Den Spitzenwert des Wahltags lieferte am Sonntag Marktbergel. Über 90 Prozent der Wahlberechtigten – genau: 90,8 Prozent – machten dort von ihrem Wahlrecht aktiv Gebrauch. Der Tiefpunkt lag nicht weit entfernt in Uffenheim, wo nur 67,9 Prozent einen Stimmzettel ausfüllten. Hochs und Tiefs verzeichneten auch die einzelnen Parteien.
Die Wahlbeteiligung gehört sicherlich zu den erfreulichen Aspekten der aktuellen Landtagswahl. Im Stimmkreis 510 (Neustadt/Aisch-Bad Windsheim mit einem Großteil des Landkreises Fürth) lag die Beteiligung mit 77,9 Prozent nicht nur höher als bei den Wahlen vor fünf Jahren (74,3 Prozent), sondern auch klar über dem landesweiten Durchschnitt von 73,3 Prozent. Damit liegt der Stimmkreis unter den Top 10 der 91 bayerischen Stimmkreise.
Von Wahlmüdigkeit konnte also nicht die Rede sein. Eher das Gegenteil: Der Stimmkreis war wahlwach. Der Landkreis Fürth zog dabei mit seinen 78,8 Prozent das Ergebnis noch ein klein wenig nach oben, denn im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim waren es „nur“ 77,4 Prozent (was ebenfalls schon ein vergleichsweise hoher Wert ist).
Das Spitzenergebnis als Partei und auch für einen Kandidaten erzielte – wenig überraschend – die CSU. Sie errang in Markt Erlbach mit 52,9 Prozent die einzige absolute Gesamtstimmen-Mehrheit in den 49 Kommunen des Stimmkreises. Der Grund dafür dürfte naheliegend sein: Der christsoziale Direktkandidat Werner Stieglitz kommt aus Markt Erlbach. Sein Erststimmenergebnis dort beläuft sich sogar auf 55,7 Prozent.
Am anderen Ende des CSU-Rankings steht mit „nur“ 36,6 Prozent der Gesamtstimmen Uehlfeld – was wiederum der Heimatort von Stieglitz' stärkster Konkurrentin Gabi Schmidt ist. Die Freie-Wähler-Landtagsabgeordnete belegte dort mit 30,4 Prozent auch die Spitzenposition bei den Direktkandidaten. Allerdings hatte Schmidt noch vier höhere Ergebnisse aufzuweisen: in Baudenbach, Dachsbach, Münchsteinach und in Weigenheim, wo sie ihren Topwert von 36,3 Prozent erreichte.
Federn lassen mussten insbesondere die Grünen. Ihre Ergebnisse pendeln im hiesigen Stimmkreis zwischen gut sechs Prozent in Trautskirchen und 15 Prozent in Puschendorf. Ohnehin hatte die Ökopartei ihre fünf besten Ergebnisse im Landkreis Fürth, ihre schlechtesten im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim.
Exakt umgekehrt verhält es sich mit den Freien Wählern. Sie mussten ihre schlechtesten Ergebnisse durch die Bank im Landkreis Fürth hinnehmen; im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim lagen die FW einzig in Markt Erlbach unter der Zehn-Prozent-Marke – was sich wohl auch mit dem Platzhirsch-Effekt von Stieglitz erklären lässt. Ihren Spitzenwert von knapp über 25 Prozent holten die FW in Weigenheim, dem Heimatort von FW-Urgestein und Altlandrat Walter Schneider.
Weigenheim ist hingegen für die AfD das schlechteste Pflaster. Doch auch dort blieb die rechte Partei mit 10,2 Prozent im zweistelligen Bereich. Das beste Ergebnis holte die AfD in Markt Bibart (20,6). Die Marktgemeinde hatte bei den bisherigen Wahlen mit AfD-Beteiligung immer hohe Werte für diese Partei und gilt somit als eine Hochburg.
Von der Zweistelligkeit ist die SPD hingegen im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim teils weit entfernt. Am nächsten kommt sie dem noch in Uffenheim (9,9 Prozent). Im Fürther Landkreis schafft sie das hingegen noch – mit einem Höchstwert von 14 Prozent in Puschendorf.
Von den kleinen Parteien gelingt einzig der ÖDP ein Achtungserfolg mit dem Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde in Emskirchen (5,2). In der Marktgemeinde ist der Direktkandidat der Ökodemokraten, Tristan Billmann, zuhause. Auch im Umfeld – in Hagenbüchach und Wilhelmsdorf – bringt es die ÖDP zumindest noch auf eine 3 vor dem Komma.
Mit besagter 3 muss sich auch – bestenfalls – die FDP begnügen. Über 3,3 Prozent (in Uehlfeld und Gerhardshofen, Heimatort von Johannes Loesch) kommen die Liberalen nirgends hinaus.