Kein schönes Jubiläum: Seit zehn Jahren steht das Haus in der Pfarrstraße 25, das einst die Metzgerei Maurer beherbergte, leer. „Ein Sinnbild für die Leerstände in der Stadt”, findet der OB-Kandidat der Offenen Linken Ansbach (OLA), Boris-André Meyer. Die Idee der OLA: Das Gebäude, das der Stadt gehört, soll zum „Haus der Vereine” werden.
Im Jahr 2016 schloss Maria Maurer für immer ihre Metzgerei, in der sie seit 1971 zusammen mit ihrem Mann Wilhelm nicht nur ihre legendären Ansbacher Bratwürste produziert und verkauft hatte. Doch lange fand sich kein Käufer für das denkmalgeschützte Gebäude aus der Zeit um 1719.
Schließlich erwarb die Stadt Ansbach im Jahr 2021 das Gebäude – dem Vernehmen nach für eine niedrige sechsstellige Summe. Ursprünglich wollte die Stadt hier eine Wärmestube für Obdachlose einrichten. Aber nicht nur, dass man diese Idee in der direkt benachbarten Fach- und Berufsoberschule nicht so prickelnd fand – das Gebäude stellte sich schließlich als nicht geeignet heraus. Inzwischen ist ein Tagesaufenthalt für Obdachlose in der Schaitbergerstraße entstanden, direkt neben der Herberge zur Heimat.
Doch die schlechten Nachrichten für die Stadt beim Maurerhaus rissen nicht ab: Inzwischen zeigten sich bei dem über 300 Jahre alten Gebäude erhebliche statische Probleme, und die Fassade musste vor vier Jahren mit einem großen Netz gesichert werden. Die Mängel zu beseitigen und die Fundamente zu sichern, wird viel Geld kosten, wird sich aber nicht vermeiden lassen. „Wir müssen etwas machen, wenn man das Gebäude nicht verlieren will”, sagte Hochbauamtsleiter Dr. Frank Simons vor Jahresfrist im Bauausschuss.
Da wäre es doch gut, wenn man eine Idee zur Verwendung des Baudenkmals hätte. Die OLA hat eine. Sie möchte des Maurerhaus künftig als „Haus der Vereine” nutzen. „Im Erdgeschoss könnte man dafür Multifunktionsräume einrichten”, so OLA-Stadtrats-Kandidat Matthias Fringes, „und in den beiden Obergeschossen könnte bezahlbarer Wohnraum entstehen.”
Der OB-Kandidat der OLA, Boris-André Meyer, wies darauf hin, dass bei öffentlicher Nutzung eine Städtebau-Förderung von bis zu 75 Prozent winkt. „Räume für Vereine tun Not – auch angesichts des Gastronomie-Sterbens in der Stadt.” Milan Schildbach, OLA-Fraktionskollege im Stadtrat, erinnerte daran, dass einst bei der Sanierung des Rathauses Räume für Vereine vorgesehen waren: „Doch die Rathaus-Sanierung ist bekanntlich mittelfristig nicht finanzierbar.”
Den Stillstand in der Pfarrstraße zu beenden, „damit könnte die Stadt mit gutem Beispiel vorangehen”, findet Meyer. Schließlich versucht die Verwaltung seit Jahren, die Immobilienbesitzer in der Altstadt zur Sanierung ihrer Gebäude zu bewegen.
Der Vorschlag der OLA: Die 2017 als Regiebetrieb geründete Stadtbau, die für bezahlbaren Wohnraum in der Stadt sorgen sollte und die 2021 in die Stadtverwaltung eingeliedert wurde, soll als gemeinnützige GmbH reaktiviert werden – mit dem Unternehmenszweck, die Kernstadt zu sanieren und für günstigen Wohnraum zu sorgen.
Die Vorteile aus Sicht der OLA: Das Unternehmen könnte über Personal verfügen, das nicht für anderweitige Aufgaben verwendet werden kann – und die Investitionen könnten auch über den Kreditmarkt finanziert werden. Mindestens 75,1 Prozent der Anteile soll die Stadt halten, darüber hinaus sollen sich Bürgerinnen und Bürger, örtliche Unternehmen sowie Kreditinstitute beteiligen können. Als Vorbild nannte Meyer die erfolgreiche Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Schwabach.
Objekte, mit denen die Stadtbau-GmbH dann beginnen könnte, weiß OB-Kandidat Meyer auch schon: das Weberhaus in der Neustadt, wo er selbst als Kind noch Spielzeug gekauft hat, oder das Gasthaus zum Falken an der Maximilianstraße, wo sage und schreibe 1999 das letzte Bier gezapft worden ist.