Das war einmalig: Das KulturKino Feuchtwangen lud zum „Rudelgucken“ des Franken-Tatorts. Hintergrund: Der Krimi war im Raum Ansbach gedreht worden, darunter im FLZ-Verlagsgebäude in Ansbach. Und Vorstandsmitglied Wolfgang Grebenhof hatte die Dreharbeiten als Reporter live erlebt.
Das kollektive Lachen erfüllt das Kino in der 44. Sendeminute. Der Kommissar und die Schwester der Toten – die dann am Ende doch nicht tot ist – stehen hoch droben auf dem Hesselberg und reden über ein Hotel drunten in der Ebene. „Als ob hier einer Urlaub macht“, sagt die junge Frau – und die Zuschauer lachen laut los. Die Antwort des Kommissars geht fast unter. „Ist doch ganz schön... hier...“, sagt er stockend.
Etwa 120 Besucher sind zum kostenlosen Gemeinschaftsschauen ins KulturKino gekommen. Sie erleben die Premiere des Fernseh-Krimis „Hochamt für Toni“ auf der Riesen-Leinwand. Vorher stimmt sie Wolfgang Grebenhof eine knappe halbe Stunden lang mit rund 60 Fotos aus der Zeit der Dreharbeiten und mit launigen Erklärungen auf das gemeinsame Fernseherlebnis ein. Ein Making-of der besonderen Art.
Dann läuft das berühmte Intro. Der 1240. Tatort – der neunte aus Franken – fängt an. Schnell ist zu merken: Wer die Drehorte kennt, schaut mit anderen Augen, anderen Gedanken. Ist das wirklich das Foyer der FLZ? So sieht also Schloss Dennenlohe von Innen aus... Ist das da vielleicht Cronheim?
Auch Heidi Spanner vom Verein KulturKino Feuchtwangen geht es so. „Ich hab mehr auf die Landschaft geachtet als auf die Handlung“, erklärt die 56-Jährige hinterher. Im Verein ist sie für die Kasse zuständig – und damit auch für die oft aufwändigen Verhandlungen mit den Film-Verleihern. Da war es verhältnismäßig einfach, beim Bayerischen Rundfunk die Erlaubnis fürs Public Viewing zu bekommen. Dass sich das Kino dann auch noch gut füllte, verbucht sie als großen Erfolg.
Eine Wiederholung wird es wohl trotzdem nicht geben, schließlich wird ein Tatort mit so viel westmittelfränkischem Lokalkolorit einmalig bleiben. Den Film an sich bewertet Heidi Spanner so lala. Zu hölzern findet sie die Dialoge: „Note 3“. Aber eines treibt nicht nur sie weiter um: „Wo steht eigentlich dieses auffällige Hotel? Das will ich schon noch rausbekommen.“