaat werden, die „Kupfer abschalten”, so der Bürgermeister.
Der Glasfaseranschluss in den drei Ortschaften erfolgt im Betreibermodell. Das KUL verlegt und behält die Leitungen; Bisping & Bisping fungiert als Netzbetreiber, der die Leitungen pachtet. „Das ist etwas Besonderes”, betonte bei der Vertragsunterzeichnung Susi Bisping, zuständig für Kommunikation und Marktentwicklung.
Im Rahmen einer Ausschreibung innerhalb der Gigabit-Richtlinie 2.0 des Bundes hatte das Unternehmen aus Lauf an der Pegnitz den Zuschlag bekommen. „Wir freuen uns, auf einen erfahrenen und bekannten Partner setzen zu können, mit dem wir bereits in den zurückliegenden Jahren den Breitbandausbau in Leutershausen erfolgreich umsetzen konnten und nun die Digitalisierung vor Ort gemeinsam weiter vorantreiben können”, sagte KUL-Vorstand Dietrich Negrea. Mit den 112 Haushalten in den drei Dörfern seien dann alle 51 Stadtteile im weitläufigen Gebiet Leutershausens mit Glasfaser versorgt, ergänzte KUL-Ingenieur Marcus Stieber. Bisping & Bisping betreue seit 2021 bereits zuverlässig 35 Stadtteile. Der Rest liegt in der Regie des Betreibers M-Net.
Mit dem derzeit laufenden Glasfaserausbau in der Kernstadt haben bald alle Bürger von Leutershausen eine hochleistungsfähige Anbindung an die Datenautobahn. „Auf diese lückenlose und flächendeckende Versorgung können wir stolz sein“, so Negrea. Für die drei Ortschaften im Osten des Stadtgebietes starten nun die Genehmigungsplanungen, an die sich die Bauphase für die knapp fünf Kilometer lange Glasfasertrasse anschließen wird. In elf Monaten sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Alle Anschlussadressen, die von dem Ausbau profitieren können, erhalten in nächster Zeit auf dem Postweg nähere Informationen zum Ablauf.
Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf rund 1,1 Millionen Euro. Dank der Förderung durch den Bund in Höhe von voraussichtlich 550.000 Euro sowie vom Freistaat Bayern über 25 bis 40 Prozent der förderfähigen Kosten verbleibt dem Kommunalunternehmen ein Eigenanteil von 100.000 bis 270.000 Euro.
„Zeitgemäße Internetgeschwindigkeiten und eine zukunftsfähige Glasfaserversorgung sind die Grundlage, damit jeder an der Digitalisierung teilnehmen und von ihr profitieren kann. Für Haushalte bedeutet dies zum Beispiel, im Homeoffice und mit verschiedensten Online-Diensten zeitgleich störungsfrei als Familie an modernen Lebens- und Arbeitswelten teilhaben zu können. Unternehmen sind mit einer leistungsfähigen Glasfaseranbindung wettbewerbsfähig und an ihrem Standort zukunftsfähig global vernetzt“, fasst Geschäftsführer Johannes Bisping die Nutzen des Breitbandausbaus zusammen. Sein Unternehmen ist seit über 35 Jahren als IT-Kommunikationsdienstleister auf dem Markt und rangiert nach eigenen Angaben als zweitaktivstes im bayerischen Breitbandausbau.