Äußerlich unterscheidet sich der neue Ladepark für E-Autos in Schnelldorf kaum von einer herkömmlichen Tankstelle: Doch die Fahrzeuge stehen hier etwas länger unter dem breiten Aluminiumdach. Während sich ihre Batterien an den Ladesäulen füllen, können sich die Fahrer an den Automaten im Nebengebäude mit Kaffee, Snacks oder Süßigkeiten versorgen.
Zudem haben die Fahrer während ihrer Pause im gut geheizten „Warteraum“ ihre Autos jederzeit im Blick. Ein großformatiger Bildschirm informiert über den Ladefortschritt an ihrer jeweiligen Station.
Als einer von zwei Geschäftsführern der BKP GmbH zeigte sich Stefan Brand bei der offiziellen Eröffnung der Schnell-Ladestation stolz auf die Leistungsfähigkeit, die das Unternehmen an der Autobahn für die Elektromobilität bieten kann. Wenn die letzte, mit 400 Kilowatt leistungsfähigste Säule eingerichtet sei, können hier zwölf Fahrzeuge gleichzeitig geladen werden.
„Dann wird es möglich sein, in einer Viertelstunde die Reichweite des Fahrzeugs um 350 Kilometer zu erhöhen“, rechnete er den geladenen Gästen vor. Allerdings fehlten den meisten Fahrzeugen aktuell noch die technischen Voraussetzungen, um diese Leistung aufzunehmen.
Bisher habe die Firma 1,2 Millionen Euro investiert, sagte Brand und erzählte, dass auf der Basis einer Kooperation mit dem nahen Blockheizkraftwerk Wärme gegen Strom getauscht werden könne.
„Es ist einiges los in Schnelldorf“, kommentierte Landrat Dr. Jürgen Ludwig bei seinem Grußwort zum einen die Leistungen ortsansässiger Unternehmer und zum anderen die landwirtschaftlichen Muldenkipper, die während der Feier ununterbrochen mit Material für den Autobahnausbau vorbei donnerten. Nicht Konzernstrukturen sondern Bürger der Gemeinde leisteten hier vorbildliche Arbeit, meinte Ludwig, der den Landkreis Ansbach als einen Vorreiter beim Ausbau erneuerbarer Energie hervorhob.
Vorsitzender Herbert Lindörfer von der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) „Region an der Romantischen Straße“ gratulierte den beiden Unternehmern Stefan Brand und Wolfgang Keidel für deren gelungenen Beitrag zur Energiewende. Der LAG-Steuerkreis habe die Förderung des Projekts einstimmig beschlossen. Für dieses sowie für eine Kleinbrauerei im Ortsteil Wildenholz hat die LAG laut ihrem Vorsitzenden insgesamt 400.000 Euro an Fördermitteln in die Gemeinde Schnelldorf gebracht, um Bürger zu unterstützen, „die sich etwas trauen“.
In diesem Sinn lobte auch Bürgermeister Tobias Strauß die beiden Jungunternehmer, die „selbst etwas in die Hand nehmen“. Sie hätten in kurzer Zeit auf einem schlecht verwertbaren und ansonsten viel zu schmalen Grundstück im Gewerbegebiet Birkenberg etwas geschaffen, „was sich sehen lassen kann“.
Nicht zuletzt zeigte sich Geschäftsführer Daniel Schürrle von der Hohenloher Verkaufsautomaten GmbH aus Schrozberg sicher, dass der Standort passt. Wenn er bekannt geworden sei, nutzten ihn E-Autofahrer gerne für ihre Zwischenstopps. Seine Mitarbeiter überprüften das Warenangebot mehrmals pro Woche und füllten die Automaten bei Bedarf nach.