Es gibt so Situationen im Schulleben eines Kindes, da könnten Eltern vor Wut platzen und möchten das Problem sofort mit der Lehrkraft klären: Manchmal ist es der Ärger über eine scheinbar ungerechtfertigte Note oder weil die Lehrkraft nur selten oder verzögert auf einen Hinweis oder eine E-Mail reagiert.
Es kann auch Frust sein, weil die Lehrkraft das eigene Kind nie ausreden lässt und man um dessen Selbstbewusstsein fürchtet. Bob Blume, Gymnasiallehrer im badischen Bühl, hat 3 Tipps, damit die Klärung des Problems nicht nach hinten losgeht, wenn die Emotionen mit einem durchgehen.
Spontane, emotional aufgeladene Anrufe seitens der Eltern sollte man vermeiden. „Denn die können beide Seiten überfordern“, erklärt Bob Blume, der auch Bildungsinfluencer und Autor des Buches „Wie kommt mein Kind gut durch die Schule?“ ist.
Das Problem solcher Anrufe sei, dass sich einer auf das Gespräch vorbereiten kann und die andere Person nicht - das wird als „Überfall“ empfunden, bei dem sich der Überfallene glaubt, wehren zu müssen.
Besser sei es, einen Termin für ein Gespräch zu vereinbaren, auf das sich beide Seiten vorbereiten können. Blume rät, sich im Vorfeld des Gesprächs Notizen zu machen, klare Ziele ins Auge zu fassen und das Gespräch konstruktiv zu führen.
Sie würden im Eifer des Gefechts am liebsten sofort eine saftige E-Mail schreiben? Keine gute Idee. „Weil Worte verletzen können, ist es wichtig, sich vor dem Äußern gegenüber der Lehrkraft in einen Zustand der sachlichen Bewertung zu bringen. Und das erreicht man zumeist nur mit Zeit“, sagt Bob Blume.
Dafür empfiehlt der Pädagoge eine nützliche Formel: „Bei Ärger oder Frust hilft eine Pause von 24 Stunden vor dem Senden einer E-Mail oder einer Antwort auf eine Mail - nur so kommt man in einen sachlichen Modus“, erklärt Blume.
„Fragen öffnen Gespräche, Anschuldigungen versperren sie“, sagt Blume. Wer fragt, zeigt Offenheit und Respekt für den anderen.
Statt vorwurfsvollen Angriffen à la „Dauernd überfordern Sie die Kinder!“ helfe der Frage-Trick, der die Lehrkraft als Experten einbeziehe, ohne Schuld abzuwälzen. Beispiel: „Wie kann ich mein Kind dabei unterstützen, mit Leistungsdruck umzugehen?“
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