Leuchtende Farben schaffen Atmosphäre in Ullstadt | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 31.07.2024 09:00

Leuchtende Farben schaffen Atmosphäre in Ullstadt

Himmelblau strahlt die Decke des Innenraums der Marienkirche in Ullstadt nach der Sanierung. (Foto: Bezirk Mittelfranken/Franziska Lehmann)
Himmelblau strahlt die Decke des Innenraums der Marienkirche in Ullstadt nach der Sanierung. (Foto: Bezirk Mittelfranken/Franziska Lehmann)
Himmelblau strahlt die Decke des Innenraums der Marienkirche in Ullstadt nach der Sanierung. (Foto: Bezirk Mittelfranken/Franziska Lehmann)

Zehn vorbildlich renovierte Denkmäler in den Landkreisen Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und Ansbach sowie in der Stadt Ansbach hat der Bezirk Mittelfranken in diesem Jahr ausgezeichnet. Die FLZ stellt sie in loser Folge vor.

140 Jahre nach Einführung der Reformation in Ullstadt (Gemeinde Sugenheim, Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) wurde mit der Übernahme des dortigen Ritterguts durch die Freiherrn von und zu Franckenstein 1662 wieder eine katholische Gemeinde eingerichtet.

Wiederum 215 Jahren verstrichen, bis eine eigenständige Pfarrkirche errichtet werden konnte. Freiherr Georg von und zu Franckenstein und seine Ehefrau stifteten den Kirchenbau 1876, nach etwa einjähriger Bauzeit im Juni 1877 wird die Kirche St. Marien eingeweiht.

Der Innenraum wurde mehrfach umgestaltet

Der neoromanische Sandsteinquaderbau mit nach Süden ausgerichteter Apsis und Fassadenturm im Norden steht am Ortsausgang Richtung Langenfeld. Seit der Marienkirche hatte der mit Kreuzrippen überwölbte Kircheninnenraum bereits einige Umgestaltungen erfahren.

Seine ursprüngliche kunstvolle Ausmalung wurde in den späten 1950er Jahren übertüncht. Im Zuge weiterer Innenrenovierungen in den 1960er und 1980er Jahren hat man zudem einzelne Ausstattungsstücke entfernt und den schreinartigen Hochaltar zeitweise in einem rötlichen Braunton gefasst.

Das könnte Sie auch interessieren
Heimat-Erlebnistag im Kreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim: Was Familien geboten ist38. Mittelfränkisches Jugendfilmfestival: Erfolg für Filmteams aus AnsbachSauna und Schwimmbecken: Erweiterungspläne für Fitnessstudio in DinkelsbühlSanierung und Neubau: Lebenshilfe plant Umbau des früheren Forstamts DinkelsbühlSchuld und Sühne: Über spezielle Kreuze und Gedenksteine im Altlandkreis UffenheimSanierung des Grünen Baums in Dinkelsbühl: Fachleute untersuchen Mittelalter-HausDas Kriegerdenkmal in Obersulzbach bleibt an seinem bisherigen StandortEin dem Abriss geweihtes altes Haus in Dombühl hat plötzlich ZukunftSpVgg Ansbach und TuS Feuchtwangen verpassen das U17-BezirksfinaleFacelift für Roßbrunnengasse in Dinkelsbühl: 120.000 Euro für Sanierung eingeplantStudierende aus Aachen testen Rothenburg: Mit welchen Ideen geht die Stadt voran?Pascale Hugues: Bummel zwischen Deutschland und Frankreich im Retti-Palais AnsbachBayerische Jungbauernschaft Mittelfranken will die Zukunft mitgestaltenProjekt Denkmaldetektive: Rothenburger 7. Klassen werden zu GeschichtsfachleuchtenVerwaltungsgericht untersagt schwarze PV-Anlagen in Rothenburgs Altstadt

Mysteriöse Risse an den Wänden

Unerklärliche Rissbildungen an Wänden und im Gewölbe veranlassten die Kirchengemeinde für die zusätzliche statische Sicherung des Kirchengehäuses, Zugstangen zu installieren, schreibt Franziska Lehmann vom Bezirk Mittelfranken in ihrer Würdigung des Sanierungsprojektes. Aus diesem Umstand heraus sei der Wunsch laut geworden, das historische Erscheinungsbild des Innenraumes wiederherzustellen – eine denkmalpflegerisch nicht notwendige Maßnahme.

Die Umsetzung erfolgte im Laufe des Jahres 2020 und wurde von einer engagierten Pfarrgemeinde begleitet. So unterstützte diese etwa beim Ein- und Ausräumen der Kirche und startete einen schriftlichen Spendenaufruf an die umliegenden Gemeinden.

Pandemie verhinderte große Spendenaktion

Eine große Spendenaktion war aufgrund der damaligen Corona-Einschränkungen nicht möglich. Grundlage für die rekonstruierte Ausmalung des Kirchenraumes bildeten umfassende Befundvoruntersuchungen der erhaltenen Farbfassungen und historisches Bildmaterial. Dadurch konnten Rückschlüsse auf die verwendete Farbgebung und Ornamentik gezogen werden.

Das Ergebnis sei ein beeindruckender, wenngleich auf ersten Blick ungewohnter Raumeindruck, meint Franziska Lehmann. Der neoromanisch-byzantinische Stil in Verbindung mit den leuchtenden Farben erschaffe eine besondere Atmosphäre.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
north