Der Marktgemeinderat Lehrberg hat lebhaft über die Umgestaltung des Rathaus-Vorplatzes und den barrierefreien Umbau der Ortsdurchfahrt diskutiert. Am Ende wurden gegen drei Stimmen die Maßnahmen beschlossen, die für die Städtebauförderung 2026 angemeldet werden sollen.
Geschäftsleiter Thomas Raßbach stellte im Gremium die geplanten Maßnahmen vor. So soll in den nächsten Jahren der Rathausvorplatz für rund 680.000 Euro umgestaltet werden. Für 2026 werden 30.000 Euro Planungskosten angemeldet, die Baumaßnahmen sollen dann in den folgenden zwei Jahren stattfinden. Bereits im kommenden Jahr will man die Sanierung der Rathausfassade für 40.000 Euro in Angriff nehmen.
Größtes Projekt wird der barrierefreie Umbau der Ortsdurchfahrt mit Laufspuren für Rollatoren und Kinderwagen auf den Gehwegen sein. Hier sind insgesamt rund 1,4 Millionen Euro veranschlagt. Weil aktuell die Telekom Glasfaserleitungen im Ort verlege, habe man die Maßnahme um ein Jahr verschoben, so Raßbach. So werden erst für 2027 Planungskosten von 47.000 Euro angemeldet, die eigentlichen Baumaßnahmen sollen 2028 und 2029 folgen.
Das Kommunale Förderprogramm für den Altort Lehrberg wird in den Jahren 2026 bis 2029 fortgeführt. Für städtebauliche Beratungen werden jeweils 6000 Euro pro Jahr angemeldet. Maßnahmen von Privatpersonen werden mit maximal 10.000 Euro je Baumaßnahme gefördert. Hier werden pro Jahr jeweils fünf Maßnahmen-Förderungen angemeldet, was sich im Haushalt mit jeweils 50.000 Euro pro Jahr niederschlagen soll.
Die CSU-Gemeinderäte Sylvia Zeilinger und Hans Merk kritisierten die Höhe der Baukosten beim Rathausvorplatz und regten bei der Rathaus-Fassade gleich eine energetische Sanierung an. Bürgermeisterin Renate Hans wies darauf hin, dass „die Themen erstmal nur zur Anmeldung anstehen”, die konkreten Maßnahmen müsse man dann anpassen. Was allerdings auf jeden Fall geändert werden müsse, sei die Bushaltestelle. Dort sei es bei den Schulbussen immer wieder zu „schwierigen Situationen” gekommen.
Auch bei der barrierefreien Umgestaltung der Ortsdurchfahrt stehe ja eine Grundsatzentscheidung noch aus, so die Bürgermeisterin. Dabei geht es nach wie vor um die Frage, ob das raue Granitpflaster auf den Gehwegen ausgetauscht werden muss, um es Rollator-tauglich zu machen, oder ob es reicht, das Pflaster abzuschleifen.
CSU-Mann Merk, bisher ein Verfechter der Abschleifmaßnahme, erklärte: „Jedem ist klar, das Zeug muss raus.” Bürgermeisterin Hans sagte daraufhin: „Schön, dass Sie mit im Boot sind.” Man werde einen Grundsatzbeschluss für die Umgestaltung vorbereiten. Sebastian Winkler (Bürgerblock) regte an, bei der Umgestaltung gleich Leitungen fürs Wärmenetz einzubauen, die Gemeinde Colmberg habe es vorgemacht. Renate Hans erklärte, das müsse man bei den Wärmeplänen mitbedenken.
Was nicht Gegenstand der Beschlussvorlage war, aber dennoch lebhaft diskutiert wurde, war die Frage, wie man die Telekom, die wegen der Glasfaserleitungen die Gehwege aufgräbt, an den Kosten beteiligen könnte. Während Hans Merk dafür plädierte, sofort mit der Telekom in Verhandlungen einzutreten, machte Ulrich Spitzner (Bürgerblock) klar: „Das gehört zugemacht, wie es vorher war.” Und sein Kollege Werner Grötzner regte eine Beweissicherung an, um Forderungen an die Telekom stellen zu können.
Am Ende wurden die von der Verwaltung vorgeschlagenen Maßnahmen zur Städtebauförderung gegen drei Stimmen aus der CSU-Fraktion beschlossen.