Lehren aus Unfall bei Heilsbronn: Was tun, wenn das E-Auto brennt? | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.11.2024 07:00

Lehren aus Unfall bei Heilsbronn: Was tun, wenn das E-Auto brennt?

Das Auto wurde zu einer Schwabacher Fachfirma gebracht. Dort wurde es durchgängig gekühlt und später entsorgt. (Foto: Raimund Großberger)
Das Auto wurde zu einer Schwabacher Fachfirma gebracht. Dort wurde es durchgängig gekühlt und später entsorgt. (Foto: Raimund Großberger)
Das Auto wurde zu einer Schwabacher Fachfirma gebracht. Dort wurde es durchgängig gekühlt und später entsorgt. (Foto: Raimund Großberger)

Ein brennendes Auto. Nicht alltäglich, aber doch eine Herausforderung, der sich viele Feuerwehr-Einsatzkräfte im Landkreis bereits gestellt haben. Doch bei Elektroautos ist vieles anders. Das hat ein Vorfall vor wenigen Tagen bei Heilsbronn gezeigt. Einen solchen Einsatz hatten die Feuerwehrler im Landkreis noch nicht.

Das E-Auto geriet nach einem schweren Unfall auf der Ortsverbindungsstraße zwischen Heilsbronn und Gottmannsdorfam Freitag, 22. November, in Brand. Der Fahrer prallte mit hoher Geschwindigkeit gegen eine Bahnunterführung und kam dabei ums Leben.

Die Feuerwehren aus Heilsbronn, Gottmannsdorf, Müncherlbach, Weißenbronn, Weiterndorf, Buchschwabach und Roßtal rückten aus. Nicht nur wegen des tragischen Todesfalls war es ein außergewöhnlicher Einsatz für sie. Ein brennendes Elektrofahrzeug stellte an die Löschtrupps ganz besondere Herausforderungen.

Erfolg nur mit Einsatz vieler Ressourcen

Die Vorgehensweise der Feuerwehrleute ist beim E-Auto erst einmal identisch zum Umgang mit einem brennenden Wagen mit Otto- oder Dieselmotor. Zunächst wird das Auto gegen Wegrollen gesichert, und der Löschangriff erfolgt unter schwerem Atemschutz.

Doch die Bekämpfung von Bränden bei Elektroautos erfordert darüber hinaus enorme Mengen an Löschwasser. In Heilsbronn wurden zusätzliche Ressourcen bereitgestellt, um die Einsatzkräfte zu entlasten. Dafür wurde extra ein Pendelverkehr zwischen Einsatzstelle und Wasserentnahme eingerichtet.

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Weitere Wehren, darunter die aus Roßtal, wurden mit zusätzlichen Atemschutzgeräten nachalarmiert. Auch Rückzugsräume zum Aufwärmen wurden eingerichtet, da die winterliche Kälte die Belastung der Einsatzkräfte zusätzlich erhöhte.

Der Hauptunterschied bei den Löscharbeiten liegt jedoch im Hochvoltsystem und in der Batterie des Elektrofahrzeugs. Feuerwehrkräfte können auf dem Fahrzeugdisplay oft erkennen, ob das Hochvoltsystem deaktiviert wurde.

Batterie kann giftige Gase freisetzen

Spezielle Warngeräte wie Wärmebildkameras, Kohlenmonoxid- und Explosionsmessgeräte helfen dabei, die Umgebung kontinuierlich zu überwachen. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den Ventinggasen, die bei Bränden von Hochvoltbatterien entstehen können.

Diese weißen, giftigen Gase treten meist seitlich aus dem Batterieblock aus. Sie können kleine Explosionen verursachen. Bei eingeklemmten Personen arbeiten die Einsatzkräfte deshalb mit Fluchthauben, da die Gase unter anderem die hochgiftige Flusssäure enthalten.

Ein weiteres Problem: Elektrofahrzeuge können nach einem Brand immer wieder entflammen. Bis zu 24 Stunden lang können immer wieder Brände entfachen. Dies war auch in Heilsbronn der Fall.

„Trotz der Nachlöscharbeiten reagierte der Akkublock“, erklärt Raimund Großberger, Feuerwehr-Fachberater für Elektromobilität im Landkreis Ansbach. Dass es der erste Brand dieser Art war, konnte Großberger bestätigen: „Verkehrsunfälle gab es bereits mehrere mit Elektrofahrzeugen, aber ohne, dass der Akku Gase abgesondert hat.“

Um das Risiko zu minimieren, wurde das Fahrzeug am späten Abend an eine Fachfirma übergeben, die es kühlte und schließlich fachgerecht entsorgte. Allgemein soll der Transport durch die Feuerwehr vermieden werden, um mögliche Gefahren zu reduzieren. Für die Einsatzkräfte bleibt die Brandbekämpfung bei Elektroautos eine Aufgabe, die technisches Know-how, umfangreiche Ausrüstung und oft viele Stunden Einsatzzeit erfordert.

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