Lange Reisen: Was gegen schwere Beine hilft | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.07.2026 04:25

Lange Reisen: Was gegen schwere Beine hilft

Sexy sieht anders aus? Ist eh Geschmackssache - zudem gibt es Stützstrümpfe aber heute auch in vielen Mustern und Farben. (Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn)
Sexy sieht anders aus? Ist eh Geschmackssache - zudem gibt es Stützstrümpfe aber heute auch in vielen Mustern und Farben. (Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn)
Sexy sieht anders aus? Ist eh Geschmackssache - zudem gibt es Stützstrümpfe aber heute auch in vielen Mustern und Farben. (Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn)

Lange Reisen, schwere Beine: Gerade auf Flügen kennen viele dieses unangenehme Gefühl. Doch es gibt ein einfaches Mittel dagegen. Wem Kompressionsstrümpfe mehr Wohlgefühl bringen und wer schon allein aus medizinischen Gründen lieber nicht auf sie verzichten sollte, erklärt die Gefäßmedizinerin Katja Mühlberg im Interview.

Welchen Effekt haben Kompressionsstrümpfe auf langen Reisen?

Katja Mühlberg: Wenn man lange im Flugzeug, im Auto, im Bus sitzt, oft etwas beengt, ohne Bewegung, dann haben es die Venen schwerer, das Blut aus den Füßen gegen die Schwerkraft in Richtung Herz zu transportieren. Die Strümpfe üben von außen Druck aufs Gewebe aus. Das unterstützt den Rückstrom des Blutes und mindert das Schweregefühl in den Beinen, das viele von langem Sitzen kennen. Eine einfache, positive Wirkung.

Wenn ich mir gegen schwere Beine im Flieger oder Fernbus einen Kompressionsstrumpf zulegen will – was muss ich da beachten?

Mühlberg: Es gibt frei verkäufliche Stützstrümpfe, die muss man unterscheiden von medizinischen Kompressionsstrümpfen. 

Stützstrümpfe sind aus hochelastischem Material gestrickt und üben einen sanften Druck auf das Gewebe aus. Die kann man einfach als Wohlfühlstrümpfe nutzen, um dem Gefühl schwerer, müder Beine bei langem Sitzen aber auch bei langem Stehen vorzubeugen.

Medizinische Kompressionsstrümpfe dagegen werden vom Arzt verordnet, wenn eine Erkrankung zugrunde liegt. Zum Beispiel eine Venenschwäche oder anhaltende Schwellungen infolge einer Thrombose. Vom Material ähneln sie frei verkäuflichen Strümpfen, aber sie üben im Unterschied dazu einen definierten Druck aus. Da gibt es verschiedene Kompressionsstärken, die ärztlich festgelegt werden.

Vor allem auf langen Flügen sitzen Reisende oft stundenlang sehr beengt und haben nur wenig Bewegungsspielraum. Wer sollte aus ihrer Sicht auf solchen Reisen Kompressionsstrümpfe tragen?

Mühlberg: Für Menschen mit Krampfaderleiden, die schon unter normalen Bedingungen im Alltag zu dicken, geschwollenen Beinen neigen, macht das Tragen medizinischer Kompressionsstrümpfe auf jeden Fall Sinn. 

Das Gleiche gilt für Patienten, die eine Thrombose hatten und seitdem unter anhaltenden Schwellungen leiden. Auch Schwangeren raten wir dazu. Ebenso Patienten mit einem Lymphödem: Das hat nichts mit den Venen zu tun, sondern da staut sich die Lymphflüssigkeit in den Beinen. Das sind Gruppen, die medizinisch begründet auf langen Flügen einen Strumpf tragen sollten.

Und dann gibt es noch all jene, bei denen keine Erkrankung oder Schwangerschaft vorliegt, und die trotzdem im Alltag eine Neigung zu Schwellungen und Schweregefühl in den Beinen haben. Für sie macht es absolut Sinn, frei verkäufliche Stützstrümpfe auf einer Flugreise zu tragen. Einfach für mehr Komfort.

ZUR PERSON: Dr. Katja Mühlberg ist Fachärztin für Innere Medizin und Angiologie am Universitätsklinikum Leipzig. Sie leitet das bundesweite Aktionsbündnis Thrombose und sitzt zudem im Beirat der Deutschen Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin.

© dpa-infocom, dpa:260728-930-447401/1


Von dpa
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