Wenn die Gemeinde Simmershofen auch zu den kleinsten Gemeinden im Landkreis gehört, so hat sie doch viel zu bieten. „Wenig Einwohnerinnen und Einwohner, aber viel von allem”, brachte es Bürgermeister Florian Hirsch beim Besuch von Landrat Dr. Christian von Dobschütz, seinen Stellvertretern und Abteilungsleitern auf den Punkt.
Schon im Video über die rund 970 Einwohnerinnen und Einwohner zählende Gemeinde wurde rasch klar, dass man in Sachen Tourismus im Landkreis unschlagbar und ein wahrer Tourismus-Hotspot ist. 2019 residierten etwa 24.000 Gäste in der Kommune, Tendenz stetig steigend. Dies ist zum einen zahlreichen Ferienunterkünften – darunter auch mit dem „Goldenen Gockel” einem preisgekrönten Quartier – zu verdanken, aber vor allem dem Campingplatz in Walkershofen, den man im Verlauf des Vormittags ebenfalls besuchte.
Der Landrat, der sich als „Fan” von Simmershofen outete, hob ebenso wie Florian Hirsch ein weiteres Pfund hervor, mit dem die Kommune wuchern kann. „Mit zwei tollen Locations liegt ihr bei den Hochzeiten ganz weit vorn”, so von Dobschütz. Neben einem Betrieb in Auernhofen erfreut sich das Schloss in Walkershofen bei frisch gebackenen Eheleuten großer Beliebtheit. 120 Hochzeiten wurden bisher allein 2025 gefeiert.
Ein echtes Alleinstellungsmerkmal blieb natürlich nicht unerwähnt. „Wir haben zwei überregional bekannte Winzer in Auerhofen, beide ohne eigene Weinberge”, so Hirsch. Erfolgreich war Simmershofen auch beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft”. Das Ganze sei nur möglich, wenn die Dorfgemeinschaft mitzieht – und das tut sie, bestätigen auch die Gemeinderäte, die gekommen waren. Man lege Wert darauf, alle Ortsteile gleich zu behandeln, betonte Hirsch und verwies als Beispiel auf die in jedem Ort errichteten Spielplätze, die alle über die gleiche Grundausstattung verfügen.
Lob ging in diesem Zusammenhang an das Regionalbudget. Durch die darüber erhaltenen Fördermittel (oft in voller Förderhöhe) konnten etliche Projekte verwirklicht werden, was sonst nicht möglich gewesen wäre. Voll des Lobes war auch Dr. von Dobschütz für dieses Instrument. Es sei das ideale Förderprogramm für den ländlichen Raum. „Hier ist mit wenig Aufwand viel zu erreichen. Sollte es zur Streichung kommen sollen, müssen wir alle für den Erhalt kämpfen.”
Stellvertretender Landrat Hans Herold lobte die schön gepflegten öffentlichen Grünflächen, auch das ein Zeichen, dass die Bevölkerung mitzieht. Viel sei hier im Rahmen der Dorferneuerungen gemacht worden, erklärte dazu stellvertretender Bürgermeister Ernst Kilian. Auch die stellvertretende Landrätin Ruth Halbritter würdigte den Zusammenhalt im ländlichen Raum, der vieles erst möglich mache.
Im Rahmen der lockeren Gesprächsrunde bei Kaffee und süßen Teilchen im Rathaus brachte der Landrat eine Idee zur Sprache, die bei den Anwesenden spontan auf großen Zuspruch stieß. Statt bei Städte- und Gemeindepartnerschaften immer in die Ferne zu schweifen, würde sich auch die Partnerschaft zu einer Kommune am anderen Ende des Landkreises anbieten. Weshalb sollte etwa ein Ortsteil von Simmershofen nicht einfach mit einem Ortsteil von Uehlfeld eine solche Kooperation eingehen? Damit verbunden sieht von Dobschütz das Ziel, den Zusammenhalt im Landkreis zu stärken. „Wir sollten auf Landkreisebene diskutieren, ob wir nicht solche Verbindungen machen, um uns gegenseitig zu besuchen.”
Um das Thema „neu Zugezogene” und auf die Frage, wie man junge Leute im Ort halten kann, ging es anschließend auf Nachfrage Herolds. „Wenn ich hier leben will, brauche ich ein Auto, sonst ist man aufgeschmissen”, entgegnete Hirsch. „Busverbindungen, die nicht genutzt werden, sind rausgeschmissenes Geld. Das NEA-Mobil ist dagegen gut für uns.” Angesprochen wurde ferner der Mobilfunk, wo noch viel geschehen muss, um Funklöcher zu stopfen. Schwer im Magen liegen nicht nur Hirsch die hohen Kosten für die Bauschuttentsorgung. Diese hielten etliche Bauwillige davon ab, eine alte Immobilie zu kaufen, zu renovieren oder durch einen Neubau zu ersetzen und somit im Sinne der Innenortverdichtung zu agieren.
Im Rahmen der anschließenden Firmenbesuche ging es zuerst nach Auernhofen zur Firma WIRA. Wolfgang Rabenstein, der mit seinem Bruder Herbert als Geschäftsführer des Betriebs fungiert, beschäftigt rund 25 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Er führte durch die weitläufigen Betriebshallen. Die hier hergestellten Förderbänder, von denen rund 400 Stück im Jahr produziert werden, werden nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern zu rund 30 Prozent ins Ausland – genannt wurden die Schweiz, Österreich, Rumänien, Frankreich und sogar bis nach China – verkauft.
Genutzt werden die Bänder etwa für Getreide, Sand, Kies, Mineraldünger, Kunststoffe oder Recyclingmaterial. Es handelt sich stets um Sonderanfertigungen nach Kundenwunsch, so Wolfgang Rabenstein. Der Preiskampf auf dem Markt sei zu spüren, man komme aber ganz gut über die Runden, auch wenn es nicht immer einfach sei.
Den Abschluss der Tour bildete der Campingplatz in Walkershofen, den Roland Scherer und seine Tochter Simone Strauß betreiben, und bei einem Rundgang vorstellten. Seit der Inbetriebnahmen 2008 erfreut er sich wachsender Beliebtheit. 2025 gab es bereits 14.000 Übernachtungen, bei einer durchschnittlichen Verweildauer von rund 2,1 Tagen. Ein Drittel der Gäste kommt aus dem Ausland, ganz vorne – wenig überraschend – die Niederländer, aber auch Touristen aus Neuseeland, Brasilien, Südkorea und Südafrika logierten schon auf dem ruhigen, weitläufigen Areal.
„Insgesamt hatten wir schon Gäste aus über 40 Ländern”, resümiert Simone Scherer, die die Zahl der Stellplätze auf 114 beziffert. Gut angenommen wird von Campern und Einheimischen das angegliederte Gasthaus, das die Familie betreibt. Die Besuchergruppe testete dieses zum Mittagessen und war begeistert.